Eroberung von Konstantinopel (1453)

Belagerung von Konstantinopel
Teil von: Türkenkriege
Die Belagerung von Konstantinopel, französische Miniatur aus dem Jahr 1499 (Detail)
Die Belagerung von Konstantinopel, französische Miniatur aus dem Jahr 1499 (Detail)
Datum 2. April bis 29. Mai 1453
Ort Konstantinopel
Ausgang Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen und Ende des Byzantinischen Reiches.
Konfliktparteien
Osmanli-nisani.svg Osmanisches Reich Palaiologos double-headed eagle.jpg Byzantinisches Reich
Befehlshaber
Mehmed II. Konstantin XI.
Truppenstärke
insgesamt 50-100.000
ca. 30-40.000 Kavallerie,
12.000 Janitscharen,
unbekannte Zahl Azaps und Vasallentruppen,
69 Kanonen,
ca. 100-200 Schiffe
weniger als 10.000
ca. 5-7000 byzantinische Soldaten,
ca. 2-3000 Soldaten fremder Mächte,
26 Galeeren (davon 10 byzantinische)
Verluste
unbekannt (hoch) mehr als 9000

Die Eroberung von Konstantinopel im Jahr 1453 durch die Osmanen beendete das Byzantinische Reich. Der osmanische Sultan Mehmed II. stand an der Spitze eines 50.000–100.000 Mann starken Belagerungsheeres. Die Verteidigung der Stadt oblag Kaiser Konstantin XI., der etwa 6.000–10.000 Soldaten zur Verfügung hatte.

Inhaltsverzeichnis

Situation des Byzantinischen Reiches

Ausdehnung des Byzantinischen und des Osmanischen Reichs um 1450.

In den rund tausend Jahren der Existenz des Byzantinischen Reichs (auch griechisches oder oströmisches Kaiserreich genannt) wurde Konstantinopel mehrfach belagert. Die Stadt fiel aber nur ein einziges Mal, im Jahre 1204 (Lateinisches Kaiserreich) während des Vierten Kreuzzugs, in feindliche Hände. Sie konnte jedoch 1261 wieder von byzantinischen Söldnertruppen zurückerobert werden. Das Byzantinische Reich wurde danach in vergleichsweise bescheidenem Umfang wiederhergestellt, verlor aber in den folgenden zwei Jahrhunderten durch Angriffe der Osmanen weite Teile seines Territoriums. Vor allem der Verlust Anatoliens, der bevölkerungsreichen „Kornkammer“ des Reiches, besiegelte den langsamen Abstieg des Byzantinischen Reichs. 1453 bestand Byzanz nur noch aus der Stadt Konstantinopel und ihrem weiteren Umland selbst, einigen Inseln im nördlichen Teil der Ägäis (Lemnos, Samothraki und Imbros) sowie dem größten Teil der Peloponnes, dem so genannten autonomen Despotat von Morea.

Die politische Ausgangslage

Die Lage Konstantinopels zwischen dem europäischen und dem asiatischen Teil des Osmanischen Reichs erschwerte dessen weitere Ausdehnung. Vor allem der Transport von Truppen zwischen Europa und Asien gestaltete sich durch die christliche Dominanz zur See für die Osmanen schwierig. Zudem war Konstantinopel ein wichtiger Handels- und Warenumschlagplatz mit noch immer großen Reichtümern. Auch wenn der byzantinische Kaiser ein Vasall des osmanischen Sultans war, sicherte er doch die christliche Kontrolle über den Bosporus und dessen wichtige Handelsverbindungen (Seidenstraße) für westeuropäische, insbesondere italienische, Händler. Die italienischen Stadtstaaten, die die stärksten Konkurrenten des Osmanischen Reichs bei der Kontrolle des östlichen Mittelmeeres bzw. des Schwarzen Meeres darstellten, nutzten Konstantinopel als sichere Basis für ihre wirtschaftlichen und militärischen Operationen.

Die militärische Ausgangslage

Restaurierter Abschnitt der Theodosischen Mauer am Selymbria-Tor.

Die Stadt besaß etwa 21 km Stadtmauern und war damit wahrscheinlich eine der am besten befestigten Städte ihrer Zeit. Während die etwa 6,5 km bzw. 9 km langen Strecken zum Wasser entlang des Goldenen Horns bzw. des Marmarameers aus einer einfachen Mauer bestanden, wurde die Landseite auf etwa 5,5 km Länge von der Theodosianischen Mauer geschützt. Sie bestand aus einem etwa 20 Meter breiten Graben mit drei aufeinander folgenden Mauern, zwischen denen jeweils ein Laufgang lag. Entlang der zweiten und dritten Mauer standen – zueinander versetzt – alle 50 bis 100 Meter Verteidigungstürme. Lediglich im nördlichsten Abschnitt der Landmauer, am Blachernae-Viertel, wurde die Landseite von einer einfachen Mauer geschützt.[1] Die byzantinische Armee befehligte zwischen 6.000 und 10.000 Soldaten, von denen 2–3.000 Söldner der in der Stadt ansässigen ausländischen Mächte (vorwiegend Genua und Venedig) waren. Die Byzantinische Marine umfasste 10 Galeonen. Hinzu kamen zu Beginn der Belagerung je fünf genuesische und venezianische, drei kretische und jeweils ein Schiff aus Ancona, Katalonien und der Provence. Insgesamt standen den Belagerten damit 26 Schiffe zur Abwehr eines Angriffs von der Seeseite her zur Verfügung.

Die osmanische Armee umfasste zwischen 50.000 und 100.000 Mann. Da die zeitgenössischen Chronisten zu Übertreibungen neigten, darf letztere Zahl wohl als überhöht angesehen werden, auch wenn es keine belastbaren Quellen über die tatsächliche Größe von Mehmeds Armee gibt. Das osmanische Heer umfasste vorwiegend Kavallerie (vermutlich 30–40.000), die bei der Belagerung zu Fuß kämpften. Hinzu kam türkische Infanterie, die zum Großteil aus Azaps und einem etwa 12.000 Mann starken Kontingent Janitscharen bestand, des Weiteren christliche Truppen aus den europäischen Gebieten des Osmanischen Reichs, die wohl ebenfalls einige Tausend Mann umfassten. Das Kernstück für die Belagerung Konstantinopels bildeten aber die 69 Kanonen verschiedenster Größe, die eine Bresche in die Mauern schlagen sollten (siehe Topçu). Zu den Soldaten kamen noch viele Zehntausend Arbeiter, die für Schanzarbeiten, den Aufbau der Belagerungsmaschinen (neben den Kanonen kamen auch klassische Waffen wie der Trebuchet zum Einsatz) und allgemeine Logistik gebraucht wurden. Unter den Arbeitern befand sich auch ein Kontingent serbischer Mineure, die durch Tunnelgrabungen und unterirdische Sprengungen die Mauern Konstantinopels zum Einsturz bringen sollten. Mehmed ließ außerdem eine Flotte von etwa 100–200 Kampfschiffen errichten, um die Stadt vom Meer aus zu bedrängen und – noch wichtiger – von der Versorgung mit Nachschub abzuschneiden.

Die Kanonen des Urban

Zweiteiliges osmanisches Belagerungsgeschütz von 1464, vergleichbar den Kanonen des Urban.

Bei der Belagerung Konstantinopels spielten die von einem gewissen Urban hergestellten Kanonen eine zentrale Rolle. Über den Christen Urban ist nur vergleichsweise wenig bekannt. Er tritt erst im Zusammenhang mit der Belagerung Konstantinopels ins Licht der Geschichte. Als sein Herkunftsland wird je nach Quelle Ungarn, Böhmen, Deutschland oder Serbien angegeben; seine Profession entweder als Stückegießer, Schmied oder Ingenieur. Sicher belegt ist nur, dass Urban im Sommer 1452 am byzantinischen Hof vorsprach und Kaiser Konstantin seine Dienste anbot. Dieser sah sich aber nicht in der Lage, das geforderte Salär des Spezialisten zu bezahlen, und so zog Urban nach Adrianopel (heute: Edirne), der Hauptstadt des Osmanischen Reichs weiter, um sich Mehmed II. anzudienen. Der an technischen Neuerungen interessierte und aufgeschlossene Sultan verpflichtete Urban für das Vierfache des geforderten Lohnes. Urbans erste Aufgabe wurde die Herstellung der Kanonen für die Zwillingsfestungen Anadolu Hisarı und Rumeli Hisarı am Bosporus, die zur Kontrolle des Seeweges dienten. Als sie sich im Einsatz bewährten, sollte Urban auch für die bevorstehende Belagerung Konstantinopels die benötigten Kanonen gießen.

Urban ließ in seiner Werkstatt insgesamt 69 Kanonen verschiedenster Größe gießen, darunter fünf für die damalige Zeit riesige Geschütze. Die kleineren feuerten zumeist Steinkugeln von 90 kg bis 230 kg ab. Die größte Kanone, das sogenannte Konstantinopel-Geschütz, mit einer Rohrlänge von über acht Metern und einem Durchmesser von 75 cm, verschoss Kugeln von ca. 550–600 kg. Die zweitgrößte, vermutlich "Basilisk" genannt, wurde mit immerhin noch ca. 360 kg schweren Geschossen beladen. Für die größte Kanone wurden zudem sechs Eisenkugeln gefertigt, die deren Durchschlagskraft noch einmal deutlich erhöhen sollten. Die Schussfrequenz der größten Kanone wird in christlichen Quellen mit 20 Minuten, in osmanischen Quellen mit ein bis zwei Stunden angegeben. Die Aussagen der christlichen Chronisten sollten mit Vorsicht genossen werden, so dass die Angaben der osmanischen Zeitzeugen als plausibler gelten können.

Urban selbst wurde bei der Explosion einer seiner Kanonen (wie sie bei den damaligen Geschützen nicht selten vorkam) getötet. Auch hier sind sich die Quellen nicht einig, ob dies noch vor der Belagerung bei einem Probeschießen in Adrianopel geschah (Runciman) oder erst im späteren Verlauf der Belagerung durch eine Verkürzung der Schussfrequenz der Konstantinopel-Kanone.[2]

Die Pläne beider Seiten

Mehmed II. plante, entlang der Theodosischen Mauer anzugreifen – einer dreifachen Reihe von Mauern und Wällen, die Konstantinopel vor einem Angriff von Land schützten. Die mächtigen Mauern sollten durch die Kanonen durchbrochen werden und den zahlenmäßig weit überlegenen osmanischen Truppen den Zugang zur Stadt sichern. Die Eroberung musste so schnell wie möglich erfolgen, um anderen christlichen Mächten (Venedig, Genua, Ungarn etc.) keine Möglichkeit zur Aufstellung eines Entsatzheeres zu geben. Zudem war klar, dass die osmanische Flotte zwar die in Konstantinopel ankernden Schiffe in Schach halten konnte, eine Seeschlacht gegen eine venezianische oder genuesische Kriegsflotte mit ihren technisch weit überlegenen Galeonen aber unmöglich gewinnen konnte. Neben der Flotte sollte der Bau der beiden mit Kanonen bestückten Festungen Rumeli Hisarı und Anadolu Hisarı an der engsten Stelle des Bosporus den christlichen Verkehr von und in das Schwarze Meer unterbinden. Geschwindigkeit war somit der entscheidende Faktor für den Erfolg der Belagerung.

Das Byzantinische Reich wiederum musste versuchen, die Belagerung so lange wie möglich hinauszuzögern. Nur das Eintreffen eines christlichen Entsatzheeres konnte das Überleben der byzantinischen Herrschaft sichern, wobei das Fehlen von Mannschaften das größte Hindernis für die Verteidiger der Stadt darstellte. Die Versorgung mit Lebensmitteln war zwar nicht unproblematisch, aber insofern vergleichsweise weniger schwierig, als die im 14. und 15. Jahrhundert in ihrer Einwohnerzahl stark geschrumpfte Stadt mittlerweile über viele freie Flächen innerhalb der Mauern verfügte, auf denen Feldfrüchte angebaut und Vieh gehalten wurde. Die in Konstantinopel ankernde Flotte war für einen Angriff zu schwach, bot aber dennoch einen gewissen Schutz vor offensiven Aktionen seitens der osmanischen Flotte. Ein Eindringen der Schiffe der Belagerer in das Goldene Horn sollte eine von Konstantinopel zur benachbarten genuesischen Kolonie Pera (das heutige Galata-Viertel im Istanbuler Stadtteil Beyoğlu) gespannte Sperrkette verhindern.

Der Ablauf der Belagerung

Karte von Konstantinopel mit seinen Mauern.

Vorbereitungen auf beiden Seiten

Der erste vorbereitende Schritt Sultan Mehmeds für die Belagerung Konstantinopels war die Errichtung der Festung Rumeli Hisarı auf der europäischen Seite des Bosporus, und damit auf byzantinischem Gebiet, gegenüber der bereits bestehenden Festung Anadolu Hisarı. Die Arbeiten hierzu begannen im Frühjahr 1452 und waren gegen Ende August beendet. Unmittelbar nach Fertigstellung der Festung verhängte Mehmed eine Blockade gegen zwischen Schwarzem Meer und Marmarameer passierende christliche Schiffe. Zeitgleich begann eine intensive Flottenbautätigkeit, um eine Versorgung Konstantinopels über den Seeweg aus Richtung Westen unterbinden zu können. In Adrianopel wurden derweil in den Werkstätten des Urban Kanonen gefertigt und Truppen für den bevorstehenden Feldzug angemustert. Die Straßen zwischen Adrianopel und Konstantinopel wurden für den bevorstehenden Transport der Kanonen ausgebessert und verstärkt.

Kaiser Konstantin musste sich spätestens seit dem Bau von Rumeli Hisarı über den bevorstehenden Angriff im Klaren sein. Er versuchte Hilfe von anderen christlichen Mächten zu erlangen, bekam aber im Wesentlichen Absagen. Der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches verfügte über keine finanziellen Mittel, England und Frankreich hatten gerade erst den Hundertjährigen Krieg beendet und waren vollauf mit Konsolidierung beschäftigt. In Ungarn herrschten innenpolitische Auseinandersetzungen, und Serbien war osmanischer Vasall und nicht gewillt, diese Rolle zu verlassen. Georgien und Trapezunt standen selber unter enormen Druck durch das Osmanische Reich und waren zu effektiver Hilfe nicht in der Lage. Lediglich die italienischen Städte, besonders Venedig und Genua, sowie das Papsttum leisteten durch die Entsendung von Truppen und Nahrungsmitteln tatsächliche Hilfe. In Konstantinopel selber besserte man die Mauerwerke aus, räumte und flutete die vorgelagerten Gräben. Zudem wurden Edelmetalle aus den Kirchen und Klöstern der Stadt eingezogen und zum Ankauf von Lebensmitteln und Soldtruppen verwendet.

Der Beginn der Belagerung

Die osmanischen Truppen und Belagerungswaffen aus Thrakien und Adrianopel setzten sich Ende März 1453 in Bewegung. Das Konstantinopel-Geschütz musste von insgesamt 60 Ochsen gezogen werden. Am 5. April traf Sultan Mehmed mit den letzten Truppen vor der Stadt ein. Nach einer dem islamischen Recht entsprechenden ultimativen Aufforderung, die Stadt kampflos zu übergeben, die abschlägig beschieden wurde, begann die Belagerung. In den ersten Tagen kam es noch zu keinen nennenswerten Kampfhandlungen. Die osmanischen Truppen nahmen einige kleinere Forts in der Umgebung der Stadt ein und widmeten sich im Wesentlichen Schanzarbeiten. Die Kanonen wurden in insgesamt 14 oder 15 Batterien aufgeteilt und entlang der Landmauer in Stellung gebracht. Die größeren Geschütze musste man zunächst in Fundamente einlassen, da der Untergrund zu weich war, um ihrem Rückstoß standzuhalten. Sie waren erst am 11. April vollständig einsatzbereit. Die osmanische Flotte hatte sich am 11. oder 12. April vollständig vor der Stadt versammelt. Im Bosporus, in der Höhe des heutigen Istanbuler Stadtteils Beşiktaş, wurde ein provisorischer Flottenstützpunkt eingerichtet. Hinter der genuesischen Kolonie Pera baute man eine Straße bis zum oberen Ende des Goldenen Horns; sie sollte die Verbindung zwischen Flotte und Armee sichern.

Die Verteidiger der Stadt nahmen entlang der Mauern ihre Positionen ein. Die Landmauer wurde von regulären byzantinischen Truppen und den ausländischen Soldaten bemannt. Auf den Seemauern zum Marmarameer nahmen vor allem die Mönche der städtischen Klöster Stellung, da ein Angriff von dieser Seite her zumindest nicht völlig ausgeschlossen werden konnte. Da das Goldene Horn durch die Flotte und die Sperrkette gesichert schien, konnten die Mauern in diesem Abschnitt ohne Bewachung bleiben. In den ersten Tagen versuchten die Verteidiger, die Landmauern mit Stoffballen zu bedecken und somit die Wucht eintreffender Geschosse etwas abzumildern, was sich aber bald als nutzlos herausstellte. Bereits am 7. April, noch bevor die großen Kanonen einsatzbereit waren, brach ein erster Abschnitt der Landmauer unter dem Bombardement zusammen. Ab diesem Zeitpunkt waren die Verteidiger gezwungen, die Feuerpausen der Nacht auszunutzen, um Schäden an den Mauern auszubessern und Lücken mit Geröll notdürftig aufzufüllen.

Der Verlauf der Belagerung

Bereits am 9. April und erneut am 12. April unternahm die osmanische Flotte Angriffe auf das Goldene Horn; sie konnten aber von den Verteidigern – nicht zuletzt wegen der Schiffssperre – abgewehrt werden. In den folgenden Tagen verlegte Mehmed einen kleinen Teil seiner Geschütze auf die Hügel oberhalb Peras, um so die christliche Flotte an freien Bewegungen im Goldenen Horn zu hindern. Auf der Landseite beschränkte er sich zunächst auf das dauernde Bombardement der Verteidigungswerke. Erst am 18. April erfolgte ein erster Sturmangriff auf die Landmauer in der Höhe des Mesoteichions (die Stelle, an der sich die Mauern in das Tal des Flüsschens Lykos absenkten, der unter den Mauern hindurch bis ins Marmarameer fließt), der aber nach etwa zwei Stunden Kampf erfolglos abgebrochen wurde.

Am 20. April trafen, vom Papst angemietet, drei genuesische Galeeren und ein byzantinisches Lastschiff mit Versorgungsgütern ein. Mehmed befahl seiner Flotte unter Admiral Suleiman Baltoglu, sie sofort anzugreifen, und es entbrannte ein mehrstündiger Seekampf. Ungünstige Winde erschwerten den angreifenden Schiffen, in das Goldene Horn einzulaufen, überdies waren die christlichen Schiffe wesentlich besser ausgestattet und ihre Besatzungen waren bedeutend besser ausgebildet und ausgerüstet. Seite an Seite gestellt hielten sie dem mehrstündigen Sturm der türkischen Flotte stand. Erst bei Einbruch der Dunkelheit drehte der Wind, und die Schiffe erreichten mehr oder minder unbeschadet ihre Ankerplätze. Runciman schreibt, der Sultan sei außer sich vor Wut gewesen und Baltoglu sei öffentlich als Verräter und Feigling betitelt und zum Tode verurteilt worden. Lediglich das persönliche Eintreten seiner Offiziere, die seine Tapferkeit bezeugten, rettete ihm das Leben. Er wurde dennoch sämtlicher Titel und Posten entkleidet und sein Eigentum wurde unter die Janitscharen verteilt.[3] In der Stadt weckte dieser Erfolg große Hoffnungen auf weitere Verstärkungen aus dem Westen. Sie sollten sich in den nächsten Wochen allerdings nicht erfüllen.

Mehmed II. befiehlt, die Schiffe über das Land in die damals mit einer riesigen Kette versperrten Meerengen zu bringen. (Künstlerische Darstellung des osmanischen Hofmalers Fausto Zonaro aus dem 20. Jahrhundert)

Am 22. April ließ Mehmed hinter Pera, verdeckt von einem Hügel und für die Verteidiger nicht zu beobachten, eine Schiffstransportstraße einrichten. Der ehemalige Janitschare Konstantin aus Ostrovitza beschreibt in seinen Memoiren eines Janitscharen diese Schiffsrutsche recht genau:

[...] führte der Sultan die Schiffe auf sehr eigentümliche Weise und mit großem Aufwand herbei, worüber die ganze Stadt und das Heer in Verwirrung gerieten. Und zwar tat er das folgendermaßen: Bergaufwärts wurde ein Graben angelegt, der mit Balken ausgeschlagen und dick mit Fett eingeschmiert war; darüber hinaus wurden für jedes Schiff richtige Segel hergestellt. Als man die Windsegel hochgezogen hatte, glitten alle 30 Schiffe eins nach dem anderen wie über Wasser hinweg, bei Fahnenschwingen und Trommelwirbel, die Kanonen feuerten.[4]

Innerhalb weniger Tage wurde auf diese Weise die komplette osmanische Flotte über Land vom Marmarameer an das obere Ende des Goldenen Horns gezogen. Ein Angriff der christlichen Schiffe auf den neuen Flottenstützpunkt der Osmanen blieb erfolglos und führte zum Verlust einer Galeere und von etwa 100 Mann. Die Schiffe der christlichen Seite konnten nun die Häfen der Stadt im Goldenen Horn nicht mehr verlassen. Zudem waren die Verteidiger gezwungen, weitere Truppen von der Landmauer abzuziehen, um nun auch diesen Mauerabschnitt bemannen zu können. Am oberen Ende des Goldenen Horns ließ Mehmed eine Pontonbrücke errichten, um seine Truppen und Geschütze, wenn nötig, noch schneller zwischen den beiden Fronten verlegen zu können.

In den folgenden Wochen wurden die Angriffe entlang der Landmauer verstärkt. Es erfolgten zwei größere Sturmangriffe, am 7. Mai wieder entlang des Mesoteichions und am 12. Mai auf der Höhe des Blachernae-Viertels, an dem die dreifache Theodosius-Mauer endete und in einer einfachen Mauer fortlief; beide Angriffe wurden zurückgeschlagen. In der zweiten Hälfte des Monats Mai kam es praktisch täglich zu Scharmützeln entlang der gesamten Front. Die Verteidigungsmauern waren an den meisten Stellen mittlerweile weitestgehend zu Schuttbergen zusammengebrochen. Gleichzeitig intensivierten die serbischen Mineure ihre Tätigkeit, um unterirdisch einen Gang bis in die Stadt zu treiben und den osmanischen Truppen auf diesem Weg Zugang zu verschaffen. Auf Seiten der Byzantiner leitete der erfahrene Ingenieur Johannes Grant, vermutlich ein Deutscher oder Schotte, die Abwehrmaßnahmen unter Tage. Es gelang dadurch immer wieder, diese Angriffe durch die Anlage von Gegentunneln abzuwehren. Dabei flutete man die osmanischen Tunnel entweder mit Wasser aus den Stadtgräben, oder stürmte sie durch byzantinische Soldaten, um sie dann gezielt zum Einsturz zu bringen. Auch wenn es den Verteidigern immer wieder gelang, alle Angriffe sowohl ober- als auch unterirdisch abzuschlagen, verschlechterte sich die Lage in der Stadt zusehends. Die Lebensmittelreserven verknappten sich beständig und es mussten erste Rationierungsmaßnahmen getroffen werden. Die verteidigenden Soldaten waren von den Kämpfen am Tag und den Schanzarbeiten in der Nacht übermüdet.

Aber auch im osmanischen Lager mehrten sich die unzufriedenen Stimmen. Auch hier wurde die Versorgungslage zunehmend schwierig, und mit jedem Tag, den die Belagerung andauerte, erhöhte sich die Chance, dass weitere christliche Truppen zur Verteidigung der Stadt eintrafen. Am 25. Mai kam es zu einer letzten Unterhandlung zwischen Mehmed und Konstantin über eine Beendigung der Belagerung; sie blieb aber ohne Ergebnis.

Der Fall Konstantinopels

Der Sultan zieht mit seiner Gefolgschaft in die Stadt ein.(Künstlerische Darstellung des osmanischen Hofmalers Fausto Zonaro aus dem 20. Jahrhundert)

Am 29. Mai um 1:30 Uhr morgens begann auf der vollständigen Länge der Landmauer der letzte Sturmangriff auf Konstantinopel. Die erste Welle bildeten irreguläre Teile der osmanischen Armee. Nach etwa zweistündigem Kampf wurden sie zurückgezogen und eine zweite Welle von regulären Truppen setzte den Angriff fort. Um etwa 5:30 Uhr wurden auch diese Truppen zurückgenommen und die Janitscharen übernahmen die dritte Angriffswelle. Gleichzeitig griff die Flotte die Mauern am Goldenen Horn und am Marmarameer an. Bei Sonnenaufgang brach die Verteidigung, vermutlich auf der Höhe des St. Romanus-Tores, endgültig zusammen. In kurzer Zeit gelang es den Janitscharen, ihre Stellung hier zu festigen und entlang der Verteidigungsanlagen vorzurücken, um weitere Tore zu öffnen.

Über die genauen Gründe für den Durchbruch der Janitscharen existieren verschiedene Versionen. Nach der christlichen Geschichtsschreibung gelang den Janitscharen der Zugang zur Stadt über eine kleine, unverschlossen gelassene Ausfallpforte, die sogenannte Kerkoporta, in der Nähe des St. Romanus-Tores. Byzantinischen Volkssagen zufolge sei die Stadt verloren, wenn die Kerkoporta vom Feind durchbrochen würde. Als am frühen Morgen des 29. Mai der Schrei Ἑάλω ἡ πόλις (Ealo i polis - „Die Stadt ist verloren!“) erklang, schien sich somit eine Prophezeiung erfüllt haben. Osmanische Chronisten heben als Gründe für den Sieg der Janitscharen vor allem deren Disziplin und Kampfkraft hervor.

Ob der Durchbruch der Mauer beim St. Romanus-Tor tatsächlich der erste war, ist aber nicht gesichert. Einige Historiker gehen auch davon aus, dass es den osmanischen Truppen weiter südlich bereits zuvor gelungen war, die Befestigung zu durchbrechen.[5]

Die Truppen der Verteidiger lösten sich schnell auf; die Ausländer strebten Richtung Hafen zu ihren dort ankernden Schiffen, die Soldaten der Stadt eilten zu ihren Familien. Georgios Sphrantzes zufolge, welcher als byzantinischer Beamter den Fall Konstantinopels erlebte, hatten die osmanischen Truppen bereits um 8.30 vormittags die ganze Metropole eingenommen.

Die Stadt wurde von den siegreichen osmanischen Truppen geplündert. Dabei kam es insbesondere in den ersten Stunden zu vielen blutigen Übergriffen gegen die Einwohner. Unter anderem wurden Menschen, die sich in die Hagia Sofia geflüchtet hatten, dort von den Soldaten niedergemacht. Erst nachdem die Eroberer realisierten, dass jeder organisierte bewaffnete Widerstand zusammengebrochen war, konzentrierten sie sich auf die Plünderung der reichen Kirchen und Klöster Konstantinopels. Von den Plünderungen ausgenommen waren nur einige Viertel wie z. B. Petrion und Studion, in denen die Bewohner die Mauern ihrer Siedlung rechtzeitig öffneten und sich den osmanischen Truppen ergaben.[6] Der byzantinische Historiker Kritobulos von Imbros (Michael Kritopulos), der für einige Zeit Gouverneur der gleichnamigen Ägäis-Insel Imbros (heute Imroz oder Gökçeada, Türkei) war und der 1467 ein bedeutendes Geschichtswerk über die 17 ersten Regierungsjahre des Eroberersultans Mehmed II. verfasste, berichtet über die Einnahme Konstantinopels [7][8]

Zeitgenössische Darstellung des letzten byzantinischen Kaisers Konstantin XI.

„Danach zog der Sultan in die Polis ein und betrachtete eingehend ihre Größe und Lage, ihre Pracht und Herrlichkeit, die große Zahl, Größe und Schönheit ihrer Kirchen und öffentlichen Gebäude, ihre Einzel- und Gemeinschaftshäuser, die luxuriöse Anlage der Häuser der Vornehmen, außerdem die Lage des Hafens und der Werften und dass die Stadt in jeder Hinsicht mit allem Nötigen ausgestattet und von der Natur begünstigt war, kurz ihre gesamte Einrichtung und Schmuck. Er sah aber auch die große Zahl der Umgekommenen, die Verlassenheit der Häuser, und die völlige Zerstörung und Vernichtung der Stadt. Und jäh überkam ihn Mitleid und nicht geringe Reue wegen ihrer Zerstörung und Plünderung, und er vergoss Tränen, seufzte laut und schmerzlich und rief: ’Welch eine Stadt haben wir der Plünderung und Verwüstung ausgeliefert!’ So schmerzte es ihn in der Seele.“

Kritobulos von Imbros

Portrait von Sultan Mehmet II., vermutlich vom italienischen Künstler Gentile Bellini im Jahre 1480 gemalt.

Durch den Angriff fast aller Matrosen auf die Seemauern war die osmanische Flotte handlungsunfähig, was etwa 15 bis 20 mit Flüchtlingen beladenen christlichen Schiffen die Ausfahrt aus dem Goldenen Horn und den Rückzug Richtung Ägäis freimachte. Dabei konnten viele wertvolle Schriften gerettet werden, die noch heute in Florenz zu sehen sind. Kaiser Konstantin XI. fiel im Kampf an der Theodosischen Mauer. In den folgenden Tagen ließ Mehmed II. allen byzantinischen Adeligen verkünden, sie würden in ihre alten Rechte eingesetzt, wenn sie sich meldeten. Diejenigen, die dem Aufruf folgten, ließ Mehmed II. mitsamt ihren Familien köpfen. Den übrigen wurde angeboten, sie könnten zum Islam übertreten oder seien des Todes. Niemand nahm das Angebot an.[9][10]

„Hiermit erkläre ich mich und zeichne meinen Erlass für meine Anhänger auf. Meine Worte betreffen die Christen, bekannt oder unbekannt in Ost und West, Nah und Fern. Diejenigen, die meinem Erlass nicht Folge leisten, seien sie Sultane oder gewöhnliche Muslime, widersetzen sich auch dem Willen Gottes und seien verflucht. Ob Priester oder Mönche an einem Berg Unterschlupf finden, oder ob sie in der offenen Wüste, in einer Stadt, einem Dorf oder in einer Kirche wohnen – ich persönlich verbürge mich mit meinen Armeen und Gefolgsleuten für sie und verteidige sie gegen ihre Feinde. Jene Priester gehören zu meinem Volk (meiner tabaa). Ich nehme Abstand davon, ihnen irgendeinen Schaden zuzufügen. Es ist verboten, einen Bischof von seinen Pflichten abzuhalten, einen Priester von seiner Kirche fernzuhalten und einen Eremiten von seiner Unterkunft. Ein Muslim darf eine Christin, die er geheiratet hat, nicht daran hindern, in ihrer Kirche Gott zu verehren und den Schriften ihrer Religion Genüge zu tun. Wer sich gegen diese Anordnungen stellt, soll als Feind Allahs und seines Gesandten betrachtet werden. Muslime sind verpflichtet, sich bis ans Ende der Welt an diese Anordnungen zu halten.“

Sultan Mehmet II

Die Folgen der Eroberung Konstantinopels

Das Osmanische Reich konnte mit der Eroberung Konstantinopels seine Herrschaft an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien konsolidieren und legte den Grundstein für seine weitere Expansion. Nur wenige Tage nach der Eroberung Konstantinopels, am 3. Juni, musste sich auch die genuesische Kolonie Pera Sultan Mehmed unterwerfen. Die byzantinischen Inseln Lemnos und Imbros wurden noch im selben Jahr erobert. Das Despotat von Morea, als letztes direktes Überbleibsel des ehemals mächtigen Byzantinischen Reiches, fiel schließlich 1460. Für die italienischen Städte war der Verlust der Kontrolle über den Bosporus ein schwerer Schlag, der ihren Schwarzmeer- und Levante-Handel fortan stark beeinträchtigte.

Nach der Eroberung erklärte Mehmed „Istanbul“ zur neuen Hauptstadt des Osmanischen Reichs ([11]من بعد تختم استنبولدر‎ / min-baʿd taḫtım İstanbuldur /‚fürderhin ist mein Thronsitz Istanbul‘). Sprachwissenschaftler gehen davon aus, dass Istanbul / ‏استنبول‎ eine abgeschliffene Form des griechischen Ausrufs εἰς τὴν πόλιν (phonetische Transkription: „is tin polin“) ist, der so viel wie „In die Stadt!“ oder „Hinein in die Stadt!“ bedeutet und mit dem über das Land ziehende Werber des Sultans in den folgenden Jahren versucht haben sollen, die geflohene griechische Bevölkerung zur Rückkehr zu bewegen.

Möglich ist auch eine Verschleifung bzw. Anpassung der Phonetik vom byzantinischen Namen in die türkische Sprache, ohne aber eine eigentliche Bedeutung zu haben, wie dies bereits vorher mehrmals geschehen war. Beispiele sind unter anderem: Smyrna = Izmir, Adrianopel = Edirne, Trapezunt = Trabzon, Iconium = Konya, Ankyra (Angora) = Ankara, Prusa = Bursa usw.

Die Wahrnehmung des Falls Konstantinopels in Westeuropa

Die Kunde von der Halosis Konstantinoupoleos, dem Fall Konstantinopels, erreichte Westeuropa am 29. Juni 1453 (über Venedig) und wurde mit großem Entsetzen aufgenommen.[12] Die tatsächlichen oder auch imaginierten Grausamkeiten bei der Eroberung wurden dabei regelmäßig bis ins Groteske überhöht. Die Formulierung "Ströme von Blut" wurde bald zu einer fast feststehenden Wendung bei der Schilderung der Geschehenisse.[13]

Auch wenn das Byzantinische Reich bereits seit einiger Zeit keine nennenswerte Rolle unter den europäischen Mächten spielte, hatte Konstantinopel doch einen nach wie vor hohen symbolischen Stellenwert im christlichen Selbstverständnis. Der Sieg des jungen, dynamischen und islamischen Osmanischen Reichs, löste eine vielstimmige Diskussion in Europa aus, die nicht zuletzt auch das eigene, christliche Selbstverständnis berührte. So verfasste der Humanist Nikolaus von Kues unmittelbar unter dem Eindruck des Falls der Stadt sein Werk "De Pace Fidei" ("Über den Glaubensfrieden"), in dem er sich für eine Verständigung zwischen den Religionen generell, insbesondere aber zwischen Christentum und Islam, stark macht. Zugleich mehrten sich in Europa Stimmen, die "die Türken" als Strafe Gottes für die eigenen Sünden betrachteten.[14][15] Die Griechen hätten diese Strafe durch ihr Schisma, also die Beibehaltung des orthodoxen Glaubens und die Ablehnung des katholischen, über sich gebracht. Gegen eine solche Gottesstrafe solle man aber nicht mit Waffengewalt vorgehen, vielmehr müsse man die eigene Sünde überwinden und ein rechtgläubiges Leben anstreben. In diesen Diskussionen spiegelt sich die Situation der Gesellschaften Europas wider. Mehr und mehr Menschen waren der ewigen Kriege und der sich zankenden Fürsten (der Hundertjährige Krieg war erst wenige Jahre zuvor beendet worden) überdrüssig. Zugleich galt die Kirche vielfach als zutiefst korrupt und von Sünde zerfressen. Dem mittelalterlichen Modell der christianitas, der Idee, dass alle christlichen Mächte zur Eroberung des Heiligen Lands und zur Verbreitung des christlichen Glaubens zusammenstehen sollten, wurden nun also neue Konzepte der Verständigung mit "den Anderen", aber auch der inneren Selbsterneuerung entgegengehalten.

Nichtsdestotrotz regte der Falls Konstantinopels aber auch zu neuen Kreuzzugsplänen an. So rief Papst Nikolaus V. mehrfach zum gemeinsamen Kampf gegen die Türken auf. Der kaiserliche Berater Ennea Silvio Piccolomini (der spätere Papst Pius II. rief die Reichsstände 1454/1455 zu drei so genannten Türkenreichstagen nach Regensburg, Frankfurt und in die Wiener Neustadt, um diese zum Krieg gegen die Türken zu gewinnen.[16] In Lille in Burgund veranstaltete Philipp der Gute 1454 das so genannte Fasanenfest, bei dem er zusammen mit vielen anderen Rittern und Adligen einen Eid zum Türkenzug schwor.[17] Zwar konnte die Belagerung von Belgrad im Jahre 1456 auch durch zugeströmte, den Kreuzzugsaufrufen gefolgten Bauern gewonnen werden, weiteres militärisches Vorgehen gegen die Osmanen ergab sich aber nach all den Schwüren und Brandreden nicht.

Nicht nur in der geistigen und politischen, auch in der profanen zeitgenössischen Kultur spielte die Eroberung Konstantinopels eine wichtige Rolle (Johannes Gutenberg produzierte bspw. eine Schrift über die Türken). Die Figur des „Türken“ fand als fester Topos dauerhaften Eingang in die abendländische Kultur und wirkt bis heute fort. Das Datum der Eroberung Konstantinopels wird oft als einer der Marksteine der Epochenschwelle zwischen Mittelalter und Neuzeit genannt, auch wenn man sich in der Geschichtswissenschaft mittlerweile einig ist, dass solche Setzungen nur begrenzt aussagekräftig sind. Unbestritten ist jedoch, dass die Eroberung Konstantinopels eine hohe Symbolwirkung hatte.

Siehe auch: Liste von Belagerungen

Bilder zur Belagerung

Quellen

  • Georgios Phrantzes (Sphrantzes): Chronicon, in: E. Bekker (Hrsg.), Corpus Scriptorum Historiae Bytantinae, Bonn 1838.
  • Nicoló Barbaro: Giornale dell' assedio di Constantinopoli. E. Cornet (Hrsg.), Wien 1856.
  • Michael(?) Dukas: Historia Turco-Byzantina: in: E. Bekker (Hrsg.), Corpus Scriptorum Historiae Bytantinae, Bonn 1834.
  • Kritoboulos: De rebus gestis Mechemetis, in: Müller (Hrsg.), Fragmenta historicorum, V, o.O. 1883.
  • Michael Konstantinovic von Ostrovica: Polnischer Janitschar, in: A. Galezowsky (Hrsg.): Zbior Pisarzow Polskieh, V, Warschau 1929.

Literatur

Verfilmung

  • The Conquest of Istanbul (Originaltitel: Istanbul'un fethi), Türkei 1954
  • Fetih 1453, Türkei 2012

Weblinks

 Commons: Belagerung von Konstantinopel (1453) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Zwei Augenzeugenberichte,

Ausschnitte aus historischen Werken:

Einzelnachweise

  1. vgl. Runciman S.91-92
  2. Neslihan Asutay-Effenberger/Ulrich Rehm (Hrsg.): Sultan Mehmet II. - Eroberer Konstantinopels - Patron der Künste, Böhlau Verlag, Köln 2009 ISBN 978-3-412-20255-2, Seiten 211 ff. „Mehmets Kanonenmeister Urban und sein Riesengeschütz vor der Landmauer von Konstantinopel“ (eingesehen am 15. September 2010) Buchvorschau
  3. vergleiche Runciman S. 108
  4. Renate Lachmann: Memoiren eines Janitscharen oder Türkische Chronik. Styria Verlag, Graz/Wien/Köln 1975, ISBN 3-222-10552-9, S. 108 f.
  5. Gerhard Herm: Der Balkan. Das Pulverfaß Europas. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf / Wien / New York / Moskau, 1993, S. 172, ISBN 978-3-430-14445-2
  6. Georg Ostrogorsky, Geschichte des byzantinischen Staates (Handbuch der Altertumswissenschaft), 3. Aufl. 1963, S. 473; Franz Georg Maier, Byzanz (Fischer Weltgeschichte, 11. Aufl. 2001, S. 406.
  7. Dieter Roderich Reinsch: Mehmet II. erobert Konstantinopel. Die ersten Regierungsjahre des Sultans Mehmet Fatih, des Erobereres von Konstantinopel 1453. Das Geschichtswerk des Kritobulos von Imbros, Reihe 'Byzantinische Geschichtsschreiber', Bd. XVII, hg. von J. Koder, übersetzt, eingeleitet und erklärt von Dieter Roderich Reinsch, Graz / Wien / Köln, 1986, ISBN 978-3-222-10296-7
  8. F. A. Brockhaus: Der Brockhaus in fünfzehn Bänden. Brockhaus in der Wissenmedia, Leipzig / Mannheim, 1997, Bnd. 7, S.464, ISBN 978-3-7653-2801-5
  9. Weber Weltgeschichte, 2. Auflage, 11. Band
  10. Geschichte des osmanischen Reichs. Von Baptistin Poujoulat, Seybt, Julius
  11. Ṭursun Beğ: Tārīḫ-i Ebū ʾl-Fetḥ. Kommentierter Abdruck bei Halil İnalcık, Rhoads Murphey: The History of Mehmed the Conqueror by Tursun Beg. Minneapolis/Chicago 1978, f. 52b.
  12. vgl. Meuthen, S.1
  13. vgl. Meuthen S.4-6
  14. bspw. Erasmus in seiner Schrift "Consultatio de bello Turcis inferendo".
  15. vgl. Meuthen, S.29
  16. vgl. Meuthen S.17/18
  17. vgl. Meuthen S.21-23
  18. [Und ein solchs Blutvergießen das blutig Beche durch die Stadt fluss. So warden die heilligen Götzheuser unnd Tempel erbermlich und grausamlich befleckt und enteeret und will unmenschlicher Boßheit und Myßtat durch die wütenden Türken gegen dem cristenlichen blut geübt.“ Bericht über die Eroberung Konstantinopels aus der Schedelschen Weltchronik von 1493. Vorne rechts auf dem Stadtbild ist die Hagia Sophia zu erkennen.]