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Jergollern, Franz Wilhelm 339 Zerich
und Ordensschematismen nicht mehr auf«
geführt ist.
Thür heim (Andreas Graf). Gedenkblätter
aus der Kriegsgeschichte der k. k. österreichisch«
ungarischen Armee (Wien und Teschen i882,
Prochaska, Ler. 3",) Bd. I, S. 4. Jahr <84s
und l849.
Aeber die Familie Zergollern. Dieselbe stammt
aus Kram, und reichen die Nachrichten über
sie biä in den Anfang des 17. Iahrdundens,
zu welcher Zeit ein Franz Zerg ol lern in
kaiserlichen Kriegsdiensten stand und geadelt
wurde. In der unten bezeichneten hand>chrift>
lachen Quelle ^^^saii-um, mgniariHt, uodiUä
»c älniÄS 80Liet2ti3 I^nttoi'um" sind Zwei
Sprossen dieses Namens erwähnt: l. Ein
Joseph (geb. in Laibach t2. Februar 1663.
gest. daselbst 12. Octoder 1710). der nach
beendeten höheren Studien Neisen in Deutsch
land. Holland, England. Frankreich und
Italien machte. Er besaß ausgebreitete wissen«
schaftliche, namentlich geographische Kennt»
nisse. Er bewohnte sein Landgut Thurn an
der Laibach und hinterließ bei seinem zwei
Tage vor seiner Ernennung zum kaiserlichen
Rathe und Oberaufschlagseinnehmer erfolgten
Tode aus seiner Ehe mit Eleonore Fransi
geborenen von Gottlob vier Söhne und fünf
Töchter. — 2. Ein Franz Wi lhelm (geb.
zu Laidach im April 1633, gest. daselbst
28. Jänner 1710). welcher gleichfalls nach
beendeten Studien große Reisen durch Eng«
land, die Niederlande. Frankreich und Ita>
lien machte und nach seiner Heimkehr sich
der Verwaltung seines Gutes Rosenbühel bei
Laibach widmete. Er sprach sechs Sprachen,
pfiegte Wissenschaften und Künste und er»
freute sich ebenso seiner Kenntnisse, wie seines
gediegenen Charakters und großer Wohl»
tdätigkeit wegen bei Hoch und Nieder allge»
meiner Achtung. Aus seiner zweiten Ehe mit
Elisabeth geborenen uon Erundler zu Eriiiiberg
hatte er drei Söhne und drei Töchter. Franz
Wi lhelm und der Vorige waren Mitglieder
der in Laibach im 17. Jahrhundert bestan«
denen „Adeligen und gottseligen Gesellschaft
der Vereinigten", welche Kunst und Wissen»
schaft bereits förderte, als solche Bestrebun»
gen anderwärts noch zu den großen Selten«
heiten gehörten, ^ Ikoatru iu, lUVuioria,»
nodiüs ae ainills LoeiVtktiL uuitoi-lim, d. i.
Schaubühne der Gedächtniß der Adeligen
und Gottseligen „Gesellschaft der Vereinigten" , zu stets währendem Andenken, eröffnet in der
uralten Hauptstadt Laibach anno 1683. Hand»
schrift in meinem Besitze. Diese Gesellschaft
zählte viele Mitglieder aus dem Bürger» und
Beamtenstande, dem niederen und hohen
Adel. unter anderen die B a r b 0 von
Wachsenstein, Codel l i . Coppini,
Edelheim. Crberg, Lederer v.Lilien«
feld, Schellenberg. Schweiger. Pe»
tenegg, Tt rod lhof . Thaln i t scher von
Tha lbe rg , Tau f fe re r , Schwitzen,
Wagensderg. Webersperg. Nieder»
kbernj — 3. Mehrere Sprossen dieser
Adelsfamilie dienen bis zur Stunde in der
kaiserlichen Armee. So sind ein zweiter
Joseph und ein Paul von Z e r g o l l e r n
Hliuptleute in der kaiserlichen Armee. Ersterer
im 67.< Letzterer im 45. Infanterie-Rcaimente.
— Ein Zergol lern stand zur Zeit der
Kliegserpedition in Süddalmatien 186!) alö
Lieutenant bei Maroici^-'Infanterie Nr. ? und
erkämpfte sich durch sein tapferes Verhalten
die ah. Velodung.
Zerich, Theodor (theologischer
Schriftsteller, geb. zu G y e r g y 6-
S z. M i k l 0 s in Siebenbürgen am
22. November l8l3). Nachdem er in
seinem Geburtsorte die Normalschule be-
sucht hatte, kam er auf das Gymnasium
zu Csik-Somlyä, dann hörte er in
Klaufenburg die philosophischen, und im
Seminar zu Pesth die theologischen Stu«
dien. Am 22. September 1840 erlangte
er an der Pesther Hochschule die theol»
gische Doctorwürde und noch im näm»
lichen Jahre die Priesterweihe. Zunächst
trat er in die Seelsorge und caplanirte
zu Karlsburg, wo er in der Folge Auf»
seher der Studien, Mitglied der Kirchen»
Verwaltung und Profeffoc der Dogmatik
wurde. 1842 zum Vorstand des bischöf-
lichen Consistoriums ernannt, übernahm
er l832 das Lehramt des Bibelstudiums,
1833 aber das der Kirchengeschichte und
des Kirchenrechtes, das er durch vierzehn
Jahre versah. Während der Revolu-
tionszeit, in welcher die Schule feierte,
versah er die Seelsorge zu
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Wurmser-Zhuber, Band 59
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Wurmser-Zhuber
- Band
- 59
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1890
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 428
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon