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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59
Seite - 279 -
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Seite - 279 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59

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Zeiler (Künstlerfamilie) 279 Zeiler (Künstlerfamilie) ernannte, ein zwar nicht unmöglicher, aber in dieser Form doch nicht ganz glaubwürdiger Vorgang; wie denn das bisher wenig gekannte Leben dieses nicht unbedeutenden Künstlers einer näheren Durchforschung würdig erscheint. Von seinen Arbeiten ist im Ganzen nicht viel bekannt. So malte er in der Pfarr» kirche zu Reutte ein Altarbild: „N°3 jüngste Gericht" 1730 im 72. Lebensjahre und noch drei andere Altarblätter. deren Gegenstand nirgends genannt ist; dann für die Franciscanerkirche ebenda eine „h. Mürgllletlza non Ollltllim": ferner befan- den sich mehrere Stücke seines Pinsels im ehemaligen sogenannten Nicolaihause in Innsbruck. Fresken hat er nicht ge» malt. Nagler, nach welchem auch in den Kirchen zu Holzau, zu Tarrenz und Füssen Gemälde Paul Zeile r's vor- kommen, schreibt, daß man in demselben den Vater der neueren Kunst in Tirol betrachte, welche indessen der alten weit nachsteht. Doch war Zeiler ein guter Praktiker, übrigens in der manierirten Richtung seiner Zeit befangen; in der Composition ist er jedoch originell. Unser Maler hatte sich mit einer Mar ia Kurz verheiratet, aus welcher Ehe sieben Söhne und zwei Töchter entsprangen. Sechs von den Söhnen widmeten sich dem geistlichen Stande; einer, Johann Jakob, wandte sich wie sein Vater der Malerei zu. — Johann Jakob (geb. zu Reutte am 2tt Februar 4710, gest. daselbst am 8. Juli 1783) erlernte zu- nächst seine Kunst unter seinem Vater, ging 1726 nach Rom, wo er fünf Jahre unter Sebastian Corica, und dann nach Neapel, wo er zwei Jahre unter Soli» mena arbeitete. Darauf begab er sich nach Wien, wirkte daselbst 22 Jahre fleißig an der Akademie und reifte in der Zwischenzeit wiederholt nach Un» gärn, um dort einen Plafond zu malen. I n Wien befreundete er sich mit Paul Trog er, wurde Mitglied der Akademie, soll auch Hofmaler geworden sein, hatte zahlreiche Aufträge, verließ aber diese Stadt wieder, arbeitete dann viel in Bayern und kehrte zuletzt in seine Hei» mat zurück, wo er im Alter von 73 Jahren unverehelicht starb. Von seinen Arbeiten sind bekannt: in Oberösterreich zu Suben in der ehemaligen Klosterkirche die Altarbilder; in Tirol in der Pfarc- kirche zu Stams die Fresken; die zahl» reichsten Arbeiten des Künstlers befinden sich aber in Klöstern und Kirchen Bayerns, so die reichen Fresken in der Kirche zu Ottobeuern, bei welcher Arbeit Franz Anton Zeil er (sein Bruder, nach Anderen sein Vetter) ihm mithalf; ein großer Theil der Altarbilder daselbst; in der Kirche zu Ettal die Fresken in der Kuppel, in welchen er eine Apotheose der Mönchsorden ausführte und den Benediktinern, wie Nagler ironisch be> merkt, den schönsten Theil des Himmels anweist (ist es doch der weitaus berührn» teste und achtbarste aller Mönchsorden); ferner die Fresken: zu Benedictbeuern in der Kirche St. Anastasia; m der Kirche zu Son in Niederbayern; im Kloster Fürsteuzell, in der Abtei Fischingen, in der Pfarrkirche zu Elbigenalb, in der Pfarrkirche zu Feldkirch in Vorarlberg; auch hat er viele Altarbilder gemalt. Er galt zu seiner Zeit für einen der größten Maler. Nagler schrankt dieses Lob das sich von einem Panegyricus Zei« ler's in Füßli's Supplementen her» schreibt, mächtig ein. Er nennt ihn einen tüchtigen Praktiker, der zu seinen Arbei» ! ten sehr häusig Kupferstiche nach anderen Meistern benutzte, aber durch seine glätt« zenden Farben leicht das Auge des Dilet« tanten besticht. Thatsächlich besaß der
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Wurmser-Zhuber, Band 59
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Wurmser-Zhuber
Band
59
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1890
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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