Seite - 281 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59
Bild der Seite - 281 -
Text der Seite - 281 -
Zeiler, Johann Georg 28t Martin
Ebner und Seudert. gr. 8".) Bd. I I I , S. 9l9
stauch nach diesem wie bei Nagler sind
Johann Jacob und Franz Anton
Brüder). — Tschischka (Franz). Kunst
und Alterthum im österreichischen Kaiserstaate
geographisch dargestellt (Wien 1836. Fr. Beck.
gr. 8«.) S. i32 ^Neutte. überPaul^; S. 130
^Suben); S. 153 l^Stams. über Johann
Jacob); S. 152 l3eÜ); S. 134 sBriren);
S. 153 ^Todlach. über Franz Anton);
S. 409 süder alle drei). — Staf f ier
(Johann Jacob). Das deutsche Tirol und
Vorarlberg topographisch mit geschichtlichen
Bemerkungen in zwei Bänden (Innsbruck
1847, Fel. Rauch. 8°) Bd. I, S. 293
und 294 über Pau l , Iacub und Franz
Anton).
Zeiler, Johann Georg (Pr iester
der Gesellschaft Jesu, geb. zu R e u t t e
im Obecinnthal Tirols am 6. April
1739, gest. in Augsburg nach Staff.
ler 19., nach Anderen 24. September
1800). Allem Anscheine nach ein Sohn
Pauls, welcher sieben Söhne, von
denen sechs dem geistlichen Stande sich
widmeten, und zwei Töchter hatte. Io -
hann Georg trat in den Ocden der
Gesellschaft Jesu, in welchem er seine
Studien beendete und das theologische
Doctorat erlangte. Er war ein ausge«
zeichneter Redner und wurde Dom»
Prediger in Augsburg, wo er auch im
Alter von 61 Jahren starb. Viele seiner
Reden, z. B. von dem Vorzug der
Bischöfe des neuen Testaments, über die
Würde des alten Priesterthums, über die
Lesung schändlicher Broschüren, über
feierliche Ordensgelübde, über den Ein»
stuh des Glaubens auf die Glückseligkeit,
Trauerrede auf den Tod Josephs des
Zweiten, Rede anläßlich des Dankfestes
wegen der Eroberung von Mainz u. a..
sind einzeln im Druck erschienen; außer-
dem wurden mehrere Jahre nach seinem
Tode seine „Nanzrlreiieil ank alle Sann- und
Fezttllge", in 3 Banden (Augsburg 18tO,
Doll, 8^.) herausgegeben. Von seinen anderen Schriften sind erwähnenswerth:
„Wie kann Uni an zmizchen Katholiken und
Prutr5tllntrll werden?" (Augsburg 1783,
gr. 8^.); — und „Frage: Z51'5 Christen-
pllicht, Trllditilln nber Grblehie, Nie die Vibrl
5elb5t. mit den Katholiken zu glauben?" (ebd.
1786, gr. 8".). Auch war Zeiler cm
der „Neusten Sammlung jener Schriften,
die über verschiedene wichtige Gegen-
stände» zur Steuer der Wahrheit von
1783 u. f." in 40 Bänden erschienen,
als Mitarbeiter thatig.
Noch ist erwähnenswerth: l. Mar t in Zeiler
(geb. zu Ranien nächst Murau im Juden-
burger Kreise am 17 April 1389). der seiner
Geburt nach dem Lande Steiermark und
seiner vieljährigen Thätigkeit nach dem Kaiser»
staate angehört. Sein Pater, protestantischer
Pfarrer zu Ranten. war ein Schüler des ve<
rühmten Melanchthon und ein sehr wohl»
habender Mann, der nebst verschiedenen Gü-
tern zwei Häuser in der Stadt Murau. Wirth«
schafien und das Bürgerrecht daselbst besaß,
weshalb sich der Sobn auf seinen Schriften
öfter KIulH vi euliiL nannte. Als dann unter
Ferdinand I I . die kirchliche Reaction in
Steiermark statthatte, machte Pastor Zei ler
alle seine Habe zu Barem, und als 1603 der
Sekkauer Fürstbischof Martin Brenner, die
„undurchdringliche Aegide des Christenthums",
wie ihn Schmutz nennt, und der Sturmbock,
der das Gebäude des Lutherthums in Steier-
mark mächtig erschütterte, mit den Gratzer
Inquisitoren und einer Bedeckung von
300 Bogenschützen, geführt von Ritter Chri-
stoph von Prankh. gegen das ketzerische
Murau anrückte, floh er mit Flau und Kin-
dern und seiner gesammten in Geld verwan»
delten Habe aus deni Lande und fand in
Ulm eine bleibende Statte. Dort starb er als
Vestllenzprcdiger im Jahre 16U9. Der Sohn
Mart in zählte, als er ein Flüchtling mit
seinem Vater die Heimat Steiermark verließ,
l4 Jahre. Im Reich bildete sich derselbe an
verschiedenen Hochschulen, vornehm'ich an
jener zu Wittenberg, die er 1608 bezog. Im
Jahre 1612 begab er sich nach einer Reise,
auf welcher er Anhalt. Braunschweig, West-
phalen besuchte, nach Linz in Oberösterreich,
wo er den jungen Freibcrrn Jacob Franz
von Herberstein. Johann (Sall von
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon