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Feidler, Hieronymus Joseph
XV., XVl . und XVI I . Jahrhundert"
>/S. 493, 332, 334, 394; Fortsetzung
im VI I . Bande S. 1 l, 24, 41, 36, 89,
106, 120,138, 132 170, 183, 200, 213.
229^7 Mit Vorstehendem schließt Z ei>
big's Thätigkeit als Geschichtsforscher
ab. Seine Majestät der Kaiser würdigte
dieselbe durch Verleihung der goldenen
Medaille für Künste und Wissenschaften.
D'Eloert (Christian). Geschichte deL Bücher«
und Steindruckes, des Buchhandels, der
BüchercenAlr und der periodischen Literatur
u. s. w., auch untrr dem Titel: „Beiträge
zur Geschichte und Statistik Mährens und
Oesterreichisch» Schlesiens" I. Bo. (Ärünn
t8^4. Nodrer. ar. ä".) S. 323 und 325. —
D e biographischen Notizen verdanke ich drr
Gefälligkeit des Herrn Custos Schramm
in Brunn, der dieselben von dem Htloster-
neuburger Chorherrn Herrn I'. A. 3hohky
erbielt.
Zeidler, Hieronymus Joseph Frei
Herr (Abt des Prämonstratenserstiftes
Sirahow, geb. zu I g lau in Mähren
3. November 1790, gest. in Rom
1. März 1870). Er war 3er Sohn eines
Gefängnißaufsehers in Iglau, und dieser
Umstand wurde die Veranlassung einer
ungeahnten Ueberraschung des Prälaten,
als er einmal seine Vaterstadt wieder be>
suchte. Um die bei dieser Gelegenheit
ihm zu Ehren veranstaltete festliche Be»
leuchtung anzusehen, fuhr er durch die
Straßen der Stadt und auch am Ge
fangniß vorüber; auf demselben leuch-
teten ihm aber zu seinem Ergötzen von
einem Transparent in colossalen Lettern
die Worte entgegen: „Von hier bist
Du entsprungen!" Tableau. Nachdem
Zeidler in seiner Vaterstadt die Vor-
bereitungsstudien beendet hatte, trat
er. am 1. November 1809 in den Prä»
monstratenserorden ein und nahm an
Stelle seines Taufnamens Joseph den
Klofternamen Hieronymus an. 1812 Zeidler, Hieronymus Joseph
legte er die Klostergelübde ab, 1813 er-
langte er die Priesterweihe, 1813 wurde
er Cooperator in Iglau und 1821
Archivar im Stifte Strahow, Doctor
der Theologie und Secretär des Abtes.
Im nächsten Jahre als supplirender Pro»
fessor der Dogmatik an die Prager Uni»
versität berufen, erhielt er am 9. Octo»
ber 1824 die wirkliche Professur dieseS
Faä^es. Im Jahre 1830 war er Decan
der theologischen Facultat, 1831 folcker
in deren Doctorencollegium und 1830
bis 1833 bekleidete er dieselbe Wiirde
im Doc.torencollegium der philosophischen
Facultat. Am 7. November 1834 zum
Abte des Prämonstratenserstiftes Stra»
how erhoben, wurde er am 23. März
1833 infulirt. Am 19. Juli 1839 er-
folgte seine Ernennung zum provisori-
schen Director der philosophischen Slu»
dien, und am 10. November 1842 verlieh
ihm die philosophische Facultat das
Diplom als Ehrendoctor. I l i den Jahren
1844, 1846, 1848 und 1836 war er
Keewr MÄ,Fnitiou3 der Prager Nniver-
sität. 1839 wurde er Präses und Vist-
tator der Congregation des Prämonstra'
tenserordens in der österreichischen Mon>
archie, feierte 1862 das Jubiläum der
abgelegten Ordensgelubde, 1863 sein
Priesterjubilaum. Am 17. März 1869
erfolgte seine Wahl zum Generalabt des
gesammten Prämonstratenserordens, und
als solcher ward er vom Papste zur
Theilnahme an dem ökumenischen Concil
im Vatican 1870 berufen. Während
seines Aufenthaltes in Rom ereilte den
Prälaten der Tod, der dem Cardinal
Antonel l i , da Zeidler im Concil
zur Opposition stand und die Adressen
gegen die vom Vatican octroyirte Ge-
schäftsordnung und gegen die Dogma«
tisirung der päpstlichen Infallibilität
unterzeichnet hatte, Anlaß bot zu dem
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon