Corps Saxonia Wien

Basisdaten
Universität: Universität Wien
Gründung: 15. Mai 1850 in Wien
Verband: KSCV
Wahlspruch: Froh und frei!
Farben:
Zirkel:
Zirkel des Corps Saxonia Wien
Wappen:
Wappen
Sitz: Wien VII, Westbahnstraße 27-29
Homepage: http://www.saxonia.at

Das Akademische Corps Saxonia Wien ist ein Corps (Studentenverbindung) im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV), dem ältesten Dachverband deutscher Studentenverbindungen. Das Corps ist pflichtschlagend und farbentragend. Es vereint Studenten sowie ehemalige Studenten der Universität Wien und der anderen Wiener Hochschulen. Die Corpsmitglieder werden Saxen genannt.

Inhaltsverzeichnis

Couleur

Die Farben der Saxonia sind blau – rot – gold (die Landesfarben von Siebenbürgen); die Farben der Füchse sind blau-rot. Dazu wird eine kornblumenblaue Mütze getragen.

Geschichte

Das erste Jahrhundert (bis 1950)

Das Corps Saxonia wurde am 15. Mai 1850 in Wien von Siebenbürger Sachsen als landsmannschaftliche Verbindung gegründet. Es ist damit die älteste noch bestehende Studentenverbindung auf österreichisch-ungarischem Boden[1]. Seit 1866 ist Saxonia Corps, seit 1919 Mitglied im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV). Saxonia stellte die ersten Paukanten für Bestimmungsmensuren in Österreich, diese fanden 1862 mit dem inzwischen erloschenen Wiener Corps Herulia[2] statt. Mit der Wiener Burschenschaft Silesia besteht seit 1863 das älteste österreichische Paukverhältnis. Nach der Annexion Österreichs im März 1938 beschloss Saxonia am 30. April 1938 die Selbstauflösung.

Corps Hilaritas Wien

Das Corps Hilaritas Wien wurde 1881 als pennale Burschenschaft Libertas gegründet. Ein Zusammenhang mit der heute in Wien bestehenden Akademischen Burschenschaft Libertas besteht nicht. Noch im Jahr 1881 wandelten die Mitglieder die Verbindung in ein akademisches Corps um und änderten den Namen in Hilaritas (lateinisch „Frohsinn, Heiterkeit“). Das Corps Hilaritas mußte 1960 wegen Mitgliedermangels suspendieren und löste sich in der Folge 1961 selbst auf. Die Mitglieder der Hilaritas wurden am 24. Juni 1961 in das Corps Saxonia aufgenommen. Ein Freundschaftsverhältnis von Hilaritas mit dem Corps Danubia Graz wurde von Saxonia nicht fortgeführt.

Saxonia nach 1950

Am 28. Januar 1950 erklärte Saxonia die von den Nationalsozialisten 1938 erzwungene Selbstauflösung für widerrufen. Ein Jahr später wurden erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder neue Mitglieder (Füchse) in das Corps aufgenommen. 2010/11 leitete Saxonia die Verbandsgeschäfte des KSCV.

Beziehungen zu Corps an anderen Universitäten

Saxonia steht im Kartell mit Teutonia Graz und Athesia Innsbruck. Befreundet ist Saxonia mit Palatia München.

Besonderheiten

Entgegen allgemeiner Kösener Sitte nennen sich die Mitglieder nicht Sachsen, sondern Saxen.

Bekannte Saxen

Josef Neuwirth um 1890

Träger der Klinggräff-Medaille

Mit der Klinggräff-Medaille des Stiftervereins Alter Corpsstudenten wurde ausgezeichnet:

  • Andreas G. Wibmer (2008)

Einzelnachweise

  1. Helmut Engelbrecht: Geschichte des österreichischen Bildungswesens, Teil 4, Von 1848 bis zum Ende der Monarchie, Wien 1986, S. 243
  2. Dazu siehe: Walter Rabe, Das Wiener Corps Herulia 1861/62, in: Einst und Jetzt (Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtesforschung), Band 26 (1981), S. 89-109

Siehe auch

Literatur

Brief der Saxonia an das damalige Kartellcorps Austria (1877)
  • Richard Beyer: Das Blaue Kartell in Österreich, in: Einst & Jetzt, Bd. 32, 1987, S. 11 ff.
  • Kurt Bräunlich: Die Verbände der österreichischen Corps in Jahren 1874-1887, in: Einst & Jetzt, Bd. 10, 1965, S. 83
  • Joseph Neuwirth: Das akademische Corps Saxonia in Wien 1850-1900, Wien 1900
  • Joseph Neuwirth: Das akademische Korps Saxonia in Wien 1900-1925, Wien 1925
  • Fritz Ranzi: Die SC-Verbände der Vorkösener Zeit in Österreich, in: Einst & Jetzt, Bd. 1, 1956, S. 61 ff.
  • Milan Savić: Blau-rot-gold. Erinnerungen eines Wiener Korpsphilisters, Wien (Verlag C. W. Stern), 2. Aufl. 1903
  • O. Scheuer: Die geschichtliche Entwicklung des deutschen Studententums in Österreich, Wien u. Leipzig 1910

Weblinks