Haus des Meeres

Haus des Meeres
Vollständiger Name: Haus des Meeres
Motto: Aqua Terra Zoo
Besonderheiten: Befindet sich in einem Flakturm
Ort: Fritz-Grünbaumplatz 1
1060 Wien
Fläche: 4.000 m²[1]
Eröffnung: 1957
Individuen: 10.000 Tiere[1]
Arten Schwerpunkte: Meerestiere
Besucherzahlen: 408.415 (2010)[2]
Organisation
Leitung: Jörg Ott
Förderorganisationen: Verein der Freunde des Haus des Meeres
www.haus-des-meeres.at
Haus des Meeres (Wien)
Haus des Meeres
48.19766666666716.352888888889Koordinaten: 48° 11′ 51,6″ N, 16° 21′ 10,4″ O

Das Haus des Meeres ist neben dem Tiergarten Schönbrunn und dem Lainzer Tiergarten einer von drei Zoos in Wien. Genau befindet sich die hauptsächlich aus Vivarien bestehende Anlage im 6. Wiener Gemeindebezirk Mariahilf.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Informationen

Das Haus des Meeres zeigt auf über 4.000 m² mehr als 10.000 Tiere.[1] Der Schwerpunkt des Zoos liegt bei der Aquarienabteilung respektive deren Tier- und Pflanzenwelt welche hauptsächlich aus dem Mittelmeer sowie von tropischen Süß- und Seewassertieren, etwa Piranhas, Meeresschildkröten und Korallen samt ihren typischen Bewohnern, stammt. Im Jahr 2010 konnte das Haus des Meeres einen Besucherrekord von 408.415 Personen verzeichnen. Damit zählt es zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt Wien.[2]

Ergänzt wird das Angebot durch eine Terrarienabteilung sowie ein Tropenhaus mit Vögeln, Flughunden und Affen (u.a. Weißbüschelaffen), die nicht durch Gitter oder Glasscheiben von den Besuchern getrennt sind.

Geschichte

Eine Besonderheit des Hauses des Meeres ist die Unterbringung in einem ehemaligen Flakturm aus dem Zweiten Weltkrieg im Esterházypark. Schon bei der Gründung des Vereins Gesellschaft für Meeresbiologie am 26. November 1957, Präsident war Fritz Hartel, Vizepräsident Viktor Otte, durch Wissenschaftler und Wirtschaftstreibende, stand das Ziel fest, im ehemaligen Flakturm Esterházypark ein „Haus des Meeres“, das erste Seewasseraquarium in Österreich, zu etablieren. Diese Einrichtung sollte auch zu einem Zentrum der europäischen Meeresforschung ausgebaut werden. Die wissenschaftliche Leitung übernahmen Rupert Riedl und Ferdinand Starmühlner. Bis 1965 wurden die ersten eineinhalb Stockwerke des Gebäudes adaptiert und 40 Schaubecken eingerichtet, wobei in den ersten Jahren auch die Scheiben ausrangierter Wagen der Wiener Straßenbahn zum Einsatz kamen.[3] Am 24. Mai 1973 erfolgte die Änderung des Vereinsnamens in Haus des Meeres - Vivarium Wien, was dem tatsächlichen Tätigkeitsfeld, wie er sich nun darstellte, besser Rechnung tragen sollte. In den folgenden Jahrzehnten wurden nacheinander weitere Stockwerke erschlossen, die Haustechnik erneuert und der Tierbestand erweitert.

In Zusammenarbeit mit Kurt Kolar, dem späteren Vizedirektor des Tiergartens Schönbrunn wurde das Vivarium 1992 eine Quarantänestation für beschlagnahmte und ausgesetzte Reptilien erweitert, die bis heute besteht. Am 23. Jänner 1997 konnte nach zwei Jahren Bauzeit das neue Hai- und Schildkrötenbecken, mit einer Systemmenge von über 120.000 Litern damals eines der größten Seewasseraquarien in Europa, eröffnet werden. Seit 1998 sind alle Stockwerke des Bauwerkes wieder mit einem Aufzug auch barrierefrei erreichbar, nachdem der seit Ende des Krieges nicht mehr funktionsfähige alte Aufzug ersetzt wurde. Zur artgerechten Haltung von Riesenschlangen, Leguanen, Waranen, Agamen, Mambas und anderen Reptilien und anlässlich des 40-jährigen Ausstellungsjubiläums wurden am 30. Juni 1999 mehrere Großterrarien der Öffentlichkeit präsentiert.[4]

Weißbüschelaffen im Tropenhaus
Haus des Meeres mit dem Tropenhaus

Die auch von außen augenfälligste Erweiterung des Vivariums, das Tropenhaus an der Westfassade, wurde am 7. September 2000 nach einjähriger Bauzeit eröffnet. Diese einem Wintergarten ähnlich mit Glaswänden versehene Konstruktion bietet Besuchern die Möglichkeit, freifliegende Vögel, Flughunde, freilaufende Weißbüschelaffen, Schildkröten u.a. in tropischem Klima zu beobachten und trug entscheidend zu einem neuen Rekord von 180.000 Besuchern in einem Jahr bei.

Europäischer Hecht

Eine speziell heimischen Fischarten gewidmete Abteilung wurde am 22. Mai 2002 eröffnet. Die Besucherzahlen stiegen kontinuierlich und das Haus des Meeres, seit 2003 gemäß europäischen Richtlinien als Zoo zertifiziert, zählte 2004 erstmals mehr als 250.000 Besucher. Im selben Jahr wurde die sechste Gebäudeebene mit einem Aquaterrarium für Pfeilschwanzkrebse eröffnet. Seit April 2007 ist das Betreten der rundum führenden Plattform für Besucher des Hauses möglich.

Am 7. Mai 2007, nach Verzögerungen aufgrund technischer Probleme, wurde mit dem Hans & Lotte Hass Haibecken das größte Aquariumbecken Österreichs eröffnet. Das dem Taucher und Meeresforscher Hans Hass und seiner Frau gewidmete Becken fasst 300.000 Liter und beherbergt, nachdem bei der Übersiedelung sechs Haie starben,[5] je einen Teppichhai und einen Weißspitzen-Riffhai, mehrere Schwarzspitzen-Riffhaie, eine Atlantische Suppenschildkröte (Chelonia mydas) und verschiedene weitere Meeresfische.

Der Besucherbereich des Zoos erstreckt sich seit Juli 2010 über alle neun Stockwerke und die Dachterrasse. Ein weiterer Ausbau auf dem Dach ist geplant. In den oberen Stockwerken befinden sich 22 Bildtafeln über die Geschichte der Flaktürme sowie die Dauerausstellung Erinnern im Innern, die sich – im ehemaligen Kommandoraum des Leitturms untergebracht – mit der historisch-technische Funktion dieses Bauwerks befasst. Im Jahre 2009 wurde in einer Befragung im Bezirk eine Aufstockung für das Restaurant mehrheitlich befürwortet. [6]

Bilder

Einzelnachweise

  1. a b c www.haus-des-meeres.at - Aqua Terra Zoo, aufgerufen am 23. Jänner 2011
  2. a b www.haus-des-meeres.at - Neuer Besucherrekord 2010, aufgerufen am 18. August 2010
  3. Haus des Meeres: 1957: Das erste Seewasseraquarium Österreichs
  4. Haus des Meeres: 1999: Urwaldabteilung
  5. vgl.: Zoopresseschau vom 10. Mai 2007
  6. Stadt Wien MariahilferInnen für das Restaurant am Flakturm, Rathauskorrespondenz vom 30. April 2009

Weblinks

 Commons: Haus des Meeres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien