Herbert W. Liaunig

Herbert W. Liaunig (* 11. Juni 1946 in Radenthein, Kärnten, Österreich) ist erfolgreicher Unternehmer und Kunstsammler.

Er schloss das Studium der Wirtschaftswissenschaften mit dem akademischen Grad Diplomkaufmann (Dkfm.) ab.

Liaunig hat sich vor allem als Sanierer zahlreicher Unternehmen einen Namen gemacht, darunter Funder, Jenbacher, Schiffswerften AG und Austria Email[1]. Die Herbert Liaunig Privatstiftung ist Haupteigentümer bei Binder & Co AG, Waagner Biro und Wild Völkermarkt.[1]

1989 kaufte er in Südkärnten Schloss Neuhaus nahe Lavamünd als Wohnsitz und für seine Kunstsammlung. Das Schloss fungiert auch als regionales Kulturzentrum.

Liaunigs Sammlung umfasst neben rund 2500 modernen Kunstwerken auch afrikanische Goldkunst, Bücher, Atlanten, Silber und Gläser.[1] 2008 eröffnete Liaunig in Neuhaus das Privatmuseum Museum Liaunig.

Ehrung

2003 wurden Herbert Liaunig und seine Ehefrau Eva Liaunig mit dem „Einspieler-Preis“, benannt nach dem Kärntner Priester, Politiker und Publizisten Andrej Einspieler, gestiftet vom Christlichen Kulturverband und vom Rat der Kärntner Slowenen, ausgezeichnet. Laudatorin Rosina Katz-Logar würdigte das Ehepaar unter anderem wie folgt:

Seit 1993 ist ihr Schloss auch für die slowenische Kultur geöffnet. Dies bedeutet eine gleichwertige und gleichberechtigte Partnerschaft beider Volksgruppen in einem wichtigen Haus. […] Als Herbert Liaunig 1989 das Schloss Neuhaus vom Bendediktinerstift Admont kaufte, versetzte er die gesamte Gemeinde Neuhaus in ein grenzenloses Staunen. Eva Liaunig sagt dazu: „Wir haben uns in eine Ruine verliebt, in einen wüsten Ort. Das war ganz irrational.“ […] der Einspielerpreis […] wird Persönlichkeiten verliehen, die bereit und in der Lage sind, ihre Stimme zu erheben wenn es darum geht, der Achtung, Würde, Menschlichkeit, Gerechtigkeit und dem friedlichen Zusammenleben Geltung zu verschaffen.
Sie beide haben in ihren alljährlichen zweisprachigen Begrüßungsansprachen anlässlich des Festivals und über die Medien mehrmals zum Wohle der slowenischen Volksgruppe, für zweisprachige topografische Aufschriften und für eine offene Geisteshaltung in Volksgruppenfragen mutig Stellung bezogen. Dies hat bei vielen Menschen zu einem Umdenkprozess geführt, der die Toleranz und Akzeptanz der slowenischen Volksgruppe und ihrer reichhaltigen Kultur in der Gemeinde Neuhaus und darüber hinaus verstärkt hat. Ihre positiven Hinweise auf die zweisprachige Kulturtradition Kärntens haben Wirkung gezeigt.[2]

Einzelnachweise

  1. a b c Kleine Zeitung: Ich war immer nur der Pfuiteufel, Interview von Erwin Hinterfelder mit Herbert Liaunig, Kärntenausgabe, 15. August 2010, S. 6f.
  2. Volksgruppenarchiv des ORF

Weblinks