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Iechmeifter, Alexander Victor 246 Zechmeifter von Nheinau
Zechmeister, AleranderVictor iS ch a u>
spieler und Lust spiel dichter, geb.
zu Ofen in Nngarn am 3. September
18!?, gest. in Meran am 8. October
1^77), bekannter unter dem Pseudonym
Alexander Wilhelmi. Die Zech-
meister find eine deutsche in Ungarn
ansässige Familie, in welcher mehrere
Sprossen sich bemerkbar gemacht haben.
Alexander kam, 9 Jahre alt, 1826 in
eine Erziehungsanstalt in Wien, wo er
auch das Gymnasium und die Humani-
tätsclafsen beendete und dann in eine
Buchhandlung als Lehrling eintrat. I n
diesem Berufe arbeitete er mehrere Jahre.
Aber innerer Drang und entschiedene
Begabung bestimmten ihn endlich, den»
selben aufzugeben und sich der BĂĽhne zu
wldmen. So verlieĂź er denn, 23 Jahre
alt, die kaufmännische Laufbahn, ver«
tauschte seinen Familiennamen mit dem
KĂĽnstlernamen Wilhelmi und ging
1842 in PreĂźburg zum Theater ĂĽber.
Schon im folgenden Jahre fand er Ver»
wendung in Berlin, machte dann seine
Künstlerfahrten mit der Lobe'schen Ge°
sellschaft nach Liegnitz, Glatz, NeiĂźe, trat
1845 im Hamburger Stadttheater auf
und kam 4849 an das Hoftheater in
Dresden, an welchem er 27 Jahre, bis
zu seinem 1876 erfolgten Uebertritt in
den Ruhestand, thätig blieb. Schon im
folgenden Jahre ereilte ihn der Tod.
Mit seinem Berufe verband er schrift«
stellerisches Wirken und schrieb eine Reihe
von Lustspielen, welche gesammelt unter
dem einfachen Titel „Tustspiele", 4 Bände
(Dresden 1833—l860, 8«>.) erschienen
und wiederholte Auflagen erlebten. Es
sind meistens Einacter: I.: *„Gine muss
heiraten"; — „FeLt im Gnt5chlnS5e"; —
„ÄUe sind Oglli5ten", Lustspiel in 3 Aufz.;
I I . : „Gine schöne Schwester", Lustspiel in
3 Aufz.; — „Abwarten"; — ,Gin gutes Hm", Lustspiel in 2 Aufz.; I I I . : *„Ner
lrt'.te Triumph"', — „Nlit den Nültlii nin5«l
man heulen"; — „Zn 5p'ät". Lustspiel iil
4 Aufz., nach einer Novelle von Leo
Gozlan; IV.: *„Gr hat Necht"; —
„Nnrchz Fernrohr": — „Ginr Anzeige",
Schwank nach einer vorh. Skizze. AuĂźer-
dem schrieb er „Ausgewählte Kleine 3n5t3pie!e
fiir Hans- unk OesellLchaftsthellter" (Dresden
1879). Ein dreiactiges Lustspiel „snrnck"
ist wohl aufgefĂĽhrt, aber nicht gedruckt
worden. Zechmeister's StĂĽcke zeichnen
sich durch einen freien Dialog und heitere
Situationen aus, die oben mit einem
Sternchen (^) bezeichneten haben sich bis
heute auf den deutschen BĂĽhnen erhalten
und selbst in England, Dänemark und
Amerika ein dankbares Publicum ge-
funden.
Kurz (Heinrich). Geschichte der neuesten deut»
scheu Literatur von 1830 bis auf die Gegen»
wart (auch als 4. Bd. der Geschichte der
deutschen Literatut des Verfassers) (Leipzig
1872. B. G. Teubner. schm. 4«.) Seite 524
— Brummer (Franz). Lerikon der deutscken
Dichter und Prosaisten des neunzehnten Iadr-
Hunderts (Leipzig 1885. Reclam Mu., 12".)
Bd. I I , S 489 (Neclam's Universal.
Bibliothek. Nr, I88l—1990). — Der lite.
rarische Verkehr. 1870. April Nr. 4,
Beilage: „Dresdener Schriftsteller".
Zechmeister von Rheinau, Theophil
Joseph Freiherr (k. k. Generalmajor,
Ri t ter des Maria Theresien-Ordens,
geb. zu PreĂźburg in Ungarn 4766,
gest. zu Wien 29. September 1819).
Er trat, 17 Jahre alt, als Cadet in das
8. HuszareN'Regiment, in welchem er
wahrend des Türkenkrieges 1788—1790
zum Oberlieutenant befördert ward. Im
Feldzuge 1793 gegen Frankreich bereits
Hauptmann im Generalstabe, wurde er
1799 Rittmeister im 9. Huszaren.Regi-
mente, 1800 Major im 2. Chevaux
legers>Regitnente, in welchem er 1803
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon