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Jannovich, Stephan 169 Zannovich, Stephan
frommen Schulen, wo er dem Zweck,
dessellben gemäß im Lehramte Ver-
wendung fand. Er kam nach Wien
wurde Professor der mathematischen und
philosophischen Disciplinen und später
Professor der Theologie für die Zöglinge
feines Ordens am Löwenburg'schen
Convicte daselbst. Im Druck erschienen
von ihm: „AneFssl's nis^i'?«
ssettNt^m (?H?^6s2'u?n" (ViknnÄO 1734)
und y^ssST^eONSs 6aN0722<?0»,
(ib. 1739). Er findet sich auch Zankl
geschrieben.
Schaller (Iaroslaus). Kurze Lebensbeschrel
bungen jener verstorbenen gelehrten Männer
aus dem Orden dcr frommen Schulen, die
sich durch ihr Talent und besondere Ver«
dienste u. s. w. ausgezeichnet haben (Prag
179!). Gerzabek. 8°.) S. 447. — Oester
reichische Nat ional « Encyklopädie
von Gräf fer und Czi«kann (Wien l832,
8".) Bd. VI, S. 217.
ZllNNovich, Stephan (Abenteurer,
geb. zu Pastrovich, einem an der
Grenze Montenegros gelegenen dal-
matinischen Küstenorte, am 18. Februar
1731, nahm sich im Kerker zu Amster-
dam am 23. Mai 4786 das Leben).
Einer der merkwürdigsten, waghalsigsten
unt> unternehmendsten Abenteurer der
zweiten Hälfte des 48. Jahrhunderts,
der einem Grafen St. Germain, Gra-
fen Cagliostro, Prinzen Iustiniani,
Dynasten von Chios, Prinzen Vincen-
tius von Magnocavallo und dem
berüchtigten „Polakenfürsten", welcher
, zu Ende des 18. Jahrhunderts in Offen»
bach nächst Frankfurt a. M. eine so
große Rolle spielte, nichts nachgibt und
während die Genannten in Geschichte,
Romanen und Dramen ausgebeutet wor-
den, geradezu vergessen ist. Sein Vater
Antonio war ein Krämer slavischer
Abkunft, der in Budua seinen Kram- Handel betrieb, und Stephan einer
von drei Söhnen, von denen die beiden
anderen Przemislaus und Aleran-
der auch eigenthümliche Schicksale hatten»
welche jedoch von denen Stephans
weit übertroffen wurden. 1766 begab
sich der Vater mit seiner Familie nach
Venedig, wo er einen Handel begann,
nebenbei sich aber auf das Hazardspiel
verlegte, als Falschspieler glänzende Ge>
schäfte machte, bis man ihm hinter seine
Schliche kam, ihn festnahm und des
Landes verwies. Mit einem im Spiele
gewonnenen nicht unansehnlichen Ver-
mögen kehrte er heim und kaufte Län»
dereien, unter andern auch den Ort Pa-
strovich, wo er sich niederließ, wahrend er«
seine beiden alteren Söhne Przemis-
laus und Stephan nach Padua
schickte, um sie dort die Universität be«
suchen zu lassen. Sein später geborener
dritter und jüngster Sohn Alexander,
von seiner zweiten Frau, einer geborenen
Marko wich, sollte, nachdem die beiden
älteren trotz ihrer Studien wenig Glück
gehabt, keinen Unterricht erhalten. Der
älteste, Stephan, mit nicht gewöhn-
lichen geistigen Anlagen begabt, studirte
mit großem Eifer in Padua und mit
seltener Rednergabe — die ihm auf
einen abenteuerlichen Zügen sehr zu
Statten kam — verband er ein ungemein
geschmeidiges Benehmen, das ihm bei
einem einnehmenden Aeußern seine
Unternehmungen wesentlich erleichterte.
Nach beendeten Studien begab er
sich zu«
nächst nach Venedig und von da in
feine Heimat. Aus dieser unternahm
er in das nächstgelegene Montenegro
den ersten Ausflug und dort auch die
erste Probe seiner Täuschungen, deren
Gelingen seinen abenteuerlichen Sinn
förderte. I n Montenegro gab er sich
ür keinen Geringeren als den Czar
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon