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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
Seite - 291 -
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Mengraf 291 Wenig wurde. Wengraf war nicht blos der publiciftisch berufene Dolmetsch der Par> ^ei, sondern nahm an den hervorragend« sten und wichtigsten Phasen der Ent- wickelung der heimischen Verfassungs« Zustände einen bestimmenden Antheil. Nicht nur die Lineamente, welche die Selbständigkeit der Landesverwaltungen der einzelnen Gebiete West»Oesterreichs begrenzten, sowie die Kräftigung einer starken Centralgewalt sichern sollten, wurden in dem politischen Programme der deutschen Autonomisten firirt, son- dern durch eingehende Verhandlungen mit den Wortführern Ungarns die Grund- züge des Dualismus — allerdings in vielen Stücken wesentlich abweichend von den spater durch den Grafen Beust überhasteten Vereinbarungen — fest- gesetzt. I n dieser Phase der Entwick- lungsgeschichte Oesterreichs griff Wen» graf sowohl durch sein.Iournal „Tele> graph", das damals für die Kreise der österreichisch'deutschen Politiker richtung« gebend war, sowie durch seine persön« liche Bekanntschaft und seine Verhand- lungen mit den maßgebenden politischen Wortführern der beiden Reichshälften bedeutsam in die Entwicklung unserer konstitutionellen Verhältnisse ein. Mit der Herstellung des Dual ismus — diesem ersten Axtschlage auf den durch die Jahrhunderte festgestanomen öfter- reichischen Gesammtstaat — mußte die Partei der deutschen Autonomisten aus ihrer Besonderheit heraustreten. Gratz hörte auf, das politische Mekka zu sein, das es eine Zeit lang gewesen, und der „Telegraph" hatte keine Berechtigung mehr, eine höhere politische Mission ^u beanspruchen. Wengra f übersiedelte nun 1871 nach Wien, wo er die Redac» tion der „Conftitutionellen Vorstadt-Zei- tung" übernahm. Diese führte er bis zum Herbst 1836; als um diese Zeit die Zerwürfnisse in der Redaction des „Neuen Wiener Tagblatt" den Austritt des bis- < herigen Chefredacteurs Moriz Szeps IM . XI.II, S. 117) zur Folge hatten und dieser ein neues Blatt unter gleichem Titel gründete, wurde als Chefredacteur des alten Moriz Wengraf berufen, in welcher Stellung derselbe zur Zeit sich befindet. Deutscher Literatur.Kalende'r für das Jahr 4884. Herausgegeben von Joseph Kürschner (Berlin und Stuttgart, W. Sp5< mann. 32".) VI. Jahrg.. S. 286. — Wiener Rothbuch. Kalender für t872. Heraus» gegeben von Karl Linder und F. Groß (Wien. 8<>.) S. 233. Sein Artikel: „Parla. mentarismus und Volkswirthschafc" ist ein Stück seines politischen Glaubensbbekennt» nisses. Wenig, Johann Baptist (Priester der Gesellschaft Jesu, geb. zu Neudorf bei Kuttenplan in Böhmen 1826, gest. zu Innsbruck am 23. October 1873). Er trat 1844, damals 18 Jahre alt, zu Gratz in den Jesuitenorden. Für den» selben zu Linz und Wels ausgebildet, wurde er 1832 Priester, 1834 Professor am bischöflichen Gymnasium zu 3mz, 183? ordentlicher Professor für biblische Einleitung, Archäologie und orientalische Sprachen am Iesuitencolleg und an der theologischen Facultät in Innsbruck, an welcher er dann die Dekans, und Rectorswürde, letztere dreimal, 1863, 1866 und 1869, bekleidete. Seine ge« lehrte Specialität war das Arabische und Syrische, und er beschäftigte sich in der letzten Lebenszeit mit Abfassung einer arabischen Grammatik. Mehr aber als durch diese' gelehrte Beschäftigung drang sein Name durch einige philosophisch« theologisch-polemische Schriften in die Oeffentlichkeit, denn Pater Wenig war ein ganz entschiedener streitbarer Kämpfer 19*
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Band 54
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Weil-Weninger
Band
54
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1886
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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