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Zavoreo, Domenico 214 Zavrtal
Zavoreo, Francesco (Kartograph,
geb. zu Sebenico in Dalmatien, Ge«
burts- und Todesjahr unbekannt). Er
lebte in der zweiten Hälfte des 18. und
im ersten Viertel deä laufenden Jahr«
Hunderts. Anfänglich stand er als Genie»
hauptmann in Diensten der Republik
Venedig. Unter den darauf folgenden
Regierungen Oesterreichs, Italiens und
wieder des ersteren versah er die Stelle
eines Tirectors der Land» und Wasser»
bauten in Dalmatien. I n dieser Stel»
lung gab er eine in Gemeinschaft mit
dein Ingenieur Melchior! gezeichnete
Karte Dalmatiens unter dem Titel:
182l, Noiinai-i, 80.).
?. Nr. 196; S. 23.
Oi>o/a»lo^. 1.2. 0«.-
heraus. Auch ist er Verfasser der
toli X.
Nr 283. —
Nobl der Familie des Obigen angehöria und
rdenfalls denkwürdig ist der auch aus Sebe.
mco irc Dalmatien gebürtige Domenico
Zavoreo. der in der zweiten Hälfte des
Iss, und zu Anbeginn des 17. Jahrhunderts
lebte. Von Kaiser Rudolf I I . erbielt er mit
Diplom uom 13. Juli 1^85 den Adel. Da er
lange Zeit in Diensten Ungarns gestanden,
erweckte dies den Verdacht der mißtrauischen
Republik, und sie schickte ihn in Verbannung.
In der gezwungenen Muße des Erils begann
er die Geschichte seiner.Heimat Dalmatien
zu studiren. sonderte mit kritischem Blicke
das Wahre vom Falschen und vollendete so
die ,3tari2 O2lm2.<H" in zehn Büchern. Ein
Engländer Namens Bonaoentura Robert,
welcher 1338 nach Sebenico kam. lernte
Zavoreo kennen und befreundete sich mit
ihm. Schließlich beredete er ihn, genanntes Geschichtswerk drucken zu lassen, und nabm
dasselbe nach Venedia mit. Zavoceo. in
der Besorgniß. daß der Engländer sich d:e
Arbeit aneignen und unter seinem eigenen
Namen veröffentlichen könnte, unterzog sich
der neuerlichen Arbeit und vollendete sie zum
zweiten Male mit manchen Umänderungen.
Die Absicht aber. sie selbst herauszugeben,
verwirklichte er nicht. Zavoreo hat seine
ursprünglich in lateinischer Sprache verfaßte
Geschichte, von welcher sich das Original»
manuscript unter dem T'trl „vaininici 55 u-
der St. Marcus«Bibliothek in Venedig be«
findet, dem damaligen Bischof von Hsatnlo
Faustus Verant ius. einem Neffen des b?»
rühmten Oraner Erzbischofs Anton Veran«
t iüs, gewidmet. Er beginnt sie mit dem
Ursprung Dalmatiens und führt sie bis zum
Jahre 1i13 fort. 1?14 übersetzte sie Alberto
Papal i aus Spalato ins Italienische, zog
sie aber in fünf Bücher zusammen und gab
sie unter dem Titel: ^8toi-ik äilimatiiik 61
Do inLn i co 55a,vor6o uobilL 6i 8e5>s-
nioo" (<603) im Druck heraus. Ein Manu»
script der Geschichte Dalmatiens von D o«
menico Zavoreo befindet sich auch in der
Bibliothek Garagnin Fanfogna zu Trau.
Zavrtlll, Wenzel (Compositeur,
geb. zu Polet in Böhmen am 3. No-
vember <8l9, nach Anderen am 28. Sep-
tember t82l, nach Oettinger's «^lo-
niteur äes va^ä 3 l ^ ^vr." zu Kub-
low am 22. Jänner 1824). Zugleich
mit Alois Taux, Dreyschok und
Selmar Bagge fand er 1834 Aufnahme
im Prager Konservatorium, und zwar
unter der Schreibung Sawerthal .
Er bildete sich in dieser berühmten An<
stalt im Clarinettespiele aus und verließ
dieselbe !840 mit seinem Eintritt in das
Theaterorchester der Stadt Laibach. Nun
wechselte er, je nachdem er Engagement
fand, seinen Wohnort und kam 1848
nach Barcelona in Spanien, in welcher
Stadt er im genannten und folgenden s
Jahre als Professor am Konservatorium
thätig war. Dann bereiste er Spanien,
Südfrankreich und gelangte endlich nach
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon