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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59
Seite - 163 -
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Seite - 163 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59

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Zang, August t63 Augilst folge, welche er mit seiner Bäckerei er> zielte, ungemein günstige und die Kitks (Kipfel) äs Visnns infolge ihrer Güte bald so beliebt, daß die hohe Aristokratie selbst in ihren Wagen vor der Bäckerei vorfuhr und sich das Gebäck holte. Das pain Vienliois hatte gesiegt. Nachdem das Unternehmen in regelmäßigen, Gang gesetzt war — Schwarzer hatte nicht lange dabei ausgehalten — wendete auch Zang, ohne.eben seine Bäckerei aufzugeben, anderen Interessen, und zwar vornehmlich der französischen Iourna listik seine Aufmerksamkeit zu. Er lernte Emil de Girard in, den Vater der Iour nalistik in ihrer Entartung kennen, der 4836 die Zeitschrift ^ a . ?i-6536« ge» gründet und mit seinem Blatte um den halben Preis gegen die früheren Pariser Journale das Doppelte an Raum und Inhalt bot. Auch die Bekanntschaft mit Dr. Leopold Landsteiner, der damals Pariser Correspondenzen für deutsche Zei- tungen besorgte, blieb nicht ohne Ein« Wirkung auf Zang, und als dann im März 1848 die Wiener Bewegung aus- brach und die Journale die Nachricht brachten, daß Mette rnich gestürzt, die Censur abgeschafft und die Verfaßung bewilligt sei, machte er sich sofort auf den Weg nach Wien, ließ aber einst» weilen seine Familie, die ihm erst später dahin nachfolgen sollte, in Paris zurück. Seine Neise nach Wien hing mit dem Entschlüsse zusammen, daselbst die ver« änderten Verhältnisse zu benutzen und ein politisches Blatt zu gründen. Erst aber wollte er die öffentliche Meinung sondiren, und so ließ er zwei Flugblätter m die Winde flattern, worin er sein 'Glaubensbekenntniß niederlegte. Der Titel deS einen hieß: „DbenZkrage tiir die i5wrlichi5ch-nn8llri5che Mlll!llrchie" (8 S., 8^.) mit dem Datum des 8. April bei den G h e l e n'schen Erben gedruckt; jener des zweiten lautete: „Nie CunZtitutinn nnd die Gharwache" <ohne Druckort, 8"., 4 S.j. worin er den Minister Pi l lersdorf f scharf angriff und mit den Worten schloß: „Keine Constitution, aber eiuen consti- tuirenden Reichstag! Dann erst denkt an den Anschluß an Deutschland." Ob diese Flugschriften, derm erstere durch die darin ausgesprochenen politischen Ideen besonders merkwürdig, in der Fluth von Pamphleten, Libellen, Flugblättern, Pla- caten u. d. m. jener Tage überhaupt be> merkt worden, entzieht sich unserer Erin- nerung. Im Mai kehrte Zang noch einmal nach Paris zurück und verkaufte sein sonst blühendes Geschäft unter ziem» lich ungünstigen Bedingungen, dann eilte er nach Wien zurück, wo er gerade in den Barricadentagen vom 26. und 27. Mai wieder eintraf. Nun erst ging er an die Vorbereitungen eines Iour» nals, wie ihm als Muster Girar- d i n's „I^H I>l688ü" vorschwebte. Dies aber war keine Sache, -die sich im Hand« umdrehen bewerkstelligen ließ. Durch seinen Eintritt in den Club der Volks- freunde, der im Saale „zur Kaiserin von Oesterreich" (Weihburggaffe Nr. 906) seine Zusammenkünfte hielt, kam er mit den Vertretern der meisten Wiener Iour« nale zusammen und suchte nach verfehle« denen Seiten Verbindungen anzuknüpfen. Dort traf er auch zwei alte Bekannte: Ernst von Schwarzer und Leopold Landsteiner. Letzteren gewann er für sein Unternehmen. Am 16. Juni erschien die erste Nummer der „Kleinen Reichs« tagszeitung zur Belehrung des Volkes" mit dem Motto; „Freiheit des Glau- bens — Unverletzlichkeit des Rechtes der Besprechung", gedruckt bei Blasius Höfe l , als deren verantwortlicher Re« dacteur er genannt war. Aber das Blatt
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Wurmser-Zhuber, Band 59
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Wurmser-Zhuber
Band
59
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1890
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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