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Zeleny 300 Zeleny
Zelenlugoviö, Ljubmir. Pseudonym
für Karl Ritter, siehe: Ritter Karl Vite-
zovic lBd. XXVI, S. l89 im Terte auf
S.
Zeleny, Franz lPriester der Gesell-
schaft Jesu, geb. zu Neustadt in
Mähren 172l, gest. zu Klat tau am
l. Februar <763). Ei trat 4738,
17 Jahre alt, in den Orden der Gesell-
schaft Jesu, in welchem er über ein De-
cennium an seinem Collegimn in Prag
im Lehramte, und zwar in dem der
Grammatik, der Dichtkunst und hebrat'
schen Sprache, welche letztere er beson-
ders gründlich betrieb, verwendet wurde.
Später trug er die Patristik vor und
wirkte auch als Censor der hebräischen
Bücher. Auf dem Felde der orientali»
schen Spracken, insbesondere der hevräi-
schen, war er auch schriftstellerisch thatig
und gab heraus: ^/ns^liii'ottss
/ae" (Prag l736, K".): —
(ebd.
?-" (ebd. 1739); — «/)s 2^/«-
?l^lll'?a?s" (l763, 4^.),
ein paar theologische Schriften u. a
Im vollen Mannesalter von 44 Jahren
wurde er vom Tode dahingerafft. I n
den Bücherkatalogen fehlen Zeleny's
Schriften.
Zeleny, Joseph (Maler, geb. zu
R a i g e r n in Mähren 1824). Früh
zeigte er Talent zur Kunst und zeichnete
mit t i Jahren ziemlich fertig, so daß er
sich bei den Benedictinern im Stifte
Raigern, die ihn manche Zeichnung an«
fertigen ließen,, dann und wann damit
einiges Geld verdiente. Nach vollendeter
Volksschule sollte er zu einem Tischler in
die Lehre kommen. Dagegen sträubte er sich aber so lange, bis sich seine Mutter
entschloß, ihn zu einem Maler in Brunn
zu geben. Aber da gab es nun man-
cherlei Schwierigkeiten, welche erst der
Prälat des Stiftes Raigern ?. Schlos.
sa r beseitigte, der sich des Jungen vater»
lich annahm, für dessen Unterhalt sorgte
und ihn zu dem akademischen Maler in
Brunn Matthias S t i a s n ^ - jMnd
XXXVII I , S. 331^ brachte. Daselbst
vollendete Zeleny die Normalschule und
bildete sich in der Kunst mit solchem Er»
folge weiter, daß er in St iasnv'K
Zeichenschule bald die Stelle eines Cor»
rectors versah. Dann brachte ihn
St iasn? l544 mit Hilfe des Prälaten
nach Wien und erwirkte die Aufnahme
des jungen Künstlers in die k. k. Aka>
demie der bildenden Künste, wo derselbe
sofort in die Abtheilung für das Stu»
dium nach Antiken zugelassen wurde.
Dort machte Zeleny tüchtige Fort»
schritte. Sein Bild „Ver h. Petrus" fand
in der Kunstausstellung beifallige Auf-
nähme. Ein zweites, im Jahre l848
aufgestelltes, „Nrr Gesetzgeber Moses", sollte
für die Belvederegalerie angekauft wer»
den. aber die Marzbewegung vereitelte
dieses Vorhaben. Die in Wien aus»
gebrochenen Unruhen veranlaßten ihn,
nach Prag zu gehen, wo es zwar auch
bald sehr bewegt zu werden anfing, aber
er blieb doch dort durch drei Jahre, hei>
ratete und malte Bilder und Porträts,
bis er t831 mit seinerFrau Victor ine,
einer geborenen Radimsky aus Neu-
Paka in Böhmen, nach Wien übersiedelte.
Die zahlreichen Bestellungen, die er aber
aus Brunn erhielt, veranlaßten ihn bald,
letztere Stadt als bleibende Aufenthalts-
statte zu wählen. Im Jahre 1837 gab
ihm der mährische Landesausschuß die
Mittel zu einer Kunstreise nach Deutsch-
land und Frankreich. Von dieser zurück»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon