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Pit ter i (geb. 1703, gest. 4786). Von
Venedig kehrte er um die Mitte des
vorigen Jahrhunderts heim und ließ sich
bleibend in Wien nieder. Daselbst stach
er iifGemeinschaft mit Johann Christoph
Winkler eine Folge der zwölf Apostel
nach Piazetta (Fol.) und nach eben»
demselben eine Madonna mit Heiligen
(Fol.). I n der historischen Kunftaus»
ftellung, welche anläßlich der Eröffnung
der neuerbauten k. k Akademie der bil»
denden Künste in Wien 4877 statthatte,
war auch Zei t inger durch zwei Blätter
vertreten: „^6 nenaFs <?^<?^?zal>6",
nach D. T e n i e r s (qu. 4".) und „NW-
dnnnü mit dem h. Fllluri5rn3", nach Pia»
zetta (8".j. Ueber die Lebensumftände
und andere Arbeiten des Künstlers ist
nichts bekannt. Die österreichischen Werke
über Kunst und Künstler gedenken seirzer
gar nicht.
Hejszner, Ludwig (Geolog, geb.
zu Warschau 4807, wurde am 3. Jan»
ner 4871 in Krakau in seinem Bette
todt gefunden). I n Warschau besuchte
er das Gymnasium und die philosophi'
schen Jahrgänge an der Universität und
setzte dann in Berlin und Göttingen
feine Studien fort, sich vornehmlich den
philosophischen und naturwiffenschaft«
lichen Disciplinen zuwendend. An letz«
terer Hochschule erlangte er auch den
Doctorgrad. Da er sich Mineralogie und
Paläontologie zu seinem Berufe erwählt
hatte, unternahm er Neisen zunächst in
seiner Heimat, ging dann über die Grenze
und durchwanderte die für geologische
und verwandte Studien so reichen Ge>
birgsgegenden der Karpathen des Tatra
im nächsten Hinblick auf Mineralogie und
Geologie. Kaum 22 Jahre alt, wurde er
1829 zum Professor der Mineralogie an
der Iagisllonischen Universität in Kra« kau ernannt und verblieb in dieser Stel«
lung bis zu seiner 1833 erfolgten Ernen»
nung zum Director des Bergbauwesens
im Gebiete des Freistaates Krakau. 4837
nahm er einen Ruf an die medicinisch»
chirurgische Akademie in Warschau als
provisorischer Professor der Mineralogie
an, auf welche Stellung er aber am
30. Juli 4830 aus freien Stücken ver-
zichtete. Nun erhielt er einen Posten bei
der Regierungscommission für innere
Angelegenheiten, kam von dort zur Ab<
theilung für das Bergwesen und dann
in jene für geognostische Kartenzeichnung.
Zuletzt kehrte er nach Krakau zurück, wo
er eines Tages im Bette strangulirt ge«
funden wurde. Zejszner war 64 Jahre
alt geworden. Außer einer Anzahl von
mineralogischen, geo> und paläontologi»
schen Artikeln, welche er in polnischen,
deutschen und französischen Zeitungen
veröffentlichte, schrieb er noch zahlreiche
Werke, von denen wir jene, die auf
Oesterreich zunächst Bezug haben, hier
anführen, und zwar: „
l", d. i. Kurze historische, geologische
und geognoftische Beschreibung von Wie»
liczka (Berlin 1833, 8".; auch deutsch
übersetzt ebd. 4834); —
.. .", d. i. Volkslieder der polni-
schen Goralen im Tatra (Warschau 4843,
d. i. Neue oder noch nicht genau genug
beschriebene Mineralien des Tatragebir«
ges (Krakau 4836, 8".); — „
d. i. Ein Blick auf den geologischen
Bau des Tatragebirges (Warschau
4842, 80.) ; — „(/a^s
(Berlin 4844); —
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon