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Zappert, Georg 188 Zappert, Georg
Erziehung und gelehrte Bildung auf
dem Gymnasium in Pesth und an der
Universität zu Wien. Das begonnene
Studium der Medicin gab er nach seinem
5829 erfolgten Uebertritte vom Juden-
thum zur römisch'katholischen Kirche auf
und wandte sich nun jenem der Theo»
logie zu, aber schon im zweiten Jahre
verlor er nach schwerer Krankheit das
Gehör, und so sah er sich genöthigt, die
theologische Laufbahn zu verlassen. Von
nun an lebte er in Wien ziemlich abge-
schieden von der Welt seinen Lieblings»
studien, der Erforschung der Vergangen«
heit, insonderheit der mittelalterlichen
Zustände. Zu diesem Behufe unterzog er
sich den mĂĽhevollsten Arbeiten, so unter
Anderem zog er für seine „Collectaneen
zur Geschichte der Cultur, Literatur und
Kunst»im Mittelalter" die ganze große
Sammlung der ^.ota. sanotoruna aus
und verwerthete, wie es in einem ihm
gewidmeten Nachruf heißt, „mit einem
oft an Spitzfindigkeit grenzenden Scharf
sinne das darin gefundene Material" zu
seinen Zwecken. I n seinen Darstellungen
der so gewonnenen Resultate verband er
mit einer ausgebreiteten Belesenheit die
Gabe geistreicher scharf eindringender
Auffassung und Combination. Mit Aus»
nähme zweier selbständig erschienenen
Arbeiten veröffentlichte er Alles in Fach-
blättern. So erschienen von ihm: „5Na
Z. / ' s^ i ' 4^e<?<ta>z?2' zum ersten Nule heraus-
gegeben 2U5 einer Handschrift be5 XIV. Jahr-
Hunderts" (Wien 1839, 8".); — „6?-a-
VUT'S sn, öo/s cltb ^ / / . s«s<??s" (Visnns
4837, ?ol.); — im Kaltenbaeck'schen
„Archiv für Geschichte u. s. w.": „Ueber
einige Glasschildereien im Chorherren»
stifte Klosterneuburg" ^1836. S. 37
u. f.); — „Büchermalereien im Psalte-
rium des h. Leopold und in anderen
Handschriften der Bibliothek des Chor» Herrenstiftes Klosterneuburg"
S. 263 u. f.); — .Ueber den 2. Band
von Gervinus' Geschichte der poeti«
schen Nationalliteratur der Deutschen"
» den „Blättern für Literatur" l836
S. 403 u. f.); — in den Blockhaus''
schen „Blättern für literarische Unter«
Haltung": „Ueber des Dr. C. Hock
Gerbert oder Papst Sylvester II."
^1337, S. 136 u. f.); — in Pletz'
„Neuer theologischer Zeitschrift": „Be-
sprechung ĂĽber ^ ^ 2 ? " l4839, Bd. II ,
S. 372 u. f.); — in den „Oesterreich!-
schen Blättern für Literatur und Kunst"
von Adolf Schmidt: „Ueber die
insonderheit in deutschen ChoralbĂĽchern
vorkommenden Neumen" j^IV, 1847
Nr. 164, S. 63 l), — in den „Denk-
schriften der kaiserlichen Akademie der
Wissenschaften philosophisch » histoH'cher
Classe": „Virgil's Fortleben im Mittel-
alter" »Id. II); — „Ueber den Aus-
druck des geistigen Schmerzes im Mittel-
alter" M . V, S. 73—136) ; — in den
„Sitzungsberichten der kaiserlichen Aka»
demie der Wissenschaften philosophisch.
historischer Classe": „UeberAntiquitäten«
fĂĽnde im Mittelalter" ^1830, November-
heft); — „Stab und Ruthe im Mittel-
alter" ^1832, Iuliheft); — „Ueber
sogenannte VerbrĂĽderungsbĂĽcher und
Nekrologien im Mittelalter" M . X,
S. 417—463; Bd. Xl, S. 3—42) ; —
„Ueber das Fragment eines Ndsr äg.ti-
vu5" M . XIII, S. 97—183); —
.Ein Brieflein als Amulet" IM. XV
S. 33 l); — „Epiphania, ein Beitrag
zur
christlichen
Kunstarchäologie" Mano
XXI, S. 291—372); — „Wiens ältester
Plan" Md. XXI, S. 399—444), ihm
war es geglĂĽckt, diesen interessanten und
wichtigen Fund zu machen; — „Ueber
ein fĂĽr den Iugendunterricht des Kaisers
Max I. abgefaßtes lateinisches Ge»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon