Georg Konrad von der Goltz

Georg Konrad von der Goltz auf dem Reiterstandbild Friedrichs des Großen unter den Linden zusammen mit von Wartenberg

Freiherr Georg Konrad von der Goltz (* 4. Oktober 1704 in Parsow; † 4. August 1747 in Berlin) war ein königlich-preußischer Generalmajor und Chef der Gensdarmes. Zudem war er Generalkriegskommissar, Amtshauptmann von Cottbus, Peitz und Aschersleben sowie Ritter des Johanniterordens und designierter Komthur von Lagow und Träger des Pour le Merite. Des Weiteren war er Erbherr auf Kuttlau, Neukrantz und Mellentin.

Er war der Sohn des polnischen Rittmeisters Freiherr Henning Bernhard von der Goltz und dessen Frau Maria Katharina von Heidebreck. Der Generalleutnant Freiherr Karl Christoph von der Goltz und Balthasar Friedrich von der Goltz waren seine Brüder.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er studierte bei den Jesuiten in Thorn sowie auf der Hohen Schule von Halle. Sein Onkel, der polnische Minister von Manteufel, holte ihn 1725 in die Dienste des sächsisch-polnischen Königs August II.. 1727 wurde er Legationsrat und mit dem Grafen Hoym nach Frankreich geschickt. Dort blieb er zwei Jahre. Er kam nach Sachsen zurück und wurde dort zum wirklichen Legationsrat und Kammerherrn ernannt. Als sein Onkel den Ränkespielen am Hof zum Opfer fiel, wechselte er zur preußischen Armee

Am 22. Oktober 1729 erhielt er eine Kompanie im Dragonerregiment Nr. 5 (Bayreuth). 1733 wurde er vom preußischen König Friedrich Wilhelm I. wieder mit diplomatischen Aufträgen betraut. Er wurde nach dem Tod von König August II. nach Warschau geschickt, um über die Umtriebe der Parteien zur Wahl von dessen Nachfolger Bericht zu erstatten. 1734 war er beim Rheinfeldzug dabei. Im Jahr darauf 1735 wurde er Oberstleutnant im Dragoner-Regiment Nr. 6 (Cossell). 1740 wurde er vom neuen König Friedrich II. nach Berlin geholt. Er war schon im August nach Gotha und Eisenach unterwegs; von dort brachte er das Infanterie-Regiment Nr. 40 mit.

Im ersten Schlesischen Krieg war es von der Goltz, der die Bedingungen für die Übergabe von Breslau verhandelte. Am 7. März 1741 wurde er vom König von Schweidnitz zum Korps des Prinzen Leopold von Dessau geschickt. Er führte die Pläne zum Sturm auf die Festung Glogau mit sich. Der Angriff erfolgte am 8. März 1741, zusammen mit den Markgrafen Karl war er der erste Offizier auf dem Festungswall. Mit einer Grenadierkompanie drang er auf den Markt vor, entwaffnete die Hauptwache und besetzte das Haus des österreichischen Gouverneurs General Graf von Wallis, wobei er diesen gefangennahm. Für diese Tat erhielt er den Orden Pour le Merite und das Gut Kuttlau. Danach eilte er mit 14 Eskadronen zur königlichen Armee bei Mollwitz, traf aber erst nach der Schlacht ein und erhielt den Auftrag, dem Feind nachzusetzen. Am 17. Mai 1741 wurde er zum Oberst ernannt und erhielt das primas preces auf eine Domherrenstelle in Magdeburg. Danach befand er sich bei der Belagerung von Brieg, wo er für den Proviant der Armee zuständig war, und folgte 1742 der Armee des Königs nach Böhmen. Dort kämpfte er dann in der Schlacht bei Chotusitz (Czaslau) und der Belagerung von Prag. Am 25. Mai 1743 wurde er Generalmajor und Chef der Gensdarmes.

Am 4. Juni 1745 führte er in der Schlacht bei Hohenfriedberg eine Brigade Kavallerie auf dem rechten Flügel. Er kämpfte tapfer und konnte persönlich den sächsischen Generalmajor von Schlichting gefangen nehmen. Danach verhandelte er mit dem General Harsch einen Gefangenenaustausch, der am 29. Juni vollzogen wurde. Dafür machte ihn der König zum Generalkommissar der Armee und am 27. Juni 1745 noch zum Amtshauptmann von Cottbus und Peitz.

Am 30. September - in der Schlacht bei Soor - führte er eine Brigade Kavallerie auf Gensdarmes und dem Regiment Buddenbrock beim ersten Angriff. Er vertrieb 50 kaiserliche Schwadronen von einer wichtigen Anhöhe, so dass der Weg zur feindlichen Hauptbatterie frei wurde. Danach wandte er sich auf den linken Flügel, was die Schlacht entschied. Nach den Kämpfen ging die Einheit wieder in die Winterquartiere. Die Kaiserlichen versuchten nun, in die Kurmark vorzudringen, und von der Goltz wurde ihnen entgegengeschickt. Im November 1745 traf er mit seiner Brigade bei Katholisch-Hennersdorf auf vier sächsische Kavallerie-Regimenter, die geschlagen wurden. Noch im Dezember wurde er nach Stolpe geschickt, um zu verhindern, dass die Kaiserlichen dort während der Schlacht bei Kesselsdorf eingreifen konnten.

Nach dem Frieden ließ er zahlreiche Vorratsspeicher errichten, um dem drohenden Getreidemangel entgegenzuwirken. Zudem organisierte er die Einrichtung des neugegründeten Invalidenhauses in Berlin. Als Kriegskommissar führte er neue Brotwagen und Öfen, aber auch Schiffe ein.

Das alles zehrte an seiner Gesundheit, so dass er schwer erkrankte und am 4. August 1747 starb. Während seiner Krankheit besuchte ihn der König, und als er starb, ordnete dieser an, dass die Offiziere des Regiments einen Trauerflor am Arm zu tragen hatten. Zudem widmete ihm der König eine „Éloge“.

Von der Goltz war seit dem 31. Januar 1744 auch Ehrenmitglied des Akademie der Wissenschaften in Berlin.[1]

Er wurde später (1851) als ganzfiguriges Standbild auf dem Reiterstandbild Friedrichs des Großen abgebildet.

Familie

Er war seit dem 4. Februar 1734 mit Charlotte Wilhelmine von Grävenitz (* 19. Mai 1720; † 1771)[2] verheiratet. Sie war die Tochter des württembergischen Generals Karl Ludwig von Grävenitz (* 4. Februar 1688; † 2. November 1733).[3]. Er hatte mit ihr drei Söhne und vier Töchter.

  • Wilhelm Bernhard (1736–1795) preußischer Gesandter in St. Petersburg, später in Versailles ∞ Cornelia Jacobine von Steengracht
  • Louise Charlotte (1738–1759) ∞ 6. März 1756 Ludwig Philipp vom Hagen
  • Auguste Christine (1739–1764) ∞ Friedrich Wilhelm Arnold von Beeren
  • Carl Franz (1740–1804) ∞ Henriette Wilhelmine Baermann (* 24. Juli 1756; † 10. Juli 1818)
  • Henriette Elisabeth (1742–1811) ∞ Hans Christoph von Bardeleben
  • Leopold Heinrich[4] (* 19. März 1745 in Berlin;† 15. Juni 1816 in Berlin) Generalleutnant, von 22. Juni 1789 bis 25. August 1794 der preußische Gesandte in St. Petersburg ∞ Eleonore Juliane von Maltzahn (* 12. Februar 1767; † 15.Januar 1798)
  • Georg Conrad (1747–?) (Geboren kurz nach dem Tod des Vaters)

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. AdW Berlin
  2. Sie wurde auf dem Garnisonsfriedhof begraben
  3. M. Gottlieb Schumanns genealogisches Hand-Buch, S.80, Digitalisat Stammbaum Grävenitz
  4. Ehrengrab auf dem Luisen-Friedhof II, Charlottenburg-Wilmersdorf