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geistreich radirte Blatter; — „Airchtag in
Nllhrrn", Nadir. 1843 (4^.) und .Fmei
Nchrnköple". Ob Wengler noch lebt
und malt, ist mir nicht bekannt. Der
Künstler ist ein nicht gewöhnliches Ta-
lent und verbindet mit einer launigen
Auffassung seiner Stoffe eine treffliche
technische Behandlung derselben. Er
malte mit Vorliebe Wirthshausscenen,
Hochzeiten, Zigeunerbanden, Jahrmärkte
u. d. m. Später — und das läßt
schließen, daß der Künstler Italien be-
sucht hatte — malte er italienische Volks-
scenen, welchen er auch mit großem Ge»
schick den charakteristischen Typus auf-
zudrücken verstand. — Na gler's „Neues
allgemeines Künstler-Lexikon" erwähnt
auch einen Wiener Zeichner und Kupfer-
siecher A . Mengter, der nach einem
Gemälde von R a n f t l das Blatt:
„Hündin mit ihren Jungen in eincr AM schalt''
(gr. Fol.) galvanographirte, das aus
F. Theyer's Laboratorium in Wien
hervorgegangen.
S o n n t a g s b l ä t t e r . Herausgegeben von
I>5. Ludw g Äug. Frank l (Wien, 8°.)
l346. Kunstblatt Nr 2, ; i«<?. Kunstblatt.
Nr. l l , beide Male in dm Besprechungen der
„Kunstausstellungen". — Vo rstadt < Zc i-
tung (Wien) 1863. Nr. l l l , im Feuilleton.
— Kataloge der Iahresausstellungen der
k. t. Akademie der bildenden Künste bei
St. Anna in Wien (8".) 4843. 1844. 1843.
i846, 1839. — Monl l tsaus stell un gen
des österreichischen Kunstvereines Jänner 1833.
Mai und Juni 1836. December 1368. October
1869. — Die Künstler aller Zeiten
und Vö lker . . . Begonnen von Professor
Fr. Mül ler , fortgesetzt und beendigt von
Dr. Karl Klunzinger und A. Seubcrt
(Stuttgart 1864. Ebner und Seubert, gr. 8«.)
Bd. I I I , S. 832.
WtNgraf, Moriz (Journalist, geb.
zu Nikolsburg in Mähren 26. No-
vember 4830). Nachdem er die philoso-
phischen Studien beendet hatte, wendete
er sich dem in den Fünfziger-Jahren durch die grundlegenden Arbeiten von
Moriz Carriere, Gervinus, Rosen-
kranz und Bischer völlig umgestalteten
Zweige der historisch - ästhetischen For-
schungen zu. Mehrere Arbeiten in deut--
schen Zeitschriften brachten ihn in Ver-
bindung mit der Publicistik. Beim Er-
scheinen des Februar-Patentes (26. Fe>
bruar 1861) gehörte er zu jener damals
noch kleinen Gruppe deutscher Politiker
und Schriftsteller, die gegen die Oo
troyirung der Februar-Verfaffung für die
Lander der ungarischen Krone auftraten
und das von der centralistischen Schule
— welche freilich die Erhaltung des Ge»
sammtstaates als des einzigen bei Ver»
Wickelungen, die ihn von außen bedroh-
ten, widerstandsfähigen ins Auge gefaßt
hatte — aufgestellte Princip der Rechts«
verwirkung der ungarischen Verfassung
auf das lebhafteste bekämpften. Im
„Frankfurter Journal", damals das ge-
lesenste ausländische Blatt in Oesterreich,
vertrat er diesen politischen Gedanken
mit ebensolcher Lebhaftigkeit als Conse-
quenz. Von 1860-1861 führte er die
Chefredaction des „Mährischen Korre-
spondenten", wurde aber bald darauf
von seinen politischen Freunden — den
deutschen Autonomisten — nach Gratz
berufen, um dort die Leitung des politi-
schen Blattes „Der Telegraph" zu über-
nehmen. Daselbst blieb er als Heraus-
geber und Redacteur genannten Iour»
nals nahezu sechs Jahre thätig. Wäh-
rend dieser Zeit gewann die anfangs
kleine Fraction der deutschen Autono-
miften immer mehr und mehr an politi-
schem Ansehen und an Zahl, bis sie nach
dem Sturze Schmerling's (27. Juli
1865) und der energischen Bekämpfung
des Belcredi'schen Sistirungspatentes
zur maßgebendsten Partei des deutsch»
! liberalen Bürgerthums in Oesterreich
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon