Basil von Repta

Basil von Repta (* 6. Januar 1842 in Moldauisch Banilla (Banyliv Pidhirnyj), Moldau; † 24. April 1926 in Czernowitz) war ein Theologe der Griechisch-Orthodoxen Kirche. Als Hochschullehrer und Abgeordneter prägte er über Jahrzehnte das geistige und politische Leben im „fernen Osten“ Österreich-Ungarns.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Repta studierte zunächst an der Theologischen Lehranstalt in Czernowitz. Für weitere Studien ging er an die Universität Wien, die Universität Bonn, die Universität München und die Universität Zürich.

1873 kehrte er als Professor für Biblische Geschichte und Biblische Exegese des Neuen Testaments an die Czernowitzer Lehranstalt zurück. Bei ihrer Gründung berief ihn die k.k. Franz-Josephs-Universität zum o. Professor für Neues Testament. Über 20 Jahre war er Inspektor der Volksschulen im Kronland Bukowina. 1878/79, 1885/86 und 1893/94 war er Dekan der Griechisch-Orthodoxen Fakultät. 1883/84 war er Rektor der aufblühenden Vielvölkeruniversität.[1]

1896 wurde er zum Vikar des 1873 gegründeten Erzbistums Czernowitz und 1898 zum Titularbischof von Radautz ernannt. Von 1902 bis 1924 war er Erzbischof von Czernowitz, Metropolit der Bukowina und Dalmatiens.

Von 1901 bis 1907 in den Reichsrat (Österreich) entsandt, saß Repta ab 1904 im X. Bukowiner Landtag. Mit geringem Erfolg versuchte er im Streit zwischen nationalrumänischen, ukrainischen und russophilen Orthodoxen zu vermitteln. Zur Zeit der russischen Besetzung von Czernowitz im Ersten Weltkrieg 1916 besonnen, wurde er nach der Wiedereroberung der Stadt durch Eduard von Böhm-Ermolli amtsenthoben und nach Prag verbannt. 1918 konnte er als 76-Jähriger zurückkehren. Aus Furcht vor Russland wurde am 28. November 1918 in seiner Residenz der Anschluss der Bukowina an das Königreich Rumänien erklärt. Der im Vertrag von Saint-Germain nachträglich sanktionierte Beschluss brachte auch das Ende der Franz-Josephs-Universität.[2]

Ehrungen

Erzbischöfliche Residenz in Czernowitz

Nachlass

Zwei Briefe von Repta an Paul de Lagarde sind in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen erhalten.[3]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Rektoratsrede (HKM)
  2. Manfred Rehbinder, in: Festschrift für Hans Stoll zum 75. Geburtstag (2001)
  3. SUB Göttingen

Weblinks