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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59
Seite - 179 -
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Seite - 179 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59

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Zapf 479 Zapf wandten schickte, bei dem er das Bader- gesckäft erlernen sollte. Dazu zeigte aber der Knabe nicht die geringste Lust. Er kehrte nach Mondsee zurück und trat bei dem dortigen Thurnermeister in die Lehre, bei dem er einige Tänze auf der Violine praktisch herabstreichen lernte, während ihn die Gesellen in mehreren Blas» Instrumenten unterwiesen, was ihm in der Folge sehr zu Statten kam. Auch fand er Gelegenheit, bei dem Organisten, in dessen Hause er wohnte, etwas Clavier zu spielen. Als er aber im dortigen Be- nedictinerstifte einige Tonstücke von Hasse, Graun, Händel , Bach und dann mehrere Haydn'sche Symphonien zu Gehör bekam, ging ihm denn doch Wesen und Bedeutung der Tonkunst auf, und er wurde inne, daß er nun erst an fangen müsse zu lernen, obgleich er schon damals sich in der Komposition von Tänzen, wie Menuets, Marschen, Ter> zettten u. s. w. versuchte. So mit einigen praktischen Kenntnissen in der Musik aus» gerüstet, ging er, 18 Jahre alt, auf Wan- derung, spielte da und dort um gewöhn» lichen Lohn, bis er 4780 nach Stockerau kam, wo sich ein Geistlicher des jungen Musikers annahm und ihm einigen Un- terricht — darunter im Latein — er,» theilte. 1784 ging er nach Wien, erhielt eine Hofmeisterstelle, in welcher er sich in jeder Hinsicht gut befand und Andere bildend, sich selbst bildete. Als aber die Familie, in der er lehrte, Alles verlor, stand er selbst wieder brodlos da. Dies geschah 1789. Darauf wendete sich Zapf an den Siadtthurnermeister und zugleich Theaterdirector Glöggl in Linz, bei dem er in der Oper am Clavier Befchäf» tigung fand. Während zweier Jahre lernte er so alle Opern aus der Partitur accompagniren. Dadurch bereicherte e.r seine eigenen Ideen, gewann eine mufi- calische Vielseitigkeit und wagte sich selbst an die Composition einer Oper. Als er diese dem berühmten Abbä Städter zeigte und ihm derselbe begreiflich machte, daß ihm ja alle Kenntniß des General» basses mangle, machte er sich sofort an das Studium der besten Contrapunctisteii und drang in die Arbeiten Kirnber- ger's, Albrechtsberger's, Kocb's und anderer Meister des Kontrapunkts ein. So ausgerüstet, schrieb er eine zweite Oper, „Die Geifterseherin", na cd einem Text von Richter, die ungeachtet des mißlungenen Textes doch allgemein gefiel. Nun bearbeitete ihm ein Mitglied des Linzer Theaters, Namens Braun, einen Text aus „Tausend und eine Nacht", betitelt „Schecheristani". Au.b diese Oper gefiel sehr, aber der Brand, von welchem Linz heimgesucht wurde, traf auch das Theater, so daß Zapf einem Rufe nach Brunn als Capell- meister der dortigen Bühne folgte. Die für dieselbe geschriebene mit bedeutenden Musikkraften aufgeführte Cantate „Die Gewalt der Musik" erfreute sich wie die vorgenannte Oper, die er auch darstellen ließ, großen Beifalls. Aber diese ein» zelnen doch von der Laune de5 Publi» cums abhängigen Erfolge sicherten ihm nicht den Lebensunterhalt für sich und seine Familie, und so begab er sich 1806 nach Wien und lebte daselbst von Musik« unterricht, in welcher Thätigkeit er noch 1820 sich befand. Seine Compositionen, welche theils gedruckt, theils aber Manu» script gebieben sind, folgen hier. Uebersicht der gedruckten und in Sandschrist hinterlajstnen Compositwüen des I. N. «Zapf. „Variationen für das Pianoforte in 2)A". — „Variationen für das Pianoforte in F« auf das bekannte 3ied: Hs /^üc -^i lilt^c/i cii'<^" (180l). — „Variationen für das Pianoforte in DA über die Galopade". — „Sonate Nr. i für das Pianoforte in QA". — „So- 12*
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Wurmser-Zhuber, Band 59
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Wurmser-Zhuber
Band
59
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1890
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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