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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59
Seite - 288 -
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feiner 288 lichfeit fzewesen sein. da sein Bildniß von drin bekannten Augsburger Kupferstecher Elias Widemann (in 8".) in Kupfer ge» stochen ist. Damals, da man nicht wie deute in Holzschnitten und Heliogravüren seinen Freunden und Liebhabern denkwürdiger Ver sönlichkeiten vorgestellt werden konnte, mußte doch der N^menSttäger eines Kupferstiches immerhin eine historische Wichtigkeit besitzen. Er mochte wohl ge^en den Ausgang des dreißigjährigen Krieges, als die Bayern in Böhmen eingefallen und die Schweden in Vra^ hausten, als Soldat eine Molle ge> spielt haben. In den mir zugänglichen Quellen fand ich seinen Namen nicht. Und in den Archiven nachzuforschen, unterließ ich. da der Namensträger außerhalb des Nahmens meines Werkes fällt. Zeiner, Anna (k. k. Hofschau spielerin, geb. in Wien am 3. Octo ber 4807, gest. daselbst am 30. April t861). Als Tochter des damaligen Hof theatergarderobiers Zeiner von ihrer Kindheit an in dem Theaterleben heimisch, zeigte sie große Vorliebe für die Bühne, und da sie unleugbar Anlagen für die- selbe besaß, trat sie, 14 Jahre alt, am 24. October 4824 im k. k. priv. Theater an der Wien zum ersten Male auf und spielte die Gabriele im gleichnamigen Drama, dann in der „Waise aus Genf" und im „Mädchen von Marienburg". Als nun Director Carl das Theater übernahm, blieb sie auch im Engage» ment und feierte als Alcinde in Rai- mund's dramatischem Märchen „Moisa.- surs Zauberspruch" großen Erfolg. Ihr Talent zog die Aufmerksamkeit des da» maligen Burgtheaterdirectors Schrey» vogel auf sich, und bald war Fräulein Zeiner Mitglied jener Gesellschaft, die als einzig in ihrer Art heute noch in der Erinnerung aller Theaterfreunde lebt und dem Wiener Burglheater den Rang der ersten deutschen Musterbühne ver- lieh. Am 18. April 1831 betrat sie in der Rolle der Nott i ngham im Trauer- spiele „Esser" zum ersten Male das Burgtheater und gehörte dann demselben durch 30 Jahre an. Lange Zeit spielte sie Liebhaberinen und Soubretten mit vielem Fleiß und Geschick, doch waren ihr eine mangelhafte Aussprache und eine geradezu auffallende Häßlichkeit nichts weniger als vortheilhaft. Als sie dann in den Fünfziger>Iahren in das ältere Fach überging, störte ihr Aussehen nicht nur nicht, sondern verlieh ihren Chargen etwas ungemein Pikantes, das nie seine Wirkung verfehlte. Dadurch hob sie Epi- soden zu einiger Bedeutenheit und er» zielte z. B. in der völlig untergeordneten Rolle der Wirthschaftsräthin Kun- kel in „Von Sieben die Haßlichste" durch ihre Gestaltung eine drastische Wirkung ohne Gleichen. Als Daja in Lessing's „Nathan" aber bot sie eine Leistung, welche ihr großes schauspielerisches Ver» ständniß bekundete. Auch für das Fach der specifischen „Hexen" war sie eine prädeftinirte Specialität. Einzig aber stand Anna Zeiner da in ihrem Eifer und in der gewissenhaften Betheili» gung an dem berühmten Zusammenspiel des Burgtheaters. Am 19. December 1860 trat sie zum letzten Male in Gutz- kow's „Ella Rosa" auf, und die letzten Worte, welche sie in ihrer Rolle zu spre» chen hatte, waren — bezeichnend genug — „gute Nacht". I n der letzten Zeit schon recht leidend und ihres nahen Todes sich bewußt, entschlief sie wenige Monate spater, im Alter von 34 Jahren, Ihr Familienleben war musterhaft, sie hatte das Alter ihrer Eltern verschönt und ihren Geschwistern als eine zärtliche vortreffliche Schwester sich erwiesen. Mit Messe nh auser nahe verwandt — wenn ich nicht irre, waren ihre und seine Mutter Geschwister — hatte sie auf seine Geschicke und seine Entwicklung nicht
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Wurmser-Zhuber, Band 59
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Wurmser-Zhuber
Band
59
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1890
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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