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Zappert (Familie) Zappert (Familie)
fprachsbüchlein" M . XXVII I , S. <93
bis 28(H'. — „Ueber ein althochdeutsches
Schlummerlied" sBd. XXIX, S. 302
bis 3i4^, worüber sick mit Berliner For-
schern eine Fehde entspann, in welcher
Franz Pfeiffer für Zappert eintrat;
— im „Archiv für Kunde österreichischer
Geschichtsquellen", herausgegeben von
der kaiserlichen Akademie der Wissen»
schaften: „Büchlein, dem Herzog
Albrecht VI. von Oesterreich zuge-
sandt von seinem Caplan" >^Bd. XIX,
S. 1455 :^ — »Ueber Bademesen in
mittelalterlicher und später.er Zeit" ^Band
XXI, S. 3^. Die kaiserliche Akademie
der Wissenschaften erwählte ihn am
28. Juli 1831 zum inländischen corre-
spondirenden Mitgliede. Er starb im
besten Mannesalter von erst 33 Jahren,
nachdem er seinen Tod drei Tage vorher
auf die Minute vorausgesagt. Uebrigens
sollen ähnliche Fälle von eingetroffenen
Todesahnungen schon bei mehreren Glie-
dern dieser Familie vorgekommen sein.
feierl ich? Sitzung der kaiserlichen Äka»
demie der Wissenschaften am 30 Mai ltjftu
(Wien. Staatsdruckerei. t>") S. 89 ^In den
Acten der kaiserlichen Akademie soll sich
Z a p p e r t's Selbstbiographie finden.) —
Wiener Z e i t u n g . 1839. Nr. 29!». —
Fremden «Blatt . Von Gustav Heine
(Wien. 4".) 1867. Nr. iltt lüber den Streit,
der sich anläßlich der Aufsindung des ältesten
althochdeutschen Schlummerliedes durch Zap-
pert mit der Berliner Schule erhob.^
Die Familie Zappert. Eine ansehnliche durch
Geist und Humanität ausgezeichnete Israe»
litenfamilie. welche ursprünglich in Vöhmen.
und zwar in Prag. ansässig war, von da
aus aber sich nach Ungarn und Niederöster«
reich ausbreitete. Im Vrager Ghetto lebte
zur Zeit Kaiser Kar ls VI . ( l7 l i —t?40)
ein ärmlicher Jude Namens Israel Zap»
pert. Dessen Sohn Wol f brachte den Na«
inen zuerst zu Ehren durch seine Tüchtigkeit,
Gediegenheit des Charakters und Ehrlichkeit.
Dank dieser Eigenschaften ward ihm die Auszeichnung seiner Ernennung zum Hof>
juwelier. und als durch eine Vrrordnut?^
alle Juden aus Prag ausgewiesen wurden,
blieb er davon ausgenommen. Nach wie vor
trieb er daselbst den Iuwelenhandel, der ibm
zu einem großen Vermögen verdalf. Als aber
später die Juden aus Trebitsch in Mahren
ausgewiesen werden sollten, opferte er sein
ganzes Vermögen, um die Zurücknahme der
über dieselben verhängten Verordnung zu
bewirken. Nun war Zappert freilick ein
armer Mann. aber seinen Glaubensbrüdern
hatte er die Heimat gerettet. Allmälig arbeitete
er sich durck Fleiß und Arbeit wieder empor,
wurde Hufjuwelier Kaiser Josephs I I . ,
der ihm wohlwolllr und die Erlaubniß ge«
währte, für sich und seine Nachkommen in
Prag außerhalb des Ghetto hart neben der
Teinkirche ein Haus zu bauen, mit dem
Rechte, darin zu wohnen und Handel zu
treiben. I n der That erbaute Wol f das
Haus, das lange im Besitz der Familie blieb,
bis es durch Verkauf an den Zuckerbäcker
Köpf überging. Hatte Zappert , um den
schönen Prospect, der sich von seinBm Hause
abhob, nicht zu zerstören, immer sich llewei»
gert, einen dritten Stock, der ihm ein hübschrs
Erträgniß abgeworfen hätte, auf das bisher
zweistöckige Haus aufzusetzen, so ging der
neue Eigenthümer über diese Bedenken hin
und baute den dritten Stock, verbaute aber
damit auch die malerische Aussicht. W o l f
Zappe r t war ein großer Wohlthäter und
errichtete in seinem letzten Willen nicht
weniger denn 22 lsdhlthätige Stiftungen mir
bedeutenden Summen, welche sein Sohn und
nach diesem sein Enkel I . L. Zappert mit
Aufopferung und Treue verwalteten. I . 3.
Zappert (geb. in Prag l?95) war Vor«
steher. vieler israelitischer Wohlthätigkeits»
anftalten in Prag. Er selbst gründete wieder
mehrere Stiftungen, darunter eine, aus
welcher arme Mädchen Mitgift und Aus»
stattung erhalten, eine andere, aus welcher
eine Anzahl Kranker verpflegt werden. E.-
starb in Prag <863. Sein jüngerer Bruder
war der gelehrte Archäolog Georg, dessen
besondere Lebensskizze S. l84 mitgetheilt ist.
— Ein Sohn des I . 3. Zappert war der
Sechshauser Fabriksbesitzer August Zap»
pert, und des Letzteren Sohn ist der be»
kannte Possendichter, frühere Buchhändler
Bruno, dessen Lebensskizze S. l82 steht.
— Ein Onkel desselben ist der seincrzeit sehr
gesuchte beliebte Armenarzt Dr. Heinrich
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon