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203 Zauner Edler von Falpatann
l izien in der ersten Hälfte des 48. Jahr»
Hunderts, gest. in seinem Kloster zu
Podkamien im Ztoczöwer Kreise Ga
liziens am 44. August 4774). Einer
armenischen Familie angehörend, wurde
er in dem berühmten Dominicanerkloster
Podkamien, das seinerzeit gegen die Ein»
fälle der Kosaken und Tataren stark be
festigt und wiederholt Gegenstand ihrer
Angriffe war, erzogen und trat zuletzt
selbst in den Orden, in welchem er die
theologische Doctorwürde erlangte und
sich ebenso durch seine Gelehrsamkeit als
durch strenge Beobachtung der klöfter»
lichen Disciplin auszeichnete. Er schrieb
in lateinischer Sprache:
". Ein»
zelne der vorerwähnten handschriftlichen
Werke befinden sich in der Bibliothek des
Dominicanerklosters zu Podkamien. Zat<
wardziatowicz war einer der streit»
barsten Manner nicht nur seines in
Ketzerriecherei und Verfolgungseifer be»
kannten Ordens, sondern der koolesia
wilitHns überhaupt; er war nicht nach
dem Beispiele des Erlösers ein Kreuz«
trager der Liebe und Demuth, sondern
leider ein Bannerträger zum Kampfe
wider die Protestanten und Juden.
ä2iei'äki«So v Maises, d. i. Geschichte des
Dominicanerordens in Polen (Lemberg 186l,
Maniecki, 3«.) Bd. I I , S. 288. Porträt. Dasselbe befindet sich im Kloster
Podkanuen in Galizien.
Zauner Edler von Falpatann, Franz
(H 0 fstatuarius, geb. zu Falpatann
in Tirol 1746, gest. zu Wien 3. März
1822). Ueber den Namen seines Ge-
burtsortes, der bald Falpaton, Feld-
peton, Kauns, Konutzberg heißt, wie
über das Jahr seiner Geburt, als welches
1746 und 1748 angegeben erscheinen,
sind die Biographen nicht einig. Das ist
bestimmt, daß er in einem unansehnlichen
Dörflein des Unterinnthals als Soha
armer Eltern geboren wurde und kaum
ein Jahr alt, bereits seinen Vater durch
den Tod verlor. Die Mutter, eine gebo-
rene Deutsch mann, widmete nun, so
weit es ihre Verhältnisse zuließen — si<:
hatte fünf Kinder — dem Sohne alle
Sorgfalt, und als ihr Bruder Joseph,
Bildhauer aus Imst, der seine Kunst in
St. Nicola unweit Passau ausübte, sie
in Tirol besuchte, versplack er ihr, sick
des Knaben, wenn derselbe Talent und
Fleiß zeige, anzunehmen und ihn in
seiner Kunst auszubilden. Nun hatte die
Mutter keinen anderen Gedanken, als
M Sohn auf seinen künftigen Beruf
vorzubereiten. Er erhielt Meißel und
andere Instrumente, Zirbelholz und als
Vorbilder Berchtesgadener Schnitzereien,
und diese thaten ihre Wirkung; was er
als Spielerei trieb, wurde allmälig Nei-
gung, zuletzt Lieblingsbeschäftigung. Als
dann ein benachbarter Bildhauer, Na>
mens Balthasar Hörer, die Schnitze»
!eien des Knaben sah, gab er ihm gern
bessere Vorbilder und nahm ihn dann
nach dem Benedictinerstift Marienberg in
Tirol, wo er gerade arbeitete. Zaun er
zählte damals zehn Jahre. Nun konnte
er auch zu seinem Onkel nach St. Nicola
gehen, der dort eine ganz ansehnliche
Werkstätte mit sechs Gesellen besaß,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon