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Wenger, Karl Franz 280 Menger, Karl Franz
nicht irre, übernahm er die Leitung
der versuchsweise errichteten Holzschnitz-
schule in Mondsee, und dann kam er
als Lehrer an die Fachschule für Holz-
industrie in Ebensee. Nebenbei voll«
endete er mehrere Kunftschnitzereien in
Holz, die zu dem Schönsten, was in
diesem Kunstzweige geleistet wird, ge-
hören. Wir kennen und nennen davon:
die Speisezimmereinlichtung im italieni-
schen Renaissance styl für Albert Samek
in Wien, den Altar für die Kirche in
Grofsenschwandt, ausgeführt im Winter
1874/73, im nämlichen Winter, ein
Nelief: „Abendruhe einer Vauernfamilie", von
Seiner Majestät dem Kaiser angekauft;
— ein großes Relief: „Her Transport eines
erlegten Hirsches", im Winter 1873 voll-
endet und gleichfalls von Seiner Ma»
jestat angekauft; — dann ein großes
Relief, eine „Illgt!5crnr". 1876 geschnitzt,
und „Kaiserin Elisabeth zn Merde, im
Hintergründe FchluZZ GüdüIIo", 1877 ge-
schnitzt; ferner zahlreiche Thiergruppen,
vornehmlich Pferde und Rinder u. d. m.
Wenger ist in seinem Kunstzweige ein
ganz bedeutender Künstler, seine Reliefs
stellen sich den schönsten Arbeiten des
Mittelalters in dieser Richtung würdig
zur Seite. Seine Figuren haben Cha»
rakter, seine l^uuppen sind reich und
naturwahr, und sein Schnitt ist rein
und glatt.
Oesterreichische Kunst«(5 hronik. Heraus-
ttrgebcn und redigirt von Dr. Heinrich Kii b»
debo (Wien. Noiss^r und Ne:tt-nrr, 4".)
l. Jahrg.. ik?«. Nr. 4. S. 38 im Arcikcl:
„Schnihschulc".
Nenger, Karl Franz (gelehrter Theo-
log, geb. zu Salzburg am 12. März
1815, gest. daselbst am 20. November
1873). Er beendete das Gymnasium, die
philosophischen und theologischen Stu-
dien in feiner Vaterstadt und betrieb nebenbei eifrig sprachliche Studien,
darunter auch orientalische. 1838 empfing
er die Priesterweihe und trat im folgen»
den Jahre in. die Seelsorge, welche er
anderthalb Jahre (Jänner 1839 bis
August. 1840) zu Kästendorf ausübte,
worauf er als Adjunct der Theologie
am k. k. .Lyceum in Salzburg angestellt
wurde. 1843 erlangte er die theologische
Doctorwürde und noch im Februar des»
selben Jahres die Professur der Dog»
matik an der Universität Gratz, von
welcher er 1846 auf sein Ansuchen in
gleicher Eigenschaft an das Lyceum und
die theologische Facultät in Salzburg
übersetzt wurde. I n dieser Stellung war
er Mitglied der theologischen Facultäten
in Gratz und Salzburg, seit 1830 Präses
der großen lateinischen Kongregation in
letzterer Stadt und mehrmals Decan
seiner Facultat. Neben seinem Lehramte
wirkte er mehrere Male und längere Zeit
aushilfsweise in der Seelsorge mit und
führte wiederholt provisorisch die Ober-
leitung der k. k. Studienbibliothek. In
den letzten Jahren seiner theologischen
Professur erkrankte er an einem Leiden
in der Luftröhre, welches wohl nach
lange dauernder ärztlicher Behandlung
gehoben wurde, ihn aber doch besorgt
machte, daß es ihn bei einer Wiederkehr
im Vortrage hindern, wenigstens ihm
denselben erschweren würde. Als dem»
nach im Jahre 1862/63 die Scriptorstelle
an der Studienbibliothek zu Salzburg in
Erledigung kam, bewarb er sich um die»
selbe und erhielt sie auch mit Beibehalt
seines damaligen Profefforengehaltes und
Verleihung des Custostitels. Er versah
dieses Amt durch ein Jahrzehnt bis zu
seinem Tode in mustergültiger Weise. I n
seinem Fache als Theolog war er auch
schriftstellerisch.thatig, und sind von ihm
im Druck erschienen:
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon