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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Wurmser-Zhuber, Band 59
Seite - 352 -
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Zettler 362 Zettler hoben. Zur Zeit lebt er im Ruhestände in Wien. Das geistige Wien. Mittheilungen über die in Wien lebenden Architecten, Bildhauer und Schriftsteller. Herausssegeben von Lud- wig Eisenberg und Richard G r o n e r (Wien l89<>. Brockhcmsen. 8«.) S- 319. — Pol i t ik (Wiener Parteiblatt. Zol.) 1364. Nr. l95 im Feuilleton. Ein Wilhelm Zettel , in der ersten Hälfte des laufenden Jahrhunderts als Strohhut» fabrikant in Nien thätig, beschickte die 1329 daselbst stattgehabte Gewerbeausstellung mit einem innerhalb dreier Monate von ihm nach Florentinerart auf der Maschine geflochtenen Hut. zu dem er 78.40a Halme gebraucht und dessen Zusammenstellung 777 000 Stiche er- fordert datte. Es war dies eine kunftgewerd« liche Leistung, welche damals Aufmerksamkeit erregte. In den. Dreißiger Jahren versuchte in Wien ÄUZ. Bicchierai die Fleckterei der berühmten „Florentiner Hüte" aus öster» reichischem Ttroh mit entschiedenem Glück, und wurde dann dieselbe dort mit großem Erfolg in mehreren Fabriken gepflegt. Zettler, Alois (lyrischer Poet, geb. zu Brür in Böhmen 1778, gest. in Wien 7. November 1828). Sohn armer Eltern, erhielt er den ersten Unterricht in seinem Geburtsorte von einem Capu» ciner, der an der dortigen Normalschule als Katechet angestellt war. Diesem wür» digen Priester Namens Tarnowsky verdankt er, wie er in seinen Aufzeich« nungen schreibt, alle geistige Anregung, da ihn derselbe zur Mathematik, Musik und Handzeichnung und überhaupt zur Lecture aneiferte. Eilf Jahre alt, trat er in das Gymnasium, und mit dem sieb« zehnten Jahre bezog er die Prager Hoch» schule, wo ihm der damalige Kreuzherren» Ordensgeneral Joseph Zeidler ein Sti» pendium verlieh. Nach vollendeten philo- sophischen Studien in den Kreuzherren» orden aufgenommen, blieb er nur das Probejahr in demselben und verließ ihn 1799, um in Wien seine Studien fortzu» setzen. Durch Privatunterricht brachte er sich kümmerlich fort, erhielt dann 18l)l ein Humanitätslehramt an der k. k. orientalischen Akademie, in welcher Eigen» schaft er sieben Jahre thätig blieb. Dann wurde er Landschafts'Obereinnehmer der niederösterreichischen Stände, darauf Hofconcipift bei der k. k. Polizei- und Censurhofftelle, zuletzt Hofsecretar, in welcher Stellung ihn im Alter von 30 Jahren, zwei Jahre nach seiner Ver- heiratuM, ein Nervenfieber hinraffte. Eine poetisch angelegte Natur, schrieb er in den Jahren 18l0—1816 in den öster- reichischen Taschenbüchern und Zeitfchrif» ten lyrische Gedichte, bald ohne, bald mit erdichtetem Namen. Diese mit an» deren aus seinem Nachlasse gab sechs Jahre nach seinem Tode die Witwe, indem sie die Redaction dem Freunde des Verblichenen, dem Dichter Christian Kuffner anvertraute, unter dem Titel: „Nachgelassene Gedichte lllln Alu is Bett ler . Mit einer Vorrede" (Wien 1836, Schmidl's Witwe, 8a.) heraus. Z e t t l e r gehörte zu dem altösterreichischen, nunmehr — doch- nicht ganz mit Recht — verschol» lenen Poeten» und Schriftftellerkreise, der sich zu Beginn des laufenden Jahr« Hunderts um Castelli und Kuffner schaarte und in des Letzteren Taschenbuch „Selam" vornehmlich vertreten war. Zu diesem Kreise gehörten unter Anderen: M. Fisch el, Leon, Billm ann, San- nens, Timmel, Hassaurek, Eman. Veith, Weschel, Passy, Wallner, Pilat, Justine Freiin von Krufft, die man heute kaum mehr kennt, aber auch Theodor Körner, M. von Colt in, Retzer, I . P. F. Richter (JeanPaul). Goedeke (Karl). Grundriß zur Geschichte der deutschen Dichtung. Aus den Quellen (Han» nooer i859 u. f.. 3. Ehlermann. 8«.) Bd. I I I , S. 168, Nr. 286. — Neuer Nekrolog
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Wurmser-Zhuber, Band 59
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Wurmser-Zhuber
Band
59
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1890
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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