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Zuber (Wappen) 288 Zuber, Bäla
und Gärten aufgestellten Feinde zogen
sich infolge dieser kühnen Flankenbewe»
gung schleunigst zurück, wodurch der
Vormarsch unserer Compagnie wesentlich
erleichtert wurde. Und noch am näm>
lichen Tage bei der Erstürmung der
Höhen von Cuftozza rettete er durch seine
muthvolle Entschlossenheit, nachdem er
nur mit zwei Infanteristen durch eine
starke feindliche Abtheilung von der rück<
wärtigen Planklerkette abgeschnitten
worden, den Oberlieutenant von Dip«
polter aus offenbarer Gefahr. Für
diese hervorragenden Waffenthaten wurde
er nach der Schlacht mit der goldenen
Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet und
am l8. August 4848 zum Unterlieute.
befördert. Im Feldzug des Jahres 1849
machte er die Einschließung Bolognas
und im Juli und August desselben
Jahres die Belagerung von Venedig
mit. In seinem Range vorrückend, wurde
er 4863 Hauptmann zweiter Classe im
48. Infanterie »Regimente, kam aber
spater zur k. k. ersten Arcieren-Leibgarde,
in welcher er sich noch zur Zeit als Ritt.
meifter befindet. Kaiser Franz Joseph
erhob Zuber in Ansehung der Vorzug»
lichen militärischen Verdienste desselben
mit Diplom 6<1o. Wien 3. März 4876
mit dem Pradicate Edler von Somma«
campagna in den österreichischen Adel-
stand. .Zuber ist seit 28. Juni 4862 mit
Pauline geborenen Domaschlitzky
(geb. zu Brandeis a. d. Elbe 4. April
484l) vermalt, und stammen aus dieser
Ehe Pauline (geb. 3. April 4863)
und Eduard (geb. zu Wien 26. Mai
4866).
Wappen. Gevierter Schild, 1 und 4 in
von Schwarz und Gold getheiltem Felde
ein Löwe mit verwechselten Farben, in der
rechten Vorderpranke ein Schwert an gol«
denem Griffe über sich schwingend; 2: in
Blau auf grünem Berge eine rothbedachte Capelle mit drei Fenstern, deren rechtsstehend
der Thurm mit einem goldenen Kreuze be-
stellt und mit Thor und Fenstern versehen
ist. 4.- in Blau auf grünem Dreiberg ein
silberner Stern. Auf dem Schilde ruht der
gekrönte Helm. aus dessen Krone ein gol«
dener Löwe, in der rechten Vorderpranke ein,
Schwert am goldenen Griffe haltend, hervor«
wächst. Helmdecken: rechts schwär; mit
Gold. links blau mit Silber unterlegt. D e«
vise: LsiQpsr par^tus.
Noch sind bemerkenswerth: j . Ju l ius.Zuber
(geb. zu Stanislau in Galizien 1861). Er
widmete sich der Kunst und bildete sich an
der t. k. Akademie in Wien in der Land»
schaftS«, Thier« und Genremalerei aus. Später
übersiedelte er nach München, wo er in der
Schwanthalerstraße 54. später in der Mozart»
ftraße 3 sein Atelier hatte. Von seinen Ar»
beiten sind bekannt: „Dorfgericht"; —
„Verliebt"; — „Politischer Streit der Ur>
lauber an der öfterreichisch'russischen Grenze",
letzteres auch auf der I I I . internationalen
Kunstausstellung zu München (1888); — in
der Ausstellung 1889 waren das brillant
gemalte Bild: „Geschenke aus dem Feldzug"
und „Ein Huzule". 1890 „Ein ruthenisches
Liebespaar" u. A. Die „Illustr. Welt" 34. Bd.
(1886) brachte S. 422 von unserem Künstler
„Aus dem Huzulenleben" 6 landschaftliche
und Trachtenbilder. I n der Zeitschrift „Von
Fels zu Meer" 1888/39 erschien im 8. Hefte
eine hübsche Landschaft „Waldweben" von
einem H. Zuber. Die Unterschriften auf Bil»
dern in illustrirten Blättern der Künstler
sind nicht immer verläßlich. Der „Almanach
der Maler und Bildhauer Deutschlands und
Oesterreich'Ungarnft" (Stuttgart 1390. Grei«
ner, 12".) weist S. 273 nur einen Ju l ius
Zuber aus. Vielleicht sind H. und Ju l ius
Zuber doch eine und dieselbe Person. —
2. V ö l a Zuber (geb. zu Türök'Sz. Mi«
kläs in Ungarn 1842). Bürgerssohn, diente
er 1866 bei Prinz Wasa.Infanterie Nr^ 6ft
und machte den Feldzug dieses Jahres in
Böhmen gegen die Preußen als Corporal
mit. Das Regiment Wasa stand in der
Avant «Brigade Hertweck und hatte am
27. Juni seine Stellung auf dem Wenzels-
berge. Es erlitt durch das verheerend
Schnellfeuer "des Gegners enorme Verluste,
hielt aber fest Stand. Da sah der Corporal
Zuber seinen Oberlieutenant Nowak, der
am Fuße schwer verwundet worden, nach
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Zichy-Zyka, Band 60
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Zichy-Zyka
- Band
- 60
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1891
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 430
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon