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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59
Seite - 282 -
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Seite - 282 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59

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Zeiler, Martin 282 Zeiler, Martin Wiedendrieß. die Grafen Sig ismund und Friedrich von Tattenbach, den Grafen von Orlendurg, eillen Herrn Teuffel zu Gunderdorf und zwei Freiherren oon Alt» deim Ulltelrichtete, Auf Ersuchen der oder« östernichischen Landstände ledrte er auch an der öffentliche!. Schule, aber nur acht Mo» ncite. ililo reiste er mit seinen Zöglingen auf dir damals berübmte fürstlich Rosen« berg'sche 3chule zu Sobieslaw in Böhmen, vorzüglich in der Ablicht, die 6echischc Sprache zu lernen. Als sich dann die adelige Gesell» schaft ikrsneulo. blieb er bei den Grafen Tattenbach. ging mit ihnen auf das Schloß Zei l lern ln Niederösterreich. 1617 nach Eg'Wannschutz in Mähren und nach ändert» halb Jahren beim Ausbruch des böhmischen Krieges nach Straßdurg. wo er -zwei Jahre blieb. 16^0 machte er mit seinen Zöglingen eine Neise durch Krankreich und andere Län» der und kam erst 1622 mit ihnen nach Zeil» lern zurück. Nahezu zehn Jahre war er in Diensten des Grafen von Tattenbach ge« standen, dann ersuchte er um seine Ent> lastung, reiste nach Steiermark, Krain und ging auf das Anerbieten des damaligen Statthalters von Innerösierreich Balthasar Goller von Schwanenberg und Georg Ehrenreichs von Eyd iswald ein, Beider Söhne in Erziehung zu übernehmen. Mit denselben reiste er dann nach Linz, wo sich eine adelige Schule befand. Im Jahre 1623 wurde er kaiserlicher Notar, und als 1624 in Linz die Neligionsveränderung statthatte, be» gab er sich mit seinen Zöglingen nach Nlm. wo er den Unterricht mit ihnen fortsetzte. ^ 1627 nach Tübingen. 1623 nach Straßdurg und dann nach Altorf. Von da reiste er mit seinem Zöglinge Schwane nbe rg und einem zweiten, Job. Karl von G l o y a ch. nach Italien, wo er in Venedig und Padua mit ihnen längeren Aufenthalt nahm und an letzterem Orte von der deutschen Nation zum Syndicus der juristischen Facultät erwählt wurde. 1629 legre er sein Syndicat nieder, und als seine Zöglinge heimkehrten, reiste er durch Tirol über Augsburg nach Ulm. wo er sich bleibend niederließ, 1630 das Bürgerrecht erlangte, sich vortheilhaft verheiratete, 1633 Oberaufseher des Gymnasiums, 1641 Censor der historischen und philosophischen Schriften und 1643 Inspector der deutschen Schulen wurde. Die ihm vom Rathe der Stadt Ulm angebotene Professur der Geschichte und der Moral lehnte er ab, um Muße für feine schriftstellerischen Arbeiten zu behalten. Seine Aemter versah er in rühmlichster Weise bis zu seinem am 6. October 166! erfolgten Tode. Seine meist geographischen Schriften erwarben ihm großen und verdienten Ruhm. denn sie besitzen deute noch — mindestens historischen und cultur>historischen Werth. Fürsten. Grafen und Gelehrte suchten in Ulm den berühmten Geographen auf, der auf seinen ausgedehnten Reisen so viele Länder uno Menschen gesehen und alles Be« merkenswerthe aufgezeichnet hatte, um es dann in seinen Werken zu verwerthen. Zu Anfang der Vierziger«Iadre trat er mit dem damals berühmten Kupferstecher Matthias Mer ian zu Frankfurt a, M. in Verbild düng. und gewiß erscheint der Muth dieser beiden Männer bewundemswertb, trotz der stürmischen Kriegszeiten — es wa/ aerade das dritte Iahrzehent des dreißigjährigen Kriegcs. da aller Handel und Wandel, Wissenschaft und Kunst daniederlagen — mit solchen Werken, welche ebenso Mühe als Kosten veiursachien. vor die Oeffentlichkeit zu treten. Aber sie haben das Wa^niß auf das rühmlichste bestanden, wobei noch zu be- merken ist, daß Zeil er in seiner Jugend bereits den Gebrauch des rechten Auges oer» lor und nun nur mit dem einen Auge tief in die Nächte arbeitete und alle seine Werke, viele derselben selbst dreimal, mit äußerst schöner Schrift niederschrieb. Die Zahl seiner oft sehr umfangreichen Schriften erhebt sich auf 43. die meisten derselben sind in Folio herausgekommen und in den unten verzeich« neten Quellen aufgezäblt. Für uns haben nur folgende näheres Interesse: „v«8erivtio HuuFarias oder die Beschreibung des König« reichs Hungarn" (Ulm 1646, 8«-'.); eine ver» besserte Auflage (1660. 8".); vermehrt durch Johann Beza (Leipzig 1664. 8".); wieder vermehrt durch A. Rubeln (Leipzig 1694, 8'.); — „I)62<:rioti0 i«i;ni I>o!oin2.6 oder Beschreibung des Königreichs Pohlen" (Ulm 1647. 8".; vermehrt 1637. 1663.^eine latei» Nische Ausgabe 1639. 42".); — „^opoxraxkin. <Vu5triHO oder Beschreibung von Oesterreich, Steyer, Cärnoten, Crain, Tyrol" (Frankfurt a. M. 1649. Fol.): der Archana mit M e« rian's KK. ebd. 1656. 1678. Fol.; — „i'o^ogrkxk.iI. i-sgui Loksmiae, KIor».vik9 st 8Us3ia,6 oder Beschreibung der vornehm« sten Stätt und Pläh in dem Königreich Böhmen und einverleibten Ländern Mähren und Schlesien" (Frankfurt a. M. 1630. 1639
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Wurmser-Zhuber, Band 59
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Wurmser-Zhuber
Band
59
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1890
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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