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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Zichy-Zyka, Band 60
Seite - 308 -
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Zumbusch 308 Zumbufch ihn, als er darin die Nachricht vom Tode Schwanthaler's las. Niedergedrückt traf er am 28. November in München ein. Die Anfange daselbst ließen sich nichts weniger als verlockend an. Er meldete sich zur Aufnahme als Schüler bei der Akademie, machte eine Probe» arbeit und wurde — Cornel ius und Schnorr waren schon lange nicht mehr an der Anstalt — „als unfähig zurück- gewiesen"! Das aber entmuthigte ihn doch nicht, und statt in die Akademie ein» zutreten, trat er in die ModeÜirschule, welche unter Halbig's Leitung an der damaligen polytechnischen Schule Mün- chenS blühte. Bei diesem Meister arbei- tete er nun fünf Jahre. „Scharf sehen und sicher nachbilden", mit anderen Worten: Naturanschauung und Natur» treue, das lernte er bei Ha l big, also nicht den akademischen Weg vom Stu> dium der Alten zur Natur, sondern gerade den umgekehrten, von der Natur zu den Alten hatte er eingeschlagen. Nun aber traten schwere Ereignisse in sein 3eben: der Zusammenbruch des Wohl» standes im Elternhause, der Tod des Vaters, und er war mit einem Male ganz auf sich selbst gestellt. Doch behielt er Fassung, und ein guter Auftrag ermuthigte ihn; die Baronin Zweybr^ücken gebo- rene Gräfin Rechberg bestellte bei ihm eine Madonna für die Pfarrkirche in Domsdorf in der Nähe des hohen Rech- berg. Nun miethete der 23jährige Jung- ling ein kleines Atelier und vertiefte sich mit Eifer in das Studium der alten christlichen Kunst. Ein figurenreicher Bischofftab in Elfenbein, den er für den Erzbischof Grafen Reisach machte, wurde allgemein bewundert. Freunde der christlichen Kunst, wie Lasaulx, Hein- rich Heß, Windisch mann, Guido Görres und andere Männer ahnlicher ! Richtung suchten den jungen Künstler auf. Aufträge kirchlicher Art kamen in Menge, er nahm mehrere Gehilfen auf, die dann in Holz, Stein, Terracotta aus« führten, was er an Madonnen und Hei- ligen modellirte. Djese Bilderwerke gingen nach Bayern, Westphalen, ins Rhein- land, nach Belgien, England, Amerika, größtentheils nicht einmal unter seinem Namen. Ein Altar mit mehreren Figuren in Marmor für die Grabcapelle der Frau von Waldenburg, eine Madonna in Bronze für die Fayade der Herzogspital» kirche in München, eine andere fast lebensgroße Madonna für ein Grab» denkmal in Darmstadt, deren Wieder« holungen im Pufterthal wie in Aschaffen- bürg aufgestellt wurden —"eine ausführ- liche Uebersicht der Werke des Künstlers folgt S. 309 und 310 — das waren die ersten bedeutenderen Arbeiten aus jener Zeit. Schon im Sommer 4849 hatte Zumbusch in Begleitung Professor Halbig's eine Reise nach Mailand und Florenz gemacht; dieser folgte eine Reise nach Belgien. Doch sie waren von gerin- gem Einfluß für den Künstler, von desto größerem Einfluß als diese war aber die Reise, welche er einige Jahre spater im October 1837 mit Unterstützung des reichen Arbeiterfreundes Egges to r f in Hannover nach Italien unternahm, wo er Mailand, Verona, Padua, Venedig besuchte und vorderhand noch vorherr» schend archäologische Studien machte, dann in Florenz die Meister Masaccio, Filippo Lippi, Thaddeo Gaddi , 3o- renzo Credi, Bot t ice l l i und vor» nehmlich Ghir landajo bewunderte und studirte, bis ihm in Rom, im Vatican und Capitol die volle und echte Schon» heit, das Ideal, das ewig und allein giltige in den daselbst geschauten Werken zum vollen Bewußtsein kam. Im Mai
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Zichy-Zyka, Band 60
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Zichy-Zyka
Band
60
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
430
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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