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lichfeit fzewesen sein. da sein Bildniß von
drin bekannten Augsburger Kupferstecher
Elias Widemann (in 8".) in Kupfer ge»
stochen ist. Damals, da man nicht wie deute
in Holzschnitten und Heliogravüren seinen
Freunden und Liebhabern denkwürdiger Ver
sönlichkeiten vorgestellt werden konnte, mußte
doch der N^menSttäger eines Kupferstiches
immerhin eine historische Wichtigkeit besitzen.
Er mochte wohl ge^en den Ausgang des
dreißigjährigen Krieges, als die Bayern in
Böhmen eingefallen und die Schweden in
Vra^ hausten, als Soldat eine Molle ge>
spielt haben. In den mir zugänglichen Quellen
fand ich seinen Namen nicht. Und in den
Archiven nachzuforschen, unterließ ich. da der
Namensträger außerhalb des Nahmens meines
Werkes fällt.
Zeiner, Anna (k. k. Hofschau
spielerin, geb. in Wien am 3. Octo
ber 4807, gest. daselbst am 30. April
t861). Als Tochter des damaligen Hof
theatergarderobiers Zeiner von ihrer
Kindheit an in dem Theaterleben heimisch,
zeigte sie große Vorliebe für die Bühne,
und da sie unleugbar Anlagen für die-
selbe besaß, trat sie, 14 Jahre alt, am
24. October 4824 im k. k. priv. Theater
an der Wien zum ersten Male auf und
spielte die Gabriele im gleichnamigen
Drama, dann in der „Waise aus Genf"
und im „Mädchen von Marienburg".
Als nun Director Carl das Theater
übernahm, blieb sie auch im Engage»
ment und feierte als Alcinde in Rai-
mund's dramatischem Märchen „Moisa.-
surs Zauberspruch" großen Erfolg. Ihr
Talent zog die Aufmerksamkeit des da»
maligen Burgtheaterdirectors Schrey»
vogel auf sich, und bald war Fräulein
Zeiner Mitglied jener Gesellschaft, die
als einzig in ihrer Art heute noch in der
Erinnerung aller Theaterfreunde lebt
und dem Wiener Burglheater den Rang
der ersten deutschen Musterbühne ver-
lieh. Am 18. April 1831 betrat sie in
der Rolle der Nott i ngham im Trauer- spiele „Esser" zum ersten Male das
Burgtheater und gehörte dann demselben
durch 30 Jahre an. Lange Zeit spielte
sie Liebhaberinen und Soubretten mit
vielem Fleiß und Geschick, doch waren
ihr eine mangelhafte Aussprache und eine
geradezu auffallende Häßlichkeit nichts
weniger als vortheilhaft. Als sie dann
in den Fünfziger>Iahren in das ältere
Fach überging, störte ihr Aussehen nicht
nur nicht, sondern verlieh ihren Chargen
etwas ungemein Pikantes, das nie seine
Wirkung verfehlte. Dadurch hob
sie
Epi-
soden zu einiger Bedeutenheit und er»
zielte z. B. in der völlig untergeordneten
Rolle der Wirthschaftsräthin Kun-
kel in „Von Sieben die Haßlichste" durch
ihre Gestaltung eine drastische Wirkung
ohne Gleichen. Als Daja in Lessing's
„Nathan" aber bot sie eine Leistung,
welche ihr großes schauspielerisches Ver»
ständniß bekundete. Auch für das Fach
der specifischen „Hexen" war sie eine
prädeftinirte Specialität. Einzig aber
stand Anna Zeiner da in ihrem Eifer
und in der gewissenhaften Betheili»
gung an dem berühmten Zusammenspiel
des Burgtheaters. Am 19. December
1860 trat sie zum letzten Male in Gutz-
kow's „Ella Rosa" auf, und die letzten
Worte, welche sie in ihrer Rolle zu spre»
chen hatte, waren — bezeichnend genug
— „gute Nacht". I n der letzten Zeit
schon recht leidend und ihres nahen
Todes sich bewußt, entschlief sie wenige
Monate spater, im Alter von 34 Jahren,
Ihr Familienleben war musterhaft, sie
hatte das Alter ihrer Eltern verschönt
und ihren Geschwistern als eine zärtliche
vortreffliche Schwester sich erwiesen. Mit
Messe nh auser nahe verwandt —
wenn ich nicht irre, waren ihre und seine
Mutter Geschwister — hatte sie auf seine
Geschicke und seine Entwicklung nicht
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon