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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59
Seite - 254 -
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itz, Joseph Christian 264 Zedlitz, Joseph Christian - der Sänger'König mit Entrüstung erhob). — Driesc von Zedlitz. Neue Freie Presse (Wiener polii. Blatt) 1866. Nr. 706, 710. 724. 732, 738. 748. 755. 774. 797 im Feuil. leton: „Zedlitz' Briefe an eine Freundin". ^Diese Briefe standen zurrst im Cotta'schen Stuttgarter „Morgenblatt" 1864, Nr. 6, 8, 10. 22. 27. 29. 30. 35. 42. 52; 1865. Nr. 16. 17. 26. in welchem sie von der langjährigen Freundin des Dichters, der Frau von Binzer (bekannter uncer dem Namen Ritter), welche noch zur Stunde in Aussee lebt. veröffentlicht wurden. Man lernt aus diesen Briefen den ebenso deutschen als österreichischen Poeten der vocmärzlichen Schule kennen. Eine sehr feinfühlige, wohl von Elfenkost sich nährende Kritikerseele bemerkte, daß förmlicher Küchen» duft aus diesen Briefen Einem entgegen» schlage! Wen beirrt dieser Duft, wenn er zum Menü einladet, was wirklich der Fall ist. Die Briefe sind Ergüsse vertraulichster Art. Zedlitz gibt sich darin, wie er eben ist. Die Dame konnte ja die Briefe redigiren; sie that es aber nicht und that recht daran. Der Küchenduft — aus solcher Küche — beirrt nur den Proletarier und nie den Gebildeten. Wir würden unsere Glosse unterdrückt haben . aber das Blatt, welches den Küchenduft zuerst roch. hatte gekräht, und die anderen Blätter — kritiklos und scandalsüchtig — fanden sich berufen nachzukrähen. So glaub» ten wir denn den Thatbestand richtig zu stellen und zu bemerken: daß der Küchen» gerBch. der eben nicht stört, diesen vertrau« lichen Mittheilungen an eine geistvolle Dame nicht ein I»Tüpfelchen an ihrem Interesse nehme. — Die Ehrengabe für Zedlitz. Als Zedlitz nach den siegreichen Kämpfen unserer Armee im Jahre 1848 in Italien sein „Sol» datenbüchlein" herausgegeben hatte, schickte ihm diese Armee durch einen Ofsicier des Generalstabs einen prachtvollen mit Em» blemen verzierten goldenen Kunstpocal mit einem Schreiben des höchstcommandnenden Feldmarschalls Radetzky und den Briefen sämmtlicher Generale der italienischen Armee, — Die Schlnßcaden) in /reiherrn von Zedlitz' Briefen für die „Allgemeine Zeitung". Es ist bekannt, daß Freiherr von Zedlitz viele Jahre von der Wiener Staatskanzlei bestellter Wiener Correspondent der damals in Augs« bürg erschienenen „Allgemeinen Zeitung" war. Die Schlußworte seiner Briefe lauteten stets: „Uebrigens befinden sich die Vicinal« wege Wiens noch immer im schlechten Zu» einst epochemachenden Dichtung, die den Nundgang über den Continent und jenseits über den Tcean machte, eine ausführlichere Biographie über den Dichter, welche die Münchener „Allgemeine Zeitung" jüngst («. Februar d. I.) brachte, nicht mit einer Sylbe! Das Gedicht beginnt: ^Vae?/^ «m <i»> ^loö?f/e Fe?l»s/e Vs^üsHi <?e?' 2Iim5olt7' ««/« 6?-«ü". Vorerst ließ der Elfolg, den rs gemacht, Meister Saphir nicht ruhen, und er schrieb das Gegenstück: ^/m Oa^te« eil ^.'Hc/nHT'ott/iO)!, t?a //e</i <?6^ ^ü>tt'g von //<>m.'" Tann. nachdem es in Musik gesetzt worden, legten es die Drehorgelmänner aller Städte auf ihre Walzen. Die Zahl der Com« ponisten. darunter die namhaftesten, ist Legion. Wir nennen nur die bedeutendsten: Fuchs, Hackl, Neukomm, Randhart inge r, Emil T i t l . Uebrigens sang es alle Welt. Jeder nach einer selbst erfundenen Melodie. r5 wurde in alle lebenden Sprachen übersetzt, öfter ins Französische, fünfmal ins Englische (am besten im ^loi-nws Lkroniolo" 1830), einmal ins Italienische von Augustin Anton G r u b i s s i ch (im Wiener «l'oli^rafo 5'i2ti-j»co" vom Jahre 1848, Nummer 2). Auch die darstellende Kunst bemächtigte sich drs dankbaren Stoffes, den ein deutscher Dichter den Künstlern gegeben. Raffet in Paris, Heidegger in München haben davon geistvolle Skizzen in Steindruck und Aquarell geliefert. Noch im Jahre 1854 erregte ein großes Oelbild von Dieß über diesen Gegen» stand auf der Ausstellung in Paris besondere Aufmerksamkeit und wurde uon Kaiser Louis Napoleon um 10 000 Franken angekauft. Und heute denkt keine Seele an das noch immer herrliche Gedicht. Nur ein Gedicht tonnte sich seinerzeit mit dem Erfolge der „Nächtlichen Heerschau" messen, das Rheinlied von Nicolaus Becker: ^Hi's sotten iVi«, n«?/ie Haöen/" Das hat aber auch gewirkt! Sie laden ihn wirklich nicht! — Nock sei zum Schluß erwähnt, daß das Gedicht auch paro» dirt wurde und unter dem Titel: „Das tag» liche Spectakel. Parodie der Ballade: Die nächtliche Heerschau" als 13. Beitrag zur heiteren Declamation (Wien 1841, Wimmer, gr. 8".) im Druck erschienen ist. — Ein hinterlassenes Gedicht von Zedlitz. Didas» kalia (Frankfurter Unterhaltungsblatt) 1862, Nr 88: «Ein hinterlassenes Gedicht von Zedlitz" „An König Ludwig I. von Vayern" ^anläßlich der Vergewaltigung Schleswig« Holsteins durch die Dänen, gegen welche sich
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Wurmser-Zhuber, Band 59
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Wurmser-Zhuber
Band
59
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1890
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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