Corps Alemannia Wien zu Linz

Das Corps Alemannia Wien zu Linz ist eine Studentenverbindung im Kösener SC-Verband.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gegründet wurde das Corps Alemannia am 17. November 1862 in Wien von Studenten des Polytechnikums (der heutigen TU Wien) als technische Verbindung. Zum Ende ihres ersten Jahrzehnts und mit Aufnahme von Beziehungen zu anderen gleichgesinnten Bündern in Brünn, Graz und Innsbruck erklärte sich Alemannia von einer Burschenschaft zum Corps, mit vorwiegend deutschstämmigen, aber auch aus anderen Nationalitäten der Monarchie kommenden Mitgliedern, mit „Liebe zum Vaterland und dem angestammten Herrscherhaus“. Letzteres resultierte aus dem Ausschluss Österreichs aus dem Deutschen Bund nach dem verlorenen Deutschen Krieg 1866 gegen Preußen.

Bis zum Ende der Monarchie war den meisten österreichischen Corps die Aufnahme in den KSCV verwehrt. Allerdings hatten die Innsbrucker Corps den bereits genehmigten Aufnahmeantrag 1888 zurückgezogen und wurde Gothia 1898 in den KSCV aufgenommen. Die übrigen Corps aus Österreich, Böhmen und Mähren wurden erst nach dem Zerfall von Österreich-Ungarn und dem Entstehen der übriggebliebenen Republik Deutschösterreich aufgenommen.[1]

Nachdem trotz Widerstandes bereits 1935 die deutschen Korporationen aufgelöst und ihre Mitglieder in den NS-Studentenbund eingegliedert worden waren, trat dies nach dem Anschluss Österreichs im April 1938 auch für Österreich – und somit auch für Alemannia - in Kraft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sich der KSCV in West-Deutschland 1950 neu gründen und auch die Corps in Österreich durften sich, vom Vereinsgesetz sanktioniert, wieder rekonstituieren. Alemannia tat dies im März 1952, anfänglich mit reaktivierten Alten Herren. Die offizielle Wiedereröffnung wurde mit dem großen 90. Stiftungsfest im Mai 1953 nachgefeiert.

1960 war Alemannia das erste österreichische Vorortcorps im KSCV und stellte für den SC zu Wien den Vorsitzenden des oKC.

Mit der 68er-Bewegung blieb in Wien der Nachwuchs aus. Nach sieben Jahren Pause für den aktiven Corpsbetrieb von 1974 bis 1981 entschloss sich Alemannia, den altvertrauten Wiener Boden zu verlassen, um an der jungen Johannes Kepler Universität Linz am 10. Oktober 1981 einen neuen Anfang zu wagen. Seitdem besteht ununterbrochen das aktive Corps in Linz.

Alemannia gehört zum Schwarzen Kreis im KSCV. Er sieht sich in der Verpflichtung, alte studentische Sitten zu bewahren, insbesondere das traditionelle studentische Fechtwesen.

Couleur

Die Farben sind seit Beginn schwarz-blau-gold, die Farbe der Biedermeiermütze ist seit 1864 blau.

Bekannte Mitglieder

Trivia

Arthur Schnitzler hat das Corps als blaue Alemannia (nach der blauen Mützenfarbe) in seiner Traumnovelle verewigt.

Anmerkungen

  1. Schon 1914 hatten die Grazer Corps Joannea und Vandalia und Suevia Prag die Aufnahme beantragt. Mit Austria Prag, dem SC zu Brünn (Marchia, Austria, Frankonia), Teutonia Graz, dem SC zu Leoben (Montania, Schacht) und dem SC zu Wien (Saxonia, Alemannia, Posonia, Symposion) wurden sie beim oKC 1919 in den KSCV aufgenommen.

Literatur

  • Spulak von Bahnwehr: Geschichte der aus den Jahren 1859-1884 stammenden Wiener Couleurs, Selbstverlag, Wien 1914, S. 141-149
  • Walter Rabe: 100 Jahre Corps Alemannia Wien. Corps Alemannia Wien III, Wien 1962

Weblinks