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Jumbusch 307 Zumbufch
dem türkischen Grenzcommissär Men
Kufetdschi Mechmed Effendi. Nach
dieser Grenzbestimmung zeichnete er 1743
im Einvernehmen mit der türkischen Com-
mission eine neue Karte, nach welcher
1769 eine neue Grenzbestimmung und
Berichtigung ausgeführt und die k. k.
Grenzadler ohne allen Widerspruch auf»
gestellt wurden. — J a c o b s älterer
Bruder Georg starb als Pfarrer zu Hels»
dorf in Siebenbürgen am 22. Jänner
1763 und hinterließ ein noch für die
Geschichte zu verwerthendes Tagebuch von
1689—1739. — Ein zweiter Bruder
Jacobs, Johann Zultner, diente
gleichfalls in der Armee, wurde 1744
von den Franzosen gefangen genommen
und nach Straßburg geführt und starb
nach seiner Befreiung als Rittmeister bei
Graf Kalnoky-Huszaren zu Csik-Tavlotza
am 7. December 1730.
Trausch (Joseph). Schriftsteller . Zerikon
oder biographisch«literarische Denkblälter der
Siebenbürger Deutschen, (Kronstadt l371,
Johann Gott und Sohn, gr. 8".) Bd. I i r ,
Seite 5«.
ZllNlbur, Pseudonym für Knauz,
Nandor >M. XII , S.
Zumbusch, Kaspar Ritter von (B ild-
Hauer, geb. zu Herzebrook an der
Ems in Westvhalön am 23., nach der
<, Neuen Freien Preffe" am 23. November
1830). Sein Vater, Postverwalter und
Nentmeifter bei dem Herzoge von Croy,
bebaute eigenen Grundbesitz. Die Mutter,
eine große Bücherfreundin, vertiefte sich
gern in Nachsinnen über die höchsten und
letzten Dinge. Die Gegend, in welcher der
Knabe mit seinen Eltern wohnte, war ganz
danach angethan, seine Phantasie an»
zuregen und überhaupt ein Erdenwinkel,
der schon manchen großen Mann, es feien
nur Kaulbach, Rauch, Frei l igrath, Bunsen genannt, der Welt geschenkt.
Bei der großen Vorliebe des Vaters für
alte Kupferstiche und sonstigen alten zier-
lichen Hausrath, der in allen Ecken und
an allen Wänden der Wohnung vertheilt
war, fand seine rege Phantasie genug
Gelegenheit, sich in die Schöpfungen der
Kunst zu vertiefen, und frühzeitig fing er
an, Menschenköpfe und Thiergestalten zu
schnitzeln. Diese Arbeiten weckten in der
Mutter den Gedanken, ihn der Bild-
Hauerkunst zu widmen, während der
praktische Vater in der Kaufmannschaft
einen festeren Boden sah als in der Bild»
Hauerei. Wie bedeutend aber die Schnitze»
reien des Jünglings waren, beweist die
Thatsache, daß, als ein höherer Beamter
solche im Elternhause gesehen und nach
Berlin genommen, um sie dem großen
Rauch zu zeigen, dieser den bemerkens«
werthen Ausfpruch that: „Das wäre ein
Bildhauer auch ohne Hände." Dieser
Ausspruch Rauch's bewirkte, daß Zum»
busch vorderhand die Gewerbeschule in
München für zwei Jahre besuchte und
dann ein Jahr auf der ProvinzialzeicheN'
schule daselbst sich heranbildete. Doch
immer noch zweifelte er selbst, ob er die
! Künftlerlaufbahn einschlagen solle, und
war zuletzt fest entschlossen, Kaufmann
zu werden, Amerika und die große Welt
zu durchreisen, woinit der Vater ganz
einverstanden war. Im Herbst 4848 traf
aber auch schon der Brief seines Onkels
aus Bremen ein, der ihm m dieser Stadt
eine gute Stelle in einem Handlungshause
ausgemacht hatte. Jetzt aber kam es
über ihn wie eins Erleuchtung, im Augen«
blick der Abreise faßte er den Entschluß,
Künstler zu werden, und anstatt nack
Bremen fuhr er nach München, um bei
Schwanthaler Aufnahme zu suchen.
In Würzburg angekommen, griff er nach
einer Zeitung, und wie ein Schlag traf es
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Zichy-Zyka, Band 60
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Zichy-Zyka
- Band
- 60
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1891
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 430
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon