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Zavrtal 213 Zavadil
Trieft, worauf er eine Capellmeisterftelle
in einem k. k. Infanterie»Regimente er-
hielt, in welchem er mehrere Jahre blieb.
Später soll er als Capellmeister in ein
italienisches Regiment getreten und 1863
als solcher noch in Neapel gewesen sein.
Seine näheren Lebensumftände sind uns
nicht bekannt. Zavr ta l ist nicht nur
Virtuos auf seinem Instrumente, der
Klarinette, sondern auch ein sehr steißiger
Componift, der viel für Militär-Musik-
capellen geschrieben hat. Schon wahrend
seines Aufenthaltes in Prag waren ein
paar öechische Lieder von ihm bei Robert
Veit und ein Quartett, Text von V. I .
Picek: ^6oli08lovan" in der Musik-
zeitschrift ^2ado^ im Druck erschienen.
I n Barcelona schrieb er auch mehrere
Lieder und später in Italien eine Oper
^s^st ta" , Text von Piave. — Auch
ist ein Fräulein Mathilde Zavr ta l ,
Zeitgenossin, bekannt, die, gleichfalls eine
Schülerin des Prager Conservatoriums,
sich der Bühne zuwendete, im Jahre
1870 in Italien sang und als Prima-
donna im Theater zu Pisa große Erfolge
in der Rolle der Norma, Favor i t in
und Leonore im „Trovatore" feierte.
Von dort kam sie, von Lumley enga»
girr, für die Frühjahrssaison 1871 in das
Drurylane-Theater in London, und vyn
dort war sie für die Oper in Prag an-
gekündigt. Ihre weiteren Erfolge sind-
uns unbekannt. Vielleicht ist die Kunst»
lerin eine Tochter oder doch nahe Ver-
wandte unseres Capellmeifters.
Prag er Morgenpost. <838. Nr. l87. —
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t5in. >Itz1i8 a ^05. Lei'siug.un, d. i.
Führer auf dem Gebiete öechischer im Druck
erschienener Gesänge für eine und mehrere
Stimmen (Prag t863. 12".) S. 27, Nr. 248;
S. 82. Nr. 358; S. löl. Nr. 522; S. 222.
— Pol i t ik (Wiener politisches Parteiblatt)
4870 im Februar Zawacki, siehe: Zawadzki, Ladislaus
^S. 200, m den Quellen, Nr. 6^.
Zllwadil, Gregor (Restaurator
und Vergolder, geb. zu Znaim in
Mahren 9. Mai 1829). Den Vater,
seines Zeichens Schneider, verlor er, als
er erst fünf Jahre zählte. Der Schule
entwachsen, nahm er den Kampf ums
Dasein auf, den er auch wacker ausfocht.
1842—1844 diente er bei einem Buch-
Händler in Znaim, 1844—l 848 bei
einem geschickten Vergolder in Wien.
Nachdem er noch ein paar Jahre als
Geselle gearbeitet hatte, kaufte er 1831
ein Vergoldergeschäft in Znaim und
brachte dasselbe so in Aufschwung, daß
sein Name im Kunstgewerbe Oesterreichs
ehrenvoll dasteht. Er führte von dieser
Zeit an eine große in unten benann»
ter Quelle- angeführte Anzahl Vergolder»
und Nestaurationsarbeiten meist in Kir-
chen Mährens aus. Davon nennen wir
als Hauptwerke in der Schloßcapell« M
Ungarschütz den neuen gothischen Altar
(l870), mit welchem er die von Wien
angeregten edlen Geschmacksreformen in
die Landkirchen Mährens verpflanzte',
den gothischen Altar in der Pfarrkirche
zu Zulb (1371); für die Weltausstellung
in Wien 1873 in spatgothischem Style
einen Altar, der ihm die Verdienstmedaille
eintrug, und den er um 2000 ft. an die
Kirche zu Klein-Tajax verkaufte; den
gothischen Altar nach Toba in Ungarn
(1874), einen anderen für die Kirche zu
Brenditz in Mahren (1876, 3300 ft.);
den gothischen Altar und eine gothische
Kanzel für die Dorfkirche in Lipnik
(2400 ft.) und den gropen Altar im Re>
naiffancestyl für die Kirche zu Heufeld in
Ungarn (3300 ft.).
D'Elvert (Christian Ritter). Notiz enblait
der Morisch«statistischen Section der k. k.
mährisch'schlesischen Gesellschaft zur Neförde.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon