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Zubovits 289 Zubovits
vergeblichen Anstrengungen, sich aufzuraffen
und trotz der erhaltenen Wunde nochmals
vorzudringen, plötzlich zusammensinken. Rasch
springt er hinzu, verbindet im Hagel der
um ihn fallenden Flintenkugeln den blutenden
Fuß des Oberlieutenants mit seinem Taschen«
tuche und geleitet den Verwundeten sorgsam
auf den Verbandplatz bei Prawadow. Da
sprengen zwei preußische Reiter heran,
muthig stellt sich ihnen Zuber entgegen,
sticht den Einen vom Pferde, verjagt den
Anderen und kehrt nach gelungener Rettung
seines Oberlieutenants zur Truppe in.den
Kampf zurück. ^Hoffinger (Iah. Ritter
von). Lorbem und Cypressen von l866.
Nordarmee (Wien 1368 Prandel, kl. 8".)
Seite 45.)
Zubovits, Feodor von (berühmter
Reiter, geb. zu Mezötür in Ungarn
4846). Der Sohn eines kaiserlichen
OfsicierS, welcher 1849 vor dem Feinde
in Ungarn geblieben, war er 4839 und
4860 Zögling der Maria Therestanischen
Ritterakademie, aber nicht, wie es hie
und da heißt, der Wiener-Neustädter
Militärakademie, und trat dann früh»
zeitig in ein ungarisches Grenzregunent,
machte in demselben einen Zug nach
Montenegro und den Feldzug in Echtes.»
wig'Holstein mit. Manches, was über
sein Leben vorliegt, beruht auf Gerüchten
und klingt so abenteuerlich, daß es schwer
ist, Wahrheit und Dichtung auszuschei.
den. So soll er in Waffengenofsenschaft
mit Gar ibaldi gestanden und bei
Marsala verwundet worden sein, nach
Anderen hätte er den nordamerikanischen
Secessionskrieg mitgemacht. Wir wollen
nicht Alles, was von seinen Duellen,
von Pferdestürzen, von zwei stählernen
Rippen im Leibe und von dem ihn unter«
stützenden Mieder, das er seiner Haltung
wegen tragen soll, wieder nacherzählen,
gewiß ist es, daß er in Angelegenheit der
Pferdezucht und des Sports maßgebend,
ferner ein ausgezeichneter Netter und
Schwimmer ist. Zubovi ts trat erst in die Oeffentlichkeit, als er infolge einer
Wette 1874 am 23. October um 40 Uhr
Vormittags von Wien aus einen Dauer»
ritt nach Paris unternahm, der in
44 Tagen beendet sein sollte und über
Enns, Schärding, Ulm, Post Kniebis
(im Schwarzwald), Kehl. Straßburg,
Nancy, Vitry, Vincennes nach Paris
ging, in welch letzterer Stadt er am
9. November präcise um 8 Uhr Morgens
eintraf. Die Sache war damals ein
Ereigniß, das alle Blatter in Anspruch
nahm und Lieutenant ZubovitS und die
Halbblutstute Caradoc lebten Wochen
lang in aller Welt Munde. Nun daS Pferd
war aber nicht sein Eigenthum, sondern
Besitzer desselben Adolf von Bauerle,
des ehemaligen Redacteurs Bäuerle
einziger Sohn, der, nachdem er mit
feinen aristokratischen Passionen das von
seiner Gattin, der Witwe deS Schrift»
stellers Langer, erheiratete Vermögen
von ein paar Millionen durchgebracht,
nach übergroßem Genuß von Opium im
Hotel „zum goldenen Lamm" in der
Leopoldstadt in Wien todt gefunden
wurde. Später, im Jahre 4377, über.
Zubovits mit einem von ihm
erfundenen Schwimmapparate zu Pferde
die Donau. Dieser Apparat ward von
einer vom französischen Kriegsminister
ernannten Commission bei einem Vei'
suche zwischen Combiöres und Asniöres,
wo er die Seine übersetzte, geprüft und
als zum Vorpoftendienst, wie zum Pas-
siren tiefer Wafferläufe vollkommen geeig«
net befunden; auch machte Zubovi ts
im August 4879 mit seinem Schwimm-
apparat einen Versuch auf der Themse,
der ihm ebenfalls gelang. Unsere unten
angegebenen Quellen berichten genau
ebenso über den Dauerritt wie über die
Schwimmexperimente. Nebenbei sei hier
bemerkt, daß sich die xro und
u Wurzbach. biogr. Lerikon. r,X. ^Gedr. 7. Aug. l89l.1
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Zichy-Zyka, Band 60
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Zichy-Zyka
- Band
- 60
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1891
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 430
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon