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Adolf 220 Jan, Adolf
Polens seinerzeit interessanl.'s Vuch. Die
neben verzeichnete Quelle führt seine sämmt»
llchen Schriften an. ^ n e^ k I o z» s <i 7^'H
pa 153 2t'c nna, 2. i. Allgemeine polnische
Oncnllopädie (Warschau. Orsselbrand. 8°)
Bd. XI I , 2 ^6l und 3l>2.^ l — 7. Schließlich
sei noch eines äechischen Nrchitecturzeichners
Zawacki gedacht, dessen Zeichnung der
Kirche auf dem Karlfiein in Prag (Odrüin
l'anO n.i Xar!'»^'O v pra^o) B. Schwartze
in Holz geschnitten und das illustrirte Blatt
,^Xku.4 pr^tlu", d. i. Das goldene Prag. im
Jahr iti<»4. 2. i6A abgedruckt hat.
Zawrtlll, siehe: Zllvrtlll, Wenzel
Zlly, Adolf (Mitgl ied des ungari-
schen Reichstages, geb. in Hermann-
stadt 185N). Ewer mit der folgenden
gräflichen gar nicht verwandten sieben-
bürgischen Familie entstammend, ist er
wohl ein Sohn des siebenbürgischen
Obernotars und Hermannstädter Sena-
tors D. A. Zay, der im denkwürdigen
Jahre 4848 in den am 26. Juni ein-
berufenen verstärkten außerordentlichen
Nationalconstux als Vertreter Hermann«
staots und dann im October desselben
Jahres auch als Mitglied des von Seiten
der Sachsen errichteten Pacisications-
ausschusses wirkte. Adolf machte seine
Studien 4867—1870 mit Einschluß der
rechtswissenschaftlichen in Hermannftadt,
wo sich auch eine Rechtsakademie be
findet. Dann besuchte er die Universität
Wien, an welcher er sich 4870—1872
noch ferner ausbildete, worauf er in sein
Vaterland zurückkehrte und Advocat
wuide. Seine Tüchtigkeit als solcher
richtete die Aufmerksamkeit seiner Lands»
leute bald auf den jungen durch und
durch deutschen Rechtsgelehrten, und so
wählte ihn 1873 die Stadt Mühlbach,
4878 das Burzenländer Oberland, 4881
der. erste Wahlkreis Kronstadts in den
ungarischen Reichstag, in welchem er zur Stunde noch thatig ist. Es traf in eine
Zeit ernstester Art. Neben die altgedien-
ten Parlamentarier der Sachsen Friedrich
Kapp und C. Gebbel trat Zay m
ebenbürtiger Weise. I n der Debatte über
die Zertrümmerung des Sachsenlandes,
an der die magyarischen Chauvinisten
unablässig und mit rechtlosen Mitteln
arbeiten, sprach er muthige Worte. Gegen
die systematisch geplante und mit allen
Mitteln vorschreitende Magyarisirung
des deutschen Sachsenlandes wies er,
als 4879 der betreffende Gesetzentwurf
eingebwcht wurde, den offenen Recbts»
bruch nach. Mit scharfen Worten geißelte
er die Thatsache, daß die innere Politik
Ungarns zum Theile von Renegaten ge-
macht werde, und daß das Schmarotzer»
geschlecht der Neophyten nur dort zu
Einstuß und Macht gelangen könne, wo
das öffentliche Leben krank sei. Im
Kampfe um ihre höchsten Güter standen
im Pesther Reichstage die siebenbürgi»
schen Abgeordneten Ios. Gul l , Dr. Karl
Wolff M . I.VII, S. 297^> und Adolf
Zay Schulter an Schulter. Ein wahres
Meisterstück der Redekunst ist aber die
von Zay am 13. März 1883 gehaltene
Rede über den vom Unterrichtsausschuß
vorgelegten Entwurf des Mittelschul«
gesetzes ftgl. „Allgemeine Zeitung"
4883, Beilage 63^. welche ihrem Cha<
rakter, ihrer Gründlichkeit nach in Be-
handlung dieser für Siebenbürgen zur
Lebensfrage sich gestaltenden Angelegen»
heit nahezu als Staatsschrift gelten kann.
Mit voller Sachkenntniß, aber zugleich
mit hohem sittlichen Ernst, mit über-
zeugender Ueberlegenheit und Sicherheit
des Urtheils behandelt er darin diese
wichtige — wenn nicht wichtigste —
Angelegenheit dieser in die siebenbür»
gische Zukunft hineingezwängten Rss
Wir verweisen betreffs dieses
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon