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Wengersky lGenealoZie) 288 Mengersky Mappen)
Regiments seinem hochverehrten zweiten
Inhaber" auf den Sarg. Graf Wen-
gersky war seit 22. Mai 1835 mit der
k. k. Sternkreuzordensdame Karol ine
geborenen Freiin Roden v. Hirzenau
vermalt, doch blieb diese Ehe kinderlos.
Oesterreichisch »ungarische Wehrzeitung
(Wien. kl. Fol.) 1873. Nr. 80. S. 5: „Ne>
krolog".
Zur Genealogie der Grasen Wengersky. Rich.
tig schreibt sich diese Familie, als eine ur«
sprünglich polnische. Wsgierski. Vermuth«
lich hat sie der leichteren Schreibweise wegen
den Buchstaben s, der wie en ausgesprochen
wird. gleich mit diesem en selbst vertauscht;
an Stelle des polnischen i aber das öechische y
gesetzt, weil sie nach Erlangung des böhmi«
schen Adels sich selbst öechisiren zu sollen
vermeinte. Ueber den Ursprung der Familie
sind die Ansichten nichts weniger als fest.
Nur so viel wird.mit Bestimmtheit angege-
ben, daß sie eine oon den Wßgierski von
Wenzawa verschiedene Familie sei. Nach
dem Wappen zu urtheilen, gehört sie, zum
polnischen Geschlechte der Bel ina, welchem
unter anderen auch die Tarn owski. Poo<
horecki, Brzozowski. Wolsk i . Cze»
ch owski, Zel igowski angehören. Aus
Polen kam nach den uns zu Gebote stehenden
genealogischen Daten Albert Christoph
nach Schlesien, wo er es zum kaiserlichen
Obersten brachte und 1627 durch Heirat
das im Breslauischen gelegene Gut Nimpka
erwarb. Später wurde er Landeshauptmann.
Seine Gemalin Barbar« geborene portugall
und Vaukellm (gest. 1640) gebar ihm nebst
einer Tochter den Sohn Christoph, der
gleich seinem Vater Oberst und auch Besitzer
von Gimmel, Gellendorf und Koltzig wurde.
Gabriel von Wengersky erhielt mit
Diplom äclo. 31. Mai 1656 den alten böh«
mischen Freiherrenstand. Aus seiner Ehe
mit Iuliana Tonstanlia Gräsin von Herberstein
hatte er den Sohn Kar l Gabriel, der mit
Diplom cläo. 30. September 1714 den böh»
mischen Grafenstand erlangte. Ueberdies
besitzt die Familie das Incolat für sammt,
liche Erblande. Graf Kar l Gabr ie l war
mit Aosa Anlonia Gräsin podstaczku von pru«
finowitz vermalt, und nun geht die Stamm»
folge in nachstehender Reihe: Graf Franz
Kar l und Iosepha Amalie Gräsin praschma; Graf Gmanuel und Theresia Gräfin Franken,
bürg; Graf Anton und Nana Anna Freiin
von 5klbensk^.hrzistie. Mit Gabriel beginnt
unsere Slammcafrl und geht bis auf die
Gegenwart. Die Enkel des Grafen Anton
oder die drei Söhne des 1832 verstorbenen
Grafen Friedrich aus dessen Ehe mit Aaro»
line geborenen Gräfin Tomalis (irrin auch
5onmlis). die Grafen Friedrich, Victor
und Hugo, bildeten drei Zweige, welche mit
ihrer Nachkommenschaft aus der Stammtafel
ersichtlich nnd. — Das Majorat , welches
aus den Herrschaften Vilschowitz und Groß»
Dubensko in Ober-Schlrsien bestand, wurde
nach dem Tode des Grafen Friedrich des
Aelteren (l832) aufgelöst und in einzelnen
Gütern veräußert. — Die Ehen des Hauses
brachten dasselbe mit den ansehnlichsten Fa«
milien des Kaiserstaates in Verbindung, wir
finden darunter die Namen: Herberstein.
P odstaczky. Praschma, Frankenburg,
Henckel'Donnersmark, S te rnb era.
Hal ler von Hallerstein. Strachwitz
und andere. — Was endlich die denkwürdi»
gen Sprossen dieser Familie anbelangt, so
müssen wir uns in Ermanglung aller Nach«
richten nur auf den tapferen General Grafen
Eduard beschränken, der, eine durch und
durch ritterliche und sympathische Erscheinung,
im Felde und diplomatischen Dienste thätig,
durch eine besondere Skizze Hervorgehoden
wurde. Wobl geschieht weiter unten in
den Quellen einiger anderen Träger dieses
Namens, welche besonders für Verbreitung
des evangelischen Glaubens in Polen wirkten,
eine kurze Erwähnung, sofern über sie etwas
zu berichten ist, das für den Kaiserstaat In»
teresse darbietet. Ob aber diese zu unserer
Grafenfamil ie in verwandtschaftlichen Ve»
ziehungen stehen, was ja immerhin möglich
ist, müssen wir ob Mangels an gmealoai«
schen Urkunden gänzlich dahingestellt sein
lassen.
Wappen. Quadrirter Schild mit Herzschild.
Dieser leytere gekrönt zeigt in Roth einen
silbernen Querbalken. Die vier Felder des
Wappens weisen 1: in Gold einen schwarzen ^
Adler; 2: in Roth eine silberne Rose. aus
Welcher drei Pflugeisen in Form eines
Schächerkreuzes (Stammwappen) hervor»
gehen. 3 und 4 zeigen in Schwarz einen ein-
wärts gekehrten, ein gezücktes blankes Schwert
in der rechten Vorderpranke haltenden gol»
denen Löwen.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon