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Menckheim. Joseph 271 Wenclewski
Beispiele voran. Auf seinen Gütern
führte er alle sich bewährenden Verbeffe«
rungen ein, vervollkommnete den Acker-
bau, die Schaf' und Pferdezucht, errich-
tete zu Hörös-Lad<wy im Bököser Comi»
täte große Anlagen, dann zur Hemmung
der Ncberschwemmungen mit betracht«
lichen Kosten Dämme und sonstige Vor«
kehrungen. Unter solchen Umständen
nahm auch bei wichtigen Anlässen die
Regierung seine Erfahrungen in An»
spruch, und ohne seinen Rath gelangte
keine Regulirung, keine Wasserleitung im
Temeser. Torontaler und B6k6ser Comi-
täte zur Ausführung. Als 1827 die
Probe einer Eisenbahn gemacht werden
sollte, übertrug ihm der Erzherzog Pala«
tin die Herstellung derselben. Auf dem
Landtage 1827 siel auf ihn die Wahl zur
-Commission, welche mit der Umarbeitung
der Deputationalwerke vom Jahre 1790
und der Restauration der gesammten Ge»
setze betraut wurde; der Erzherzog Palatin
machte ihn zum Präsidenten der Depu«
tation, welche die Vanderialpflichten des
ungarischen Adels ausarbeiten sollte, und
diese noch in Handschrift vorhandene
Arbeit zeigt, wie der Freiherr mit dem
Geiste der Zeit vorgeschritten war und
an Stelle des abzuschaffenden unbrauch-
baren Alten nur Besseres und den vor-
geschrittenen Verhaltnissen Entsprechen»
des setzte. Er verfolgte mit Aufmerksam«
keit die Verbesserungen der Neuzeit, und
seine Studien über die Pferdezucht ver»
öffentlichte er zugleich in deutscher und
ungarischer Sprache in der Schrift:
„Ideen über eine Wiederherstellung der verfallenen
ungarischen Pferdezucht nnt> die Mittel, den Amrck
in möglichst Kürzester Seit jll erreichen" /Oon- ! fand sich eine größere Arbeit „Neber den
Handel Ungarns", in welcher er Adam
S in i th's Untersuchungen über die Natur
und die Ursachen des Nationalreichthumä
mit den eigenen Erfahrungen der neuesten
Zeit auf Ungarn anwandte, und welche
von Fachmännern als eine ebenso origi-
nelle als vortreffliche Leistung bezeichnet
wurde. 18! 9 ernannte ihn der Kaiser
zum Administrator des Krass6er, 1823
des Arader Comitates und dann zum
Obergespan des letzteren. Der Freiherr
verschied in der Vollkraft seines Lebens.
Er war zweimal verheiratet, zuerst 1800
mit Marie Freiin von Orczy, welche
schon nach zweijähriger Ehe starb, dann
1807 mit Therese Freiin von Orczy.
Nur letzterer Verbindung entstammen
Kinder, und zwar vier Töchter und der
nachherige Minister am kaiseclichrn Hofe
B 6 la Freiherr von Wenckheim ^s. d.
S. 264^.
7-6567-6
1813, 80.). I n seinem Nachlasse aber be- Bd. XII,
Porträt.
«loset'. I IV
iLhänv^".
l820 Ll.-. (^ S. <23.
Unterschrift:
Ferd. Varon
8". selten). ^Venolciieim
ütgendorf
Wenclewski lWtzclewskij, Siegmund
(Sprachforscher, geb. zu Mi^dzy.
rzecz am 1. Mai 1824). Nachdem er
das Lyceum zu Posen beendet hatte, be<
zog er die Universität Breslau, dann jene
zu Halle und wurde zunächst Professor am
Gymnasium zu St. Maria Magdalena
in Posen, 1863 Professor der griechischen
und lateinischen Literatur an der Univer»
sitat in Warschau, von wo er 1870 in
gleicher Eigenschaft an die Universität
Lemberg in Galizien kam, an welcher er
zur Stunde noch wirkt. In seinem Fache
schriftstellerisch thatig, hat er bisher her>
ausgegeben: „Ds H<?FÜoo/?s 6>sc?^o
(Halle 1833), mit
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon