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Zanchi, Alexander 456 Zanchi, Alexander
biet der dramatischen Dichtung, und nicht
weniger denn lO3 Bühnendichtungen
flössen aus seiner Feder, von denen wohl
58 übersetzt oder ganz umgearbeitet sind
aus dem Französischen und Spanischen,
9 ältere aus dem Italienischen neu für
die Bühne bearbeitet, 38 aber, und
darunter 9 musicalische Dramen, Origi-
nale sind. Die meisten derselben fanden
großen Beifall, mehrere sind auch im
Druck erschienen, und ein großer Theil
erhielt sich bis auf die Neuzeit auf dem
Repertoire der italienischen Schauspieler«
truppen. Außerdem schrieb Zanchi viele
Canzonen, Sonette und komische Ge-
dichte, darunter mehrere im Venetianer
Dialekt. Aber nicht bloß die Stücke für
die Bühne übersetzte er aus dem Spa-
Nischen, sundern auch die castilischen No-
vellen von Michael Cervantes, die
berühmtesten Stücke von Lopez de
Vega, Sol is, Velez, Guerrara,
Matos Fragoso und Calderon de
la Barca, so daß er im Ganzen über
himdertneunzig dramatische Dichtungen
aus dem Spanischen für die italienische
Literatur bearbeitet hat. Von seinen
Originalwerken ist unter zahlreichen Er»
zählungen, Novellen u. dgl. zu nennen
ein N oman „^>6 aVVsn/uT-s <Fs/ Ha?-ons
ck' H'^ aT-T-s". Im Jahre 1831 meißelte
der berühmte Venetianer Innoc. Frac-
ca ro l i die überlebensgroße Büste
Zanchi's, der das Alter von nahezu
80 Jahren erreichte.
äsl
üv<!0l0 XVIII <i 6ä' colltLNpoi-knei (Veue i^a.
t8:l8, ti^o^r. 6i ^.iviLopoli, z;r. 8«.) Vol. VI,
Zanchi, Joseph von (gelehrter Je-
suit, geb. zu Fiume in Istrien am
23. August 1710, gest. in Görz 4786).
Nachdem er in Görz und dann in Wien die Schulen besucht hatte, trat er,
13 Jahre alt, in letzterer Stadt in den
Orden der Gesellschaft Jesu, erlangte
nach abgelegten Gelübden die Doctor»
würde der Philosophie und Theologie
und wurde im Zehramt verwendet,
in welchem er zu Gratz Redekunst, zu
Görz Philosophie, zu Wien an der Aka»
demie und im Theresianum Moraltheo«
logie, Polemik und Dogmatik vortrug.
Nun versah er Rectorftellen an den Col>
legien zu Görz, Passau, Gratz und
Wien. Nach im Jahre 1773 erfolgter
Auflösung des Ordens zog er sich nach
Görz zurück, wo er auch starb. Außer
einem lateinischen Festgedicht anläßlich
der Geburt des Erzherzogs Joseph
174l gab er im Druck heraus: „ ^ l -
(Visnnas 1747, Xaliwoäa, 8".); —
1748,
^oas", I>ai-s 2".' (id. 1748, 8«.), der
erste Theil ist von Siegmund Vorster
M . I.I, S. 299, Nr. 2^ j in Gratz im
Jahre 1747 herausgegeben worden; —
" (id. 1748, 4"., eäitio 3 >',
1733); —
, toiui I I I (id. 1730, 4^.; oäit. 3 !',
1733); — „^nsi^t^l0?«t
(id. 1734, i'lNttner, 40.); —
(id. 1733, 4".).
Nach Aufhebung seines Ordens hatte
Zanchi eine Domherrnstelle in Görz
erhalten.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon