Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lexika
Wurzbach-Lexikon
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59
Seite - 256 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 256 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59

Bild der Seite - 256 -

Bild der Seite - 256 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59

Text der Seite - 256 -

Zedlitz, Joseph Christian 286 Zed!iH, Joseph Christian durch alle Wälder und Schluchten singt und klingt. Zedlitz ist als Dramatiker durch weg wenig originell, als Traumdeuter aber ist er es. hier erschließt sich ihm das ganze Wesen der Poesie, und es liegt ausgebreitet wie ein krystallheller Weiher, in dem man die Steine bis auf den Grund sehen kam. ^n dem man gern im ernsten Nacksinnen sißen mag. um sich von dem rauschcnden 3chilftohr und von den lispelnden im Tonnenstrahl zitternden Wellen Ammensaqen erzählen zu lasstn. Zumeist aber ist bei der Irttten Dichtung die frische Iugendkraft bei den vorgerückten Jahren des Dichters (dieser zählte damals bereits 56 Jahre) zu bewun« h^n." — Wir schließen mit Nachweisen über andere kritische Stimmen. — Zur Kritik. Bohemia (polit. und belletristisches Prager Blatt). Redig, von F. Klutschak. 22. Jahr» gaug. 16. October 1849. Nr. 217: „Zeit. roelen". ^- Fran kl (Ludw. Aug.). Sonn« tagsblätter (Wien. 8".) I I . Jahrg.. S. 1162: „Ein Franzose (Tai l landier) über deutsche Poesie. Fre i l igrath. Heine. Zedlitz. Lenau". Von Heinrich Landes mann (Französisches Gewäsch). — Gottschall (Rudolf). Die deutsche Nationalliteratur in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahr« Hunderts. Literarhistorisch» kritisch dargestellt (Vreslau 1861. Trewendt. 3".) 2. verm. und verb. Auflage. Vd. I I I , S. 82 u. f. — Laube (Heinrich). Geschichte der deutschen Literatur (Stuttgart 1840. Hallberger. gr. 8°.) Bd. IV, S. 134 u. f. — Lorm (Hierony. mus). Wiens poetische Schwingen und Federn (Leipzig 1847. Grunow. 12".) S. 14! u. f. ssorm schließt seinen Essai über Zed> litz mit den Worten: „Mit seiner politischen Zeder aber hat er sich die Todtenkränze seines Ruhmes geschrieben". Nicht so ganz, das Immergrün der Tootenkränze kann nicht verblassen, wenn auch der Samum des Ser« viliLmus darüber streift. Schön bleibt schön unier allen Umständen.) — Menzel (Wolf» gang). Die deutsche Literatur. Zweite verm. Auflage (Stuttgart 1336. Hallberger. 8".) Theil IV, S. 227 und 347. — Seidl i tz (Julius Dr.). Die Poesie und die Poeten in Oesterreich im Jahre 1836 (Grimma 1837. ,-.",) Bo. I , S. 196 u. f. — lK ehrein m seinem Lexikon katholischer Dichter gibt am Schlüsse der biographischen Skizze von Zedlitz eine reiche Auswahl von Quellen tntischer Stimmen aller bedeutenden deut» schen Literaturhistoriker.) — Ein Deitrag 1«r Geschichte literarischer Umtriebe, Zedlitz betreffend. E i tt" F r e u n d e r z ä h l t e m i r : In einer Gesellschaft literarischer Freunde, welche sich von Zeit zu Zeit in einem Wiener Cafü zu versammeln liebte und in einer traulichen abgelegenen Ecke die neuesten Erscheinungen der Literatur besprach und auch manchmal die älieren Poeten vor ihr Forum nüchternster Beurtheilung zog, bemerkte Einer aus der Gesellschaft: „Es ist doch auffallend, wie man dem armen Zedlitz seine publicistische Thätigkeit unter Metier» nich so schwer anrechnet, da sie wrdcr etwas Anrüchiges, noch sonst Unlauteres an sich hat, denn er vertrat Staatsanfichten, wie sie auch heute vertreten werden, und wenn er auch selbst nicht mit dem Sch.Darm der Freiheits» jodler dahinraste, kann man ihn doch nicht einer unehrenhaften Gesinnung oder sonst unedlen Handlung zeihen. Es ist aber gewiß, daß. wie man ihn einst als Sänger der „Todtenkränze" vielleicht überschwänalich pries — womit ich aber nicht im geringsten diese wunderbaren Canzonen in ihrem wirklichen Werthe schmälem will — man ihn heute ebenso entweder verlästert oder aber geradezu todtschweigt, ohne daß er das Eine oder das Andere verdient." Man stimmte dieser in voller Ruhe und ohne Voreingenommenheit ausgesprochenen Ansicht allgemein bei. als Einer aus der Gesellschaft, der sich sonst meist schweigend, überhaupt mehr passiv ver» dielt, rief: Ich kenie oder glaube zu kennen die Ursache dieses auffallenden Vorganges, sie rührt von der unstillbaren Rache eines Poeten her. der Gedichte macht und nicht dichtet. Dieser Versemacher, so erzählte mir Zedlitz selbst den Vorgang, und ich halte ihn für wahr. da er dem Sänger der „Todtenkränze". der selbst M e t t e r n i c h gegenüber kein Blatt vor den Mund zu nehmen pflegte, ganz ähnlich sieht, dieser Verse» macher (Vogl?). fuhr Zedlitz fort. kesuchte mich eines Tages und im Laufe des Gesprächs . das er auf seine Dichtungen zu lenken ge» wußt hatte, legte er eine unsagbare Selbst« Überschätzung an den Tag. Ich entgegnete ihm. über diese lächerliche Dichtereitelkeit s geradezu empört, mit jener Offerheit. die ich nun einmal nicht los werden kann: Mein Freund, Sie dichten ja nicht, Sie machen Gedichte. Sie winden und binden, sie kleben und weben, Sie reimen und leimen Worte und Verse zusammen, wie die herumziehenden slovakischen Drahtpinocr gesammelte Scherben
zurĂĽck zum  Buch Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Wurmser-Zhuber, Band 59
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Wurmser-Zhuber
Band
59
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1890
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich