Seite - 296 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Zichy-Zyka, Band 60
Bild der Seite - 296 -
Text der Seite - 296 -
Zucchi 296 Zuccoli
Anfang des Jahres 1864). Er trat 1796
als Unterlieutenant in ein zu Reggio
errichtetes Freiwilligen»Bataillon ein, in
welchem er in der italienischen Armee
unter Napoleons Fahnen diente und
die Feldzüge in Oesterreich, Deutschland,
Rußland mit Auszeichnung mitmachte,
so daß er zum General befördert und
1309 nach der Schlacht bei Raab von
Napoleon zum Reichsbaron ernannt
wurde. Seine Siege und Waffenthaten
unter Napoleon haben für unser öfter-
reichisches Lexikon kein weiteres Interesse,
das für uns mit dem Augenblicke be<
ginnt, als er 1814 in kaiserlich österrei-
chische Dienste als General übertrat.
Später nahm er zwar seine Entlassung,
unterhielt aber seine Verbindung mit
den Carbonari, einer Geheimgesellschaft,
deren Ziele die Befreiung Italiens von
den bestehenden Regierungen und die
Einheit desselben waren. Da seine Be»
strebungen verrathen wurden oder sonst
zur Kenntniß der österreichischen Regie-
rung gelangten, ward er 1823 verhaftet,
ihm der Proceß gemacht und er zu vier
Jahren Kerkerhaft verurtheilt. Als dann
1831 in Modena, Parma und in der
Romagna der Aufstand wieder ausbrach,
eilte er herbei, um sich an die Spitze der
Aufständischen zu stellen. Bei Rimini
wurden sie nach tapferster Gegenwehr
von den österreichischen Truppen geschla<
gen, Zucchi gefangen genommen, vor
ein Kriegsgericht gestellt und als Deser-
teur und Rebell zum Tode verurtheilt.
Auf Frankreichs Verwendung zu lebens'
länglicher Haft begnadigt, verlebte er
dieselbe zehn Jahre in Munk^cs, dann
in Iosephstadt, und da das Klima auf
ihn sehr nachtheilig wirkte, erfolgte seine
Nebersehung nach Palmanuova. Dort
öffneten die Ereignisse des Jahres-1848
seinen Kerker. Als dann Man in sich Venedigs bemächtigte, berief ihn derselbe
als Rathgeber an seine Seite, da aber
Zucchi's Bleiben in Palmanuova wich.
tiger erschien, wurde der österreichische
Staatsgefangene Feftungscommandant
dieser Stadt. Von dort berief ihn mit
einem höchst ehrenvollen Decret die revo-
lutionäre Regierung Mailands an ihre
Seite, und er begab sich mitten durch
die von den siegreich vorrückenden öster«
reichischen Truppen überschwemmte Lom»
bardie nach Mailand. Da indessen Ra«
detzky wieder Herr der Lombardie ge-
worden, folgte Zucchi einem Rufe
des Ministers Pelegrino-Rossi zur
Uebernahme des Kriegsministeriums in
Rom. Auf seiner Reise dahin rettete er
Bologna von den Greueln einer anarchi»
schen Demagogie. Nach Rom gelangt,
konnte er nur noch den Papst nach Gaeta
geleiten und die Ordnung in der ewigen
Stadt aufrecht erhalten helfen. Dann
zog er sich aus dem öffentlichen Leben
zurück nach Turin, wo er im Alter von
87 Jahren sein bewegtes Leben schloß.
I /Oxinions (Turiner polit-. Blatt. Fol.)
1864. Nr. 10 im Feuilleton: »^ 66Qork1s
Oario Zuooki".
Porträt. Unterschrift: „2uolld.i, l 6snsrals,
<ii älviLioQS" in Cantu's »stoi-i«. cl.'ItH>
Ua«. Ohne Angabe des Zeichners und Ste»
cherö (8".).
Zuccoli, Luigi Waler , geb. im
Mailändischen in der ersten Hälfte
dieses Jahrhunderts). Er bildete sich in
der Zeit der österreichischen Regierung
im lombardisch'venetianischen Königreich
an der Mailänder Kunstakademie und
beschickte in den Fünfziger-Jahren die
Ausstellungen der Brera sehr fleißig mit
Historienstücken, Genrebildern und Bild.
niffen. So stellte er dort aus 1852:
„Ner Vermnuilete", im „^Ibuiu. Nsxosi-
1832), nach einer
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Zichy-Zyka, Band 60
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Zichy-Zyka
- Band
- 60
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1891
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 430
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon