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leihen. Wenn er sich bei seinen Studien
in die Arbeiten der Vergangenheit ver»
tiefte — und seine Bibliothek besaß
manchen antiquarischen Schatz — wid«
mete er den wissenschaftlichen ErscWnun»
gen des Tages nickt mindere Aufmerk-
samkeit und zeigte sich mit den neueren
Arbeiten seines Faches nicht weniger ver»
traut. Wie er im Interesse der Stadt-
gemeinde thätig gewesen, wurde bereits
oben gedacht. Nicht geringere Verdienste
besaß er als Abgeordneter im Reichs»
rathe. Ein gewandter Redner und als
Referent im Ausschuß brachte er mehrere
namentlich die Interessen seiner engeren
Heimat fördernde Gesetze durch und
zahlte überhaupt zu den thatigsten Arbei»
tern im Hause. I n der Vollkraft seines
Lebens, bald nach erst vollendetem fünf«
zigsien Jahre raffte ihn der Tod dahin,
eben als sein Schaffen und Walten noch
zu den schönsten Hoffnungen berechtigte.
Zlkk3^N iliku Zzrolöki uroÜ2on>....
um«-t... (Kratau illW. 8".. 24 S.) ^enthält
einen kurzen Lebensabriß und die an seinem
Grabe gehaltene Rede). — 5<?
d. i. Marimilian Zatorsti. Nach«
ruf (Krakau 1886, gr. 8«.).
Porträt. Im Holzschnitt ohne Angabe des
Zeichners und Xylographen im Krakauer
Spottblatt nUai-Ä9" <872. Nr. 2.
Zatureczky, Ladislaus von (k. k.
Major und Rit ter des Maria There-
sien-Ordens, geb. auf seiner Besitzung
gleichen Namens in der Thuräczer Ge<
spanschaft Ungarns 1731, gest. zu Mag-
lüd im Pefther Comitat am 8. Juli
1810). Der Sproß einer alten ungari»
schen AdelSfamilie, über welche Ivan
Nagy nähere Nachrichten gibt. Er trat
früh in die kaiserliche Armee, in welcher
er über ein Iahrzehent in den unteren
Graden diente, doch vor Beginn des
bayrischen Erbfolgekrieges Lieutenant im 9. Huszaren-Regimente wurde und den
Türkenkrieg als Rittmeister mitmachte.
In den Feldzügen 1796 und 1797 gab
er wiederholt Proben seltenen Muthes.
So that er sich bei Desenzano am
6. August 1796 besonders hervor, als er
in einem mit Auszeichnung bestandenen
Gefechte den französischen General Bi»
son nebst mehreren Officieren und vieler
Mannschaft gefangen nahm. I m Decem«
ber desselben Jahres auf eine Streifung
comrnandirt, führte er diese mit so viel
Umsicht und Geschick durch, daß unsere
Armee durch sechs Wochen von Seite
des Feindes völlig unbelastigt blieb. Am
7. November 1797, als unsere Armee
zum Entsatze Mantuas heranrückte und
vor Bevilacqua von dem überlegenen
Feinde zurückgedrängt wurde, warf er
sich mit seiner halben Schwadron Husza»
ren, die noch durch 40 Uhlanen verstärkt
war, auf den Gegner, der schon die
Fratta übersetzt hatte, drängte ihn über
den Fluß zurück, machte mehrere Gefan»
gene und verschaffte unserer bereits in
Unordnung gerathenen Infanterie Zeit,
sich vollständig zu sammeln und kämpf»
bereit zu stellen. Am folgenden Tage
überfiel er bei Minerbe mit seiner Schwa«
dron den wohl siebenmal stärkeren Geg»
ner, trieb ihn in die Flucht, nahm ihm
eine Kanone ab und machte 30 Gefan«
gene. Am 14. Jänner versuchte der fran»
zösische General Guyeux den Uebergang
unseres von General Provera befth»
ligten Corps über die Etsch bei Anghieri
zu hindern. Schon war dem Feinde theil-
weise sein Unternehmen geglückt, eines
unserer Bataillone zersprengt, ein Zug
Erdädy-Huszaren gefangen genommen,
da unternahm Rittmeister Zatureczky,
ohne erst Befehl abzuwarten, mit seiner
Schwadron einen Angriff auf den Geg-
ner, und zwar mit solchem Nachdruck
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon