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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59
Seite - 164 -
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Zang, August 164 Zang, August erlebte nur fünf Nummern, deren letzte am 2t). Juni ausgegeben wurde. Das aber war nur eine Mystification, von welcher er selbst nichts wußte, wie es Helfert in seinem Werke „Die Wiener Journalistik im Jahre 1848" S. 102 nach Zang's eigener Mittheilung be« lichtet. Das epochemachende Blatt ,Die Presse" erschien erst mehrere Wochen spater am 3. Juli mit gleichem Motto wie die „Kleine Reichstagszeitung", und daselbst erscheint August Zang als Herausgeber und Leopold Landsteiner als verantwortlicher Redacteur, und das Blatt wurde in der Druckerei der samt» lichen) „Wiener Zeitung" bei den Ghe« l e n'schen Erben täglich, einen Bogen stark, gedruckt. Was nun die speculative Seite des Blattes und seine Stellung zur übrigen Journalistik des Jahres 1848 betrifft, so verweisen wir darüber auf das oben genannte Buch des ßreiherrn von Helfert, der das ausführlich ve- handelt und überhaupt noch Manches über Zang's Verhalten im Jahre 1848 mittheilt. Wir können uns nun, nachdem wir die wichtigste That im Leben Zang's ausführlich dargestellt, im Folgenden kürzer fassen. Die Haltung, welche das bis dahin streng conservative Blatt in der den Octobertagen folgenden militari- schen Reaction einschlug, veranlaßte (Decret vom 8. December) 1849 deffen Verbot. Zang machte nicht viel Um» stände und übersiedelte mit seiner Zei» tung nach Brunn, wo kein Belagerungs» zustand dem Erscheinen derselben ent> gegenstand. Er kehrte später, nachdem die Verhältnisse milder geworden, nach Wien zurück, wo er in seinem Blatie mit- unter eine Haltung annahm, die ihn mit dem Preßgesetz in mehrfachen Conflict brachte, wie es die Preßproceffe, welche Saphir, Friedmann, Chiolich, Seb. Brunner und Andere gegen ihn anstrengten, beweisen. Warrens be. zichtigt Zang in einem entschiedenen Artikel geradezu der Käuflichkeit, Sit ter steht nicht an, „die Presse" der Sechziger - Jahre das cor rupteste B l a t t in cor ruptester Zeit zu nennen und hält Zang dessen eigenen Ausspruch entgegen: „Meine Zeitung ist ein Kramladen, ich verkaufe Publicität!" Zuletzt brach zwischen den Leitern des Blattes ein so entschiedener Zwiespalt aus, daß sich zwei Hauptbetheiligte des» selben, die Redacteure Friedländer und Etienne, von dem Unternehmen trennten und ein eigenes Blatt, die „Neue Freie Presse", im September 1864 ins Leben riefen. Mit den Ausscheiden» den trat ein nicht geringer Theil der bis- herigen, und zwar besten Mitarbeiter zur Redaction des neuen Blattes über, und seit dieser Zeit erschienen die alte „Presse" und die „Neue Freie Presse" als zwei ge- trennte selbständige Organe. Zang war bereits 1861 in den niederösterreichischen Landtag und als im nämlichen Jahre die Wahlen für den neuen Gemeinderath der Großcommune Wien statthatten, in dem II I . Wahlbezirke (Landstraße) in den- selben gewählt worden. Ueber die ihm als Landtagsabgeordneten zukommenden Diäten hatte er für die abgelaufene Ses- sion 4863 verfügt: daß die Interessen einer fünfpercentigen Staatsschuldver» schreibung von 4000 fl. einem zum 3. Bezirke gehörigen, der Unterstützung bedürftigen würdigen Schüler der in diesem Bezirke befindlichen Oberrealschule als jährliches Stipendium zuzuwenden seien. 1867 verkaufte er die „Presse" und vertauschte die Stellung des bis» herigen Iournaleigenthümers mit der eines Bankleiters, gründete in Wien die „Vereinsbank" und blieb an der Spitze
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Wurmser-Zhuber, Band 59
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Wurmser-Zhuber
Band
59
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1890
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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