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Zeman, Joseph Alois ^ Joseph Alois
uold. Tarnaut und für das Porträt bei
B lia aus. Auch betrat er das schriftstellerische
Gebiet, denn in dem von ihm herausgegebenen
Werke „Die österreichische Ia^dmusik" stammt
ebenso der künstlerische, wie der literarische
Theil aus seiner Feder. Wir vermuthen in
dem Künstler einen Tobn des Compositeurs
Leopold Alexander Zellner.
Zeman, Anton von, Pseudonym für
Anton Ttllsek, siehe: Stützet, Anton
M . XXXVII, S. 2
Zeman, Joseph Alois (Professor
der Landwirthschaft, geb. zu Eis grub
in Mähren 20. Juni 1780, gest. in
Brunn 23. Mai 4823). Gymnasium
und Humanitätsclafsen besuchte er zu
Skalitz, Komorn und Ofen in Ungarn,
dann trat er zu Preßburg l800 ins erz«
bischöfliche Seminar und hörte drei
Jahre zu Olmütz Theologie, gab aber
den geistlichen Stand auf, wirkte seit
4804 eine Reihe von Jahren als Er-
zieher in einem Privathause und betrieb
nebenbei fleißig das Studium der Natur«
Wissenschaften und aller damit verwandten
Zweige, vornehmlich der Landwirthschaft.
1811 übernahm er die Redaction des von
Iurende begründeten Volkskalenders,
setzte denselben 1811 und 1812 unter
dem Titel Mährisch. schlesischer Wan»
derer" fort und erlangte 18l6 die k. k.
Professur der Landwirthschaftslehre in
Brunn, welche Stelle er bis zu feinem
im schönsten Alter von 43 Jahren er>
folgten Tode in verdienstlichster Weise
bekleidete. Bereits 1813 zum ordent-
lichen beisitzenden Mitgliede der k. k.
mährisch'schlesischen Gesellschaft zur, Be«
förderung des Ackerbaues, der Natur«
und Landeskunde ernannt, entwickelte
er in dieser Stellung eine ungemein er»
sprießliche Thätigkeit durch seine Referate
über verschiedene Zweige der Landwirth»
fchaft, durch verschiedene nützliche Vor» schlage, Ausarbeitung populärer Beleh-
rungen über mehrere wichtige ökono»
mische Gegenstande für den gemeinen
Landmann, durch seine eifrige Mit-
Wirkung in den Sectionen für Vered»
lung der Schaf, und Obstzucht und
Weinbau. Nicht mmder als Lehrer seines
Faches entfaltete er eine sehr frucht»
bare Thätigkeit, machte mit seinen Zu»
Hörern öfters landwirthschaftliche Reisen
und blieb mit ihnen auch dann noch in
Verbindung, ihnen Rathschlage und nütz«
liche Winke ertheilend, nachdem sie schon
ins praktische Leben getreten und selbst
Landwirthschaft zu treiben begonnen
hatten. I n seinem Lehrsaale zahlte er
gegen hundert und mehr Zuhörer und
wirkte für den landwirthschaftlichen Fort»
schritt in den weitesten Kreisen der Mon«
archie, indem die Schüler für die Ver>
breitung seiner erprobten Lehren und
Entdeckungen im Gebiete seines Faches
thätig waren. Wne Richtung seiner
schriftstellerischen Wirksamkeit wurde schon
im Vorstehenden erwähnt; hier sei noch
bemerkt, daß er für den von Iurende
Md. X, S. 323 j^ übernommenen Kalen»
der „Mährisch » schlesischer Wanderer"
Jahrg. 1811 und 18l2 fast alle Aufsatze
topographischen, statistischen, ethnogra»
phischen und reisegeschichtlichen Inhalts
schrieb. Mehrere davon fanden dann in
anderen Organen, meist ohne Angabe
der Quelle, weitere Verbreitung, so sein
Aufsatz „Die Podluzaken" im Jahrgang
1811, eine ethnographische Skizze, und
ein zweiter, .Die Hochzeitsfeierlichkeiten
der Podluzaken", welche beide in die
„Vaterländischen Blätter des österreichi»
schen Kaiserstaates", letzterer überdies
auch in Hawlik's „Taschenbuch für
Mähren und Schlesien" übergingen. Gin
ihm von der mährisch'schlesischen Gesell'
schaft für Ackerbau u. s. w. gewidmeter
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon