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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59
Seite - 333 -
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Seite - 333 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59

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Zerboni di Sposetti, Julius Zgz Zerboni di Spofttti, Bernard welchem er sie auffordert, treu zu ihrem constitutionellen Kaiser zu halten und sich durch die in Wien erneut ausgebro» chene Revolution nicht irre machen zu lassen. Nach Bewältigung der Wiener Erhebung finden wir ihn bei der von Zang ins Leben gerufenen /Presse" thätig, und als dann' dieses mit den Negierungsmaßnahmen nicht einverstan« dene Blatt zur Opposition überging, welche endlich einen solchen Charakter annahm, daß in den damaligen Tagen des Belagerungszustandes dasselbe unter« drückt wurde, folgte er, als es nach Brunn übersiedelte, dahin, und aus amtlichen Schreiben erfahren wir, daß er einen „mäßigenden und mildernden Einfluß" auf das Blatt ausgeübt habe, der jedoch in Anbetracht des Charakters des Hauptredacteurs wohl mehr in Zei> boni's eigener Meinung als in Wirk< lichkeit bestanden haben mochte. I n der Folge zog er sich von aller publizistischen und politischen Thätigkeit zurück und lebte nur noch als Privatmann. Ju l ius von Zerboni, seiner äußeren Erschei» nung nach eine Hünengestalt, gehörte zu den typischen Gestalten der Ordnungs- Partei im Jahre l848. Ueberall im Vordergrunde verfehlte er durch sein impetuoses Auftreten umsMehr seine Zwecke, als bei der damals leider durch feiges Verhalten der Gutgesinnten in ungeheuerlicher Zunahme begriffenen Re< volutionspactei alH Vortheile des Gelin- gens lagen und der einzelne „Himmels- stürmer" mehr komisch erschien, als sich wirksam erweisen konnte. Leute dieser Art haben der Aufrechterhaltung der Ordnung, die ja ohnehin aus Rand und Band war, nicht geschadet, aber auch nichts weniger als genützt. Helfert (Freiherr von). Die Wiener Iour« nalistik im Jahre lt>48 (Wen 1877. Manz. ' 8".) S. 183 u. f. — Tas Jahr ls48. Ge« schichte der Wiener Revolution. Von Resch. auer begonnen, von Moriz Smets beendet. Illustrirr von V. Katzler. F. Kriehuber u. A. (Wien l872. Waldheim. 4«.) Bd. I I , 3. 238 und 466. — Wiener Katzen» musik (Spottblatt von Willi Beck und Siegmund Engländer. 4".) 6. Juli 1848. Nr. 16: „Neueiie Rede des Herr-.. Julius Zerboni di Sposrtti". mit Zerboni's iZa» ricaturbildniß. — Helfert (Freiherr von). Der Wiener Parnaß im Jahre 1848 (Wien 1882. Manz. gr. 8") 2 . XXI I , S. 62. Nr. 372; T. 65. Nr. 387. Zur Genealogie und Familiengeschichte der Zerboni di Sposetti. Ueber den Ursprung der Familie, die ihrem Namen nach als eine ita« lienische elscheint, fehlen alle zuverlässigen Angaben. Sie könnte, da sie aus Preußen kommt und in Churbrandenburg im Stern» berger Gebiet ein Ort Zerbo liegt, von dort» her stammen. Die Endsilbe (ni) will bei der Willkür in der Ramensgestaltung nicht viel bedeuten. Die Familie taucht zuerst in Preußen auf, wo ein Joseph von Zerooni als Oberpräsident der Provinz Posen eine Thä> tigkeit entfaltete, welche in Vrockhau's „Con» versations'Lerikon" <», Aufl. (Leipzig 1824) im X. Bande eine ausführlichere Würdigung findet. Der Adel der Familie wurde als ein alter und bekannter ebensowohl preußischer» seit« I8l6 bezüglich deü Oberpräsidenten, als österreichischerseils bezüglich de'' Rittmeisters Nernard mit Diplom dclo. 14. November 181U anerkannt. Verschiedene Sprossen dieser Familie sind erwähnenswert!): 1. Vernard (geb. 8, April 1769, i). ein Bruder des preußischen Oberpräsidenten Joseph. Der« selbe zeichnete sich als Oberlieutenant bei Fürst Lodkowitz'Uhlanen Nr. 8 im Feldzuge 1795. in welchem dieses Regiment in der Gegend uon Schwetzingen. Heidelberg. Mann» heim u. a. O. viele Kämpfe zu bestehen ' hatte, in den Gefechten vom 7. bis 11. Sep» tember bei Edisheim aus. wo er fünf unge° stüme Angriffe des Feindes mit kaltblütiger Entschlossenheit zurückwies und dreißig gefan. gene österreichische Infanteristen befreite. Im Feldzuge 17W, inzwischen zum Rittmeister - im Regimente befördert, wurde er am 16. Mai bei Marengo bei einer der esca« dronsweise ausgeführten Attaque verwundet. Er ging bald darauf in Pension und wio» mete sich der Landwirchschaft. Ta er teine
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Wurmser-Zhuber, Band 59
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Wurmser-Zhuber
Band
59
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1890
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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