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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59
Seite - 307 -
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Seite - 307 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59

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Zelinka, Andreas 307 «Zelinka, Andreas I. Parthetttl des Wiener Vemeinderathes an- läßlich des Todes Zelinka's. „Mitbürger! Unsere Stadt hat einen überaus schmerzlichen" Verlust erlitten. Unser Bürgermeister Dr. An< dreas Zelinka ist heute Nachmittag um '/;4 Uhr verschieden. Wir haben an ihm einen Mann voll unüberwindlicher Hingebung für das Wohl der Stadt, einen treuen Beschützer unserer Institutionen, ein Vorbild von Bürger» tugend verloren. Ehre seinem Andenken. Wien am 21, November 1868". (Mit diesen wenigen, aber durchaus wahren Worten ist Alles ae> sagt) — I I . Zelinka'5 Leichenfeier. Die großartige Leichenfeier zeigte, was der Bürger» meister Dr. Andreas Zelinka bei den Wienern gegolten. Seit der Bestattung Na« detzky's sah die Wienerstadt keine ähnliche Feier; in den nachbenannten Quellen findet sich eine getreue Darstellung derselben mit Angabe der Abbildungen des imposanten Zuges in seinen einzelnen Details. — Fr em» den» Blatt . Von Gust. Heine (Wien. 4°.) 1868, Nr. 323, 325 und 326: „Leichen« begät'gniß des Bürgermeisters Dr. Zelinka". — Neue Freie Presse. 1368. Nr. 1323: „Lrichenbegängniß des Bürgermeisters Dr. Ze» linka". — Dieselbe. 1868, Nr. 1326: ,,Re« niiniscenzen am Grabe Zelinka's". — Neues Wiener Tagblat t . 25. November 1868. Nr. 323: „Die Leichenfeier Zelinka's". — Aufbahr ung der Zeiche Zelinka's und Zeich enzug mit den Bildnissen der dabei vethciligten Hauptpersonen. Letzterer — eine zwei Klafter lange Zeichnung — ist von dem Präsidialconcipisten des Magistrats, Nu> dolf Stadler , gezeichnet und dann litho» grapbirt worden. Die Originale aber wurden im städtischen Archive hinterlegt. s„Neue Freie Presse" 186s. Nr. 1352.) — I I I . Letztwillige Anordnungen Zeliuka's. Das Testament — zwanzig engbeschliebene Bogen umfassend — trägt daS Datum uom 23. April 1866 und die beiden Cooicille die Datums: 3. Decem» der 1866 und 8. Februar 1868. Das Ge< sammivermögen betrug etwa 450.000 Gulden öster. Währ. Die Haupterben waren seine Neffen Dr. Theodor Zelinka. k. k. Notar in Waidhofen an der Ibbs, Moriz Zelinka, Kapitän des österr. Lloyd und Nud. Fenz, Hof« und Gerichtsadvocat in Wien. Wir ge, denken nun der humanitären Bestimmungen für öffentliche Zwecke. Im §. 25 des Testa» ments legirt Zelinkl l ein als „Erziehungs» und Studentenstiftuna" bezeichnetes Ver» mächtniß von 42 000 fi. welches „Andreas und Monika Zelinka« Stiftung" heißen soll. Es find mindestens vier Stiftplätze zu grün» den. und jeder Stiftling erhält jährlich 520 fi. Im §. 26 wird dem Wiener Bürger-Spitals» fond ein Legat von 15.000 st. zugewiesen; im §. 27 dem Wiener Verein zur Unterstützung kranker Studirendrr ein solches von 4000 ft.; im §. 28 wird zur Unterstützung mittelloser Aduocaten ein Capital von 5000 fl. vermacht, welches so lange zu fructificiren ist. bis es die Höhe von 12.000 fi. erreicht; nack tz. 30 sind die Interessen eines Capitals von 5000 fi. für eine Stiftung bestimmt, aus welcher alljährlich ein aus dem städtischen Waisenhaus? austretendes Mädchen belheilt werden soll; § 31 widmet die Interessen eines Capitals von 5000 fl, für ein Stipen» dium. womit ein armer Student, Sohn eines Wiener Bürgers, oder ein aus Wisckau (Z e< linka's Geburtsort) in Mähren gebürtiger zu betheilen ist; im §. 32 bedenkt er das Grundarmenhaus des Bezirkes Wieden mit einem Legat von 3000 ft.; und im §. 33 stiftet er für ein Krankenbett im Kloster der barmherzigen (grauen) Schwestern 4000 fl. Diese Zahlen sprechen für den Mann; weitere Worte sind überflüssig. sNeues Wiener Tagblat t . 1868. Nr. 328: «Das Testament Zelinka's". — Bohemia (Prager polit. und bellen- Blatt. 4".) 1868. Nr. 282. 1. Theil.) — IV. zZelillka's Porträts, Todteumaske und Chargen, l) Mit dcm Facsimile des Namenszuges. Dauthage 1861 (licdogr.). Dluck von Ios. Stoufs (Wien. Fol.). — 2) Holzschnitt im „Wiener Familien.Journal" 1868. Nr. 97. — 3) Holzschnitt ohne Angabe des Zeichners und Xylographen in Wald« h eim's „Illustrirter Zeitung" 1862. «S. 97. — 4) Einen vortrefflichen Ausschnitt der oberen Gesichtshälfte brachte seinerzeit der „Kikeriki" 1864. Nr. 4. — Am 20. November 1868 l,z4 lldr Nachminag wurde die Todten» maske Zelinka's durch Carlo Vanni ab» genommen. Da sich die Züge des Verewigten nicht im Geringsten verändert hatten, so gab die Todtenmaske ein sehr getreues Abbild, so daß die danach geformten Büsten den Ver» blichenen in bester Aehnlichkeit darstellen. — Chargen. Groß ist die Zahl der Chargen, in welchen Zelinkl l , aber nie im Spott, sondern stets im liebenswürdigsten Humor erscheint. Eine der originellsten, jedoch un< beachtet gebliebene findet sich in der Titel» schrift des „Kikeriki", wo der zweite Buch« stabe, I, den Bürgermeister, der dritte. X, 20*
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Wurmser-Zhuber, Band 59
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Wurmser-Zhuber
Band
59
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1890
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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