Seite - 199 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59
Bild der Seite - 199 -
Text der Seite - 199 -
Zatorski 199 Zatorski
gewählt, in welchen er auf der Unten Seite
zwischen Grünwald und Prachensky
seinen Sitz hatte und zur Partei der Föde»
ralisten gehörte, ohne sich jedoch besonders
bemerkbar zu machen. Seine Wiederwahl
fand auch nicht statt. lDer Reichsrath.
Biographische Skizzen der Mitglieder des
Herren» und Abgeordnetenhauses des öfter«
leichischen Reichsrathes (Wien <86l. Frrd,
Förster und Bruder. 8°.) I. Heft. S. 34.)
Zlltorski, Maximilian Ritter von
(Rechtsgelehrter und Mitgl ied des
Abgeordnetenhauses des österreichischen
Reichsrathes, geb. zu Sambor in Ga
lizien am 4. Mai 4833, gest. in Krakau
19. Februar 4886). Die unteren Schulen
und Gymnasialclassen besuchte er in
seiner Geburtsstadt, die noch übrigen
Classen des Gymnasiums bei St. Anna
in Krakau, wo er auch, um die Rechte zu
studiren, die Hochschule bezog. Nachdem
er dieselbe 4837 beendet und die Staats-
Prüfungen abgelegt hatte, trat er bei der
k. k. Kammetprocuratur in Krakau in
den Staatsdienst. Bis 4866 verblieb er
in demselben, während welcher Zeit er
die juridische Doctorwürde erlangte. I n
seinem Amte rückte er vom Concepts-
candidaten zum Conceptsprackticanten,
dann zum Concipisten vor und diente
als solcher auch weiter bei der in Krakau
verbleibenden Erpositur seines AmteS,
als dasselbe nach Lemberg übertragen
wurde. Im December 4866 folgte er
einem Rufe als Supplent des Professors
des österreichischen Privatrechtes an die
Iagiellonische Universität in Krakau, an
welcher er sich 4868 als Privatdocent
desselben Gegenstandes habilitirte. Im
December letzteren Jahres wurde er
außerordentlicher, im August 4870
ordentlicher Professor desselben Faches.
Ueberdies war er Prüfungscommissär
aller drei Abtheilungen der theoretischen
Staatsprüfungen und Präses-Stellver« treter der judiciellen Abtheilung. 4874
in den Gemeinderath der Stadt Krakau
gewählt, entfaltete er in demselben be-
sonders in Schulangelegenheiten die er»
spricGichste Thätigkeit. Auch wurde er.
wenn die Zeit seiner Wirksamkeit ablief,
immer wiedergewählt, so daß er zwölf
Jahre darin in verdienstlichster Weise
thätig blieb. 4877 trat er als Candidat
für den galizischen Landtag auf und
ward in denselben, wie auch in das
Abgeordnetenhaus des österreichischen
Reichsrathes gewählt. Zatorski war
in seinem Fach schriftstellerisch thätig und
schrieb außer Fachartikeln für polnische
Zeitschriften noch Folgendes: „6>Hs/mac5
«? ^awns/ Fk/ses", d. i. Von den Land»
tagen im alten Polen; diese als Inau-
guraldissertation von ihm verfaßte Ab-
Handlung erschien jedoch nicht im Drucke'
H d. i. Von dem im
Wege der Versteigerung abgeschlossenen
Kaufveitrage (Krakau 4868); — ^ o -
d. i. Allge-
meines bürgerliches Gesetzbuch für das
Kaiserthum Oesterreich (Teschen 4873),
in Gemeinschaft mit Professor v l . Franz
Kasparek. 4868 war er auch Redac«
teur der polnischen Zeitschrift für Rechts-
und politische Wissenschaften, welche von
der rechts» und staatswifsenschaftlichen
Facultät der Iagiellonischen Universität
herausgegeben wurde. I n den Jahren
4873/74 und 4380/8! versah er die
Decanwürde dieser Facultät. Als Pro«
fefsor war er, wie alle ihm gewidmeten
Nachrufe übereinstimmen, die Zierde der
Iagiellonischen Universität. Sein Vor»
trag war klar, gründlich und lebendig;
da sich seine Kenntnisse auch auf andere
Gebiete erstreckten, verstand er es, den»
selben einen besonderen Rei-z zu ver>
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon