Johann von Rohrbach

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Die Grafschaft Neuburg am Inn von Georg Matthäus Vischer aus dem Jahre 1674.

Johann von Rohrbach Reichsgraf zu Neuburg am Inn (* vor 1426; † 1467) war ein österreichischer Adeliger, der durch seine Verdienste von Kaiser Friedrich III. 1463 zum Reichsfreiherren und wenige Tage darauf zum Reichsgrafen erhoben wurde, aber schon vier Jahre später als erster – und letzter – Graf seines Hauses verstarb. Durch seine Tochter Maria, verheiratete Gräfin von Ortenburg, zählen viele der österreichischen Hochadelsfamilien und u. a. auch Zita, die letzte österreichische Kaiserin (1892–1989), zu seinen Nachkommen.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Herkunft

Johann von Rohrbach entstammte dem niederösterreichischen Uradesgeschlecht der von Rohrbach. Dieses trat mit Conrad von Rohrbach 1168 erstmals urkundlich auf. Es nannte sich nach dem – inzwischen abgekommenen – Stammsitz in Rohrbach an der Gölsen, der zwischen Seitenstetten, Haag und St. Peter in der Au – alle heute im Politischen Bezirk Amstetten in Niederösterreich – liegt. Die Familie könnte wegen der ähnlichen Wappen mit der bayrischen Adelsfamilie, die sich nach Rohrbach an der Ilm nannte, gemeinsamer Herkunft sein.[1]

Vorfahren

Hans Burgkmair der Ältere (1473–1531): Kaiser Friedrich III., Kunsthistorisches Museum Wien

Sein Vater war Ulrich II. von Rohrbach, Pfleger der Herrschaft Seisenegg, Ritter, († Sonntag vor Christi Himmelfahrt 1426). Sein Großvater Ulrich I. von Rohrbach war Mitglied des Ritterstandes, Vogt zu Haag und übte 1375 die hohe Funktion eines Landrichters in Österreich ob der Enns (etwa: das heutige Oberösterreich). Seine Mutter Anna (?) von Lasberg (cl. 1444) stammte aus dem oberösterreichischen Uradel, der mit Benesch von Lazperg 1309 erstmals urkundlich auftritt, dessen Stammsitz sich im Gebiet der Gemeinde Lasberg, im Bezirk Freistadt im Mühlviertel in Oberösterreich befand. Sie war eine Tochter des Georg von Lasberg (cl. 1391–1398) und der Elisabeth von Au (cl. 1392).[2]

Geschwister

Sein Bruder, Georg von Rohrbach († Mittwoch vor St. Philipp und Jakob 1467) stand im Dienst von Erzherzog Albrecht VI. von Österreich (1418–1463) und erhielt von diesem am 13. Dezember 1458 eine Schuldverschreibung über 7000 Dukaten, gesichert auf der Stadt Gmunden am Traunsee. Er erhielt dafür verschiedene Güter in der Gosau in Oberösterreich im Bezirk Gmunden im Traunviertel, kaufte 1462 von seinem Bruder Johann die Herrschaft St. Peter in der Au und starb 1467 als Pfleger des Salzkammergutes es zu Wildenstein in Bad Ischl.[3]

Im Dienst von Herzog Friedrich III. von Österreich

Johannes von Rohrbach trat nach einer der Zeit entsprechenden guten Ausbildung anders als sein jüngerer Bruder Georg von Rohrbach in die Dienste von Herzog Friedrich III. von Österreich (1415–1493), der seit 1440 römisch-deutscher König war. Er verbrachte daher seine Zeit vornehmlich am Hof des nachmaligen Kaisers in Wiener Neustadt und Graz.

Dichterkrönung Piccolominis durch Friedrich III. (Ausschnitt aus einem Fresko von Pinturicchio)

Er stand dadurch auch in Kontakt zu dem Humanisten, Historiker und Schriftsteller Enea Silvio Piccolomini, dem späteren Papst Pius II. (1458–1464). Dieser stand ab 1443 über zehn Jahre im Dienst von König Friedrich stand, welcher ihn in Wien zum „Poeta laureatus“ („Dichterkönig“) krönte. Und er trug wesentlich zur Verbreitung des Humanismus in Österreich und nördlich der Alpen bei.

Johann von Rohrbach zu Rohrbach und nach 1450 Pfandherr zu St. Peter in der Au[4] war als königlicher, später kaiserlicher Rat und Kämmerer sowie als persönlicher Berater wohl in die Gestaltung der Politik von König Friedrich III. eingebunden. Es lässt sich jedoch nicht feststellen, inwieweit er im Einzelnen persönlich einen konkreten Beitrag zur Gestaltung dieser Politik leisten konnte. An wichtigen Themen mangelte es dabei nicht, da u. a. damals eine Reichsreform heftig diskutiert wurde. Hierbei bestand die Gefahr, dass die Kurfürsten – wegen der Ablehnung der Reform durch den Kaiser, der eine Schwächung seiner Stellung verhindern wollte – einen anderen Fürsten zum römisch-deutschen König wählten. Zugleich mussten auch die Beziehungen des Reiches zum Heiligen Stuhl geregelt werden. Diese Regelung erfolgte durch das im Jahre 1448 zwischen König Friedrich III. und Papst Nikolaus V. (1447–1455) abgeschlossene Wiener Konkordat, das so gut gelungen war, dass es bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches im Jahre 1806 Gültigkeit behielt.[5]

Gewiss ist, dass Johann von Rohrbach König Friedrich 1452 auf seiner Romfahrt begleitete, wobei er – gleichzeitig mit vielen anderen Gefolgsleuten – von diesem persönlich in Rom auf der Engelsbrücke den Ritterschlag erhielt. Er nahm als königlicher Rat an den Feierlichkeiten teil, die anlässlich der Vermählung von König Friedrich III. mit der Infantin Eleonore von Portugal (1436–1476) am 16. März 1452 in Rom stattfanden. Er wohnte auch der Krönungszeremonie teil, in der Friedrich – gemeinsam mit seiner Gemahlin – am 19. März 1452 in der Peterskirche von Papst Nikolaus V. zum Römischen Kaiser gekrönt wurde.[6]

Haltung im „Bruderzwist“ im Haus Österreich

In den Erblanden des Hauses Österreich war die Situation damals etwas kompliziert, da die umfangreichen Erblande seit 1406 durch zwei Linien auf drei Teile aufgeteilt waren. Aus dem älteren „Albertinischen Linie“ des Hauses, die in „ Niederösterreich“ (Die Herzogtümer Österreich ob- und unter der Enns, heute: etwa Ober- und Niederösterreich) regierte, war es Herzog Albrecht V. seit 1438 als römisch-deutscher König: „ Albrecht II.“, König von Ungarn und König von Böhmen, Herzog von Österreich etc., etc., gelungen, kurzfristig – nur für rund zwei Jahre, 1438–1439 – die spätere österreichische Donaumonarchie vorwegzunehmen. Als er 1439 starb, hinterließ er als Erben seinen erst nach seinem Tod geborenen Sohn, Ladislaus Postumus (* 22. Februar 1440). Die „Leopoldinische Linie“ war in zwei Zweige gespalten, den älteren, der in „Innerösterreich“ (den Herzogtümern Steiermark, Kärnten und Krain) regierte und den jüngeren Zweig , der in „Oberösterreich“ (d. h., Tirol, Vorarlberg und die österreichischen „Vorlande“ (Gebiete westlich von Tirol) regierte.

Im Jahr 1439 wurde Herzog Friedrich durch den Tod von König Albrecht II. († 27.Oktober 1439) und durch das fast gleichzeitige Ableben von Herzog Friedrich IV. „mit der leeren Tasche“ von Österreich in Tirol († 24. Juni 1439) zum faktischen Chef des Hauses, da er zum Vormund der Erben der beiden Verstorbenen bestimmt wurde und damit die Kontrolle über die gesamten Erblande sowie auch theoretisch über die Königreiche Ungarn und Böhmen übernahm. Dies geschah zum Missfallen nicht nur der ungarischen und böhmischen Stände, die ihre Länder effektiv seiner Kontrolle entzogen, sondern auch der niederösterreichischen Stände, die zusammengeschlossen im Mailberger Bund 1452 Herzog Ladislaus Postumus von Österreich, König von Ungarn und Böhmen mit Gewalt aus der Kontrolle von Kaiser Friedrich III. befreiten.

Hinzu kam der Protest im eigenen Haus, da Friedrichs jüngerer Bruder, Herzog Albrecht VI. von Österreich (1418–1463) energisch – aber zunächst vergeblich – auf einem eigenen Anteil an den Erblanden bestand. Nach dem Tod von König Ladislaus Posthumus im Jahre 1457 kam es zum offenen Konflikt, da Friedrich III. sich als Senior des Hauses sich dessen Ländereien einverleibte, während Albrecht auf der Übertragung von dessen Anteil an den Erblanden,bestand.

Johann von Rohrbach war unter den Räten, die die Ansprüche von Friedrich III. bedingungslos im Interesse einer Stärkung der Hausmacht der Kaisers unterstützten, der sich daher nicht nur verbal für dessen Sache einsetzte, sondern auch an den militärischen Maßnahmen beteiligt war, um Herzog Friedrich an der Besitzname der Herzogtümer Österreich ob der Enns und Österreich unter der Enns zu hindern. Dies war nur teilweise erfolgreich, da es Herzog Albrecht gelang, sich in Österreich ob der Enns durchzusetzen, und dadurch Kaiser Friedrich zwang, dies am 21. August 1458 in einem Friedensschluss anzuerkennen. [7]

Aufstieg zum Reichsgrafen

Blick auf die Vorburg von Schloss Neuburg am Inn

Die von Johann von Rohrbach dem Kaiser bei der Verteidigung seiner Ansprüche geleistete Unterstützung wurde von diesem belohnt, indem ihm – gemeinsam mit Johann von Ungnad von Weißenwolff, Herren auf Waldenstein, Gradenegg, Liebenberg, Halbenrain, Dietrichstein etc. kaiserlicher Rat und Kammermeister, seit 1451 Mitglied des niederösterreichischen Herrenstandes [8] – die Ehre übertrug, 1459 im Namen des Monarchen die Huldigung der niederösterreichischen Stände entgegen zunehmen.

Zum Höhepunkt dieses Bruderzwistes im Hause Habsburg kam es am 26. Dezember 1462. Damals belagerte Herzog Albrecht, nachdem er Wien mit seinen Truppen besetzt hatte, mit Unterstützung der Wiener Bevölkerung den Kaiser, dessen Familie und seine engsten Vertrauten, darunter Johann von Rohrbach in der Wiener Hofburg. Trotz der Verteidigungsbemühungen des Johann von Rohrbach und der Besatzung der Burg musste Kaiser Friedrich angesichts der Übermacht nach kurzem Widerstand kapitulieren und schließlich seinem Bruder Albrecht VI. auch noch das Herzogtum Österreich unter der Enns mit der Hauptstadt Wien übertragen.

Johann von Rohrbach wurde für die erwiesene besondere Treue belohnt, indem ihm der Kaiser mit Urkunde ausgestellt zu Wiener Neustadt „am Mittwochen vor dem heiligen Gotsauffarttag“ (18. Mai) 1462 die Herrschaft Neuburg am Inn (heute eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Passau 1462 mit den dazu gehörigen Burgen, Wernstein (in der Gemeinde Wernstein am Inn), Frauenhaus (bei Neuburg am Inn) und Neuenfels verkaufte und ihm für sämtliche Bedürfnisse seines Haushaltes Zollfreiheit gewährte.

070415 Burg Wernstein, von der Hängebrücke aus

Bereits fünf Tage später wurde Johann von Rohrbach mit kaiserlicher Urkunde vom 28. Mai 1462 wegen seiner Verdienste – „besunnder an unserm Zug gegen Rom und Naples, da wir unsere kaiserliche kron empfangen – auch für den getreuen beystannd, den er uns, der allerdurchleichtigsten furstin, frawn Leonoren Römischen Kayserin, unser lieben Gemahel und dem hochgeboren Maximilianen, unserm lieben sun mit sampt andern unsern Grafen, Herrn, Rittern und Knechten in unser Burgkh zu Wienn, darin sie durch die von Wien herticlich behawert und bekumert gewesen sein, getan hat“ – in den Freiherrnstand als „Herrn von Rohrbach und des heiligen Reichs Edeln freien zu Newnburg auf dem Inn“ erhoben.[9] Dies war schien jedoch dem Kaiser nicht genug an Belohnung, weshalb er dem Johann von Rohrbach bereits am nächsten Tag, d. h. am 29. Mai 1462 das Privileg erteilte, den Reichsadler auf seinem Schild zu führen.

Eine Woche darauf, am 5. Juni 1462 erhob Kaiser Friedrich III. die Herrschaft Neuburg am Inn samt allen Zugehörungen zu einer Grafschaft des Heiligen Römischen Reiches „wie dies vor Alters gewesen“ und „Johannes Herrn von Rohrbach, Christoph seinen Sohn und alle deren eheliche Leibserben zu Grafen und Gräfinnen des Heiligen Römischen Reiches]].[10] Innerhalb von knapp einer Woche war daher Johann von Rohrbach vom einfachen Adelsstand in der Reichsfreiherrnstand und in den Reichsgrafenstand aufgestiegen und hatte den Umfang seiner Ländereien erheblich erweitert.

Ende

Dieses Glück währte allerdings nicht sehr lang. Bereits kurz darauf stand er an der Bahre seines einzigen Sohnes Christoph, mit dem er die Hoffnung begraben musste, seinen so rasch erworbenen hohen Titel und sein großes Vermögen an einen männlichen Nachkommen zu übergeben, um so den neu erworbenen Rang seiner Familie dauerhaft erhalten zu können.

Jedoch konnte er sich noch einmal des Aufstieges seiner Familie erfreuen, da es ihm gelang, seine Tochter mit dem Reichsgrafen Sebastian I. von Ortenburg zu verloben, der aus einem Geschlecht stammte, das seit unvordenklichen Zeiten gräflichen Ranges war und aus dem zwischen 1122 und 1269 nicht weniger als acht Herzöge von Kärnten hervorgegangen waren.

Bald schlug auch Johann von Rohrbach Reichsgraf zu Neuburg am Inn die Stunde, da er schon 1467 verstarb und im Kloster Vornbach begraben wurde. Er konnte daher seine Erhebung in den Reichsgrafenstand nur vier Jahre lang genießen. Mangels männlicher Nachkommen erlosch mit ihm auch die gräfliche Linie seines Hauses, das schließlich in männlicher Linie mit Hanns Adam von Rohrbach († nach 1637) erlosch.

Ehe

Johann Herr von Rohrbach Reichsgraf von Neuburg am Inn war mit Scholastika von Weißpriach verheiratet, die aus dem österreichischen – genauer gesagt Salzburger – Uradelsgeschlecht mit gleichnamigem Stammburg stammt, die heute eine Ruine in der Gemeinde Weißpriach im Lungau im Bundesland Salzburg ist. Das Wappen der Herren von Weisspriach lebt jedoch als Gemeindewappen der gleichnamigen Gemeinde weiter.

Scholastika war eine Tochter des Erasmus von Weißpriach (* vor 31. März 1436), und seiner Ehefrau, Afra Späher, († nach 31. März 1436) und eine Enkelin des Bernhard von Weißpriach aus dessen Ehe mit Sophia von Auersperg. [11]

Von ihren Brüdern ist Johann Siegmund von Weißpriach zu erwähnen, der den Stamm des Hauses Weißpriach fortsetzte. Er war Burghauptmann zu Forchtenstein, kaiserlicher Rat und Obersthofmeister und starb 1479.

Noch bedeutender war ihr jüngerer Bruder Burkhard von Weißpriach (*1420/1423; † 1466 in Salzburg). Dieser durchlief eine glänzende kirchliche Karriere, war 1448 Domherr, 1452 Dompropst zu Salzburg, wurde 1440 Kardinalpriester von Ss. Nereo ed Archille und anschließend von 1461 bis 1466 Erzbischof von Salzburg und Primas Germaniae. Er ließ die Festung Hohensalzburg ausbauen, verlegte die Auffahrt auf die Festung auf die Ostseite (vorher Westseite), erbaute den Krautturm, den Trompeterturm, den Glockenturm und den Schmiedturm. In seine Regierungszeit fällt auch der Bau der zweiten Stadtbefestigung.[12]

Nachfolge

Wappen der Grafschaft Neuburg am Inn in der Darstellung auf dem äußeren Burgtor der Neuburg.

Johann von Rohrbach hatte bei seinem Tod keine männliche Nachkommenschaft hinterlassen, wohl aber eine Tochter Maria, die mit dem Grafen Sebastian I. von Ortenburg verheiratet war, der sich nicht ganz zu Unrecht Hoffnungen machte, die Nachfolge seines Schwiegervaters als Graf von Neuburg am Inn anzutreten. Zunächst folgte jedoch 1467 Scholastika von Weisspriach, die Witwe von Johann von Rohrbach, als Besitzerin der Grafschaft und 1469 schließlich Sebastian von Ortenburg.[13]

Groß war jedoch die Überraschung, als kurz darauf kaiserliche Soldaten in Neuburg erschienen in das Schloss eindrangen, dieses besetzten und die Witwe und die Tochter des Johann von Rohrbach gefangen nahmen. Sebastian von Ortenburg eilte darauf nach Neuburg, verschaffte sich Eingang in die Burg und konnte mit Hilfe angeworbener Soldaten die kaiserlichen Besatzungstruppen vertreiben und die Burg auch in der Folge erfolgreich verteidigen. Die Frage der Nachfolge blieb jedoch in Schwebe, da sich der Kaiser weigerte, Sebastian von Ortenburg mit der Grafschaft Neuburg zu belehnen, sondern darauf bestand, diese als erledigtes Lehen eizuziehen.

Zu einer Lösung des Streites kam es erst durch Vermittlung Herzog Ludwigs IX. von Bayern-Landshut im Jahre 1473 da auf dem Reichstage zu Augsburg 28. Juli 1473 ein Vertrag zwischen Graf Sebastian und Kaiser Friedrich geschlossen wurde, durch den die Grafschaft Neuburg von Sebastian und seine Gemahlin an den Kaiser gegen eine Entschädigung in Höhe von 4000 Gulden zurückgegeben wurde. [14]Während die Familie des Johann von Rohrbach den Kaiser des Undankes zieh, konnte sich der Kaiser auf das Lehensrecht berufen, wobei auch der Wunsch eine Rolle gespielt haben kann, zu vermeiden, dass die reichen Grafen von Ortenburg einen weiteren Machtzuwachs erhalten. Eine nicht unwesentliche Rolle dürfte dabei auch die durch die ständigen Kriege endemische Finanznot des Kaisers gespielt haben.

Nachkommen

Franz Xaver Winterhalter: Königin Victoria im Krönungsornat (1837)

Nachkommen:

  • Christoph von Rohrbach Reichsgraf zu Neuburg am Inn, († jung vor 1476)
  • Maria von Rohrbach Reichsgräfin zu Neuburg am Inn († nach dem 8. Mai 1496), ∞ 1467 Sebastian I. Reichsgraf von Ortenburg zu Neu-Ortenburg († 1490/1491). Kinder u. a.:
    • Ulrich II., Graf von Ortenburg († 7. März 1524 in Söldenau), ∞ (I) 21.Oktober 1500 Veronika von Aichberg († 1517), ∞ (II) Barbara von Starhemberg (um 1470–1519)
      • Alexander Graf von Ortenburg (1501–1548), ∞ Regina Bianca Freiin von Wolkenstein-Trostburg († 1539), der Stammvater der noch blühenden Linie der Grafen von Ortenburg und
      • Karl I. Graf von Ortenburg (1502–1552), ∞ 6. September 1538 Maximiliana von Fraunberg Gräfin zum Haag († 14.September 1559).
        • Anna Maria Gräfin von Ortenburg (1547–1601), eine der Töchter des Grafen Karl, ∞ Hartmann II. Herr v. Liechtenstein zu Feldsberg (+ 1544, † 1585)

Durch die zahlreichen Nachkommen aus dieser Ehe wurde Johann von Rohrbach zum Vorfahren des Gesamthauses der Fürsten von Liechtenstein sowie der meisten österreichischen Hochadelsfamilien. Unter seinen Nachkommen finden sich u. a. Fürsten von Dietrichstein zu Nikolsburg, Fürsten von Auersperg, Fürsten von Kaunitz, Fürsten von Schwarzenberg, Fürsten von Khevenhüller-Metsch, die Fürsten von Orsini und Rosenberg, Fürsten von Trautson, Fürsten von Starhemberg, Herzöge von Beaufort-Spontin, Fürsten von Esterházy de Galántha, Fürsten von Kinsky , die Fürsten von Montenuovo , die Fürsten von Windisch-Graetz, Grafen von Harrach und Grafen von Wurmbrand-Stuppach, sowie Fürst zu Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, Altgrafen von Salm-Reifferscheidt zu Hainspach etc.

Kaiserin Zita im Dezember 1916

Königin Victoria von Großbritannien – und damit Königin Elisabeth II. –, der deutsche Kaiser Wilhelm II., König Leopold III. von Belgien und auch Zita von Bourbon-Parma – die letzte österreichische Kaiserin – zählen gleichfalls zu den Nachkommen des Johann von Rohrbach.

Einzelnachweise

  1. Siebmachers Wappenbuch, Band 27 ; Reprografischer Nachdruck von Siebmacher’s Wappenbuch IV. Band, 5. Abteilung „Der Oberösterreichische Adel“. Bearbeitet von Alois Freiherrn (Weiß) von Starkenfels und Johann Evang. Kirnbauer von Erzstätt (Nürnberg 1904); Verlag Bauer und Raspe, Neustadt a. d. Aisch 1984, ISBN 3-87947-027-8. Seite 300.
  2. Siebmachers Wappenbuch, Oberösterreich. S. 174.
  3. Siebmachers Wappenbuch: Oberösterreich. Seite 301.
  4. Peter in der Au – Schloss bei bürgen-austrai.com
  5. Siehe Artikel Friedrich III. (HRR) in Wikipedia.
  6. Siebmachers Wappenbuch Oberösterreich op. cit. Seite 300/3011
  7. Details siehe Artikel „Friedrich III.(HRR)“ in Wikipedia.
  8. Siebmachers Wappenbuch, Band 26: Die Wappen des Adels in Niederösterreich. Teil 2, Seite 438.
  9. Siebmachers Wappenbuch 27. Band Oberösterreich. S. 300.
  10. Siebmachers Wappenbuch. 27. Band Oberösterreich. S. 301.
  11. Siebmachers Wappenbuch, Band 26 Niederösterreich. Seite 530.
  12. Siehe Artikel „Burkhard von Weißpriach“ in Wikipedia.
  13. Siehe Artikel „Grafschaft Neuburg“ in Wikipedia
  14. Details siehe Artikel „Sebastian I. (Ortenburg) in Wikipedia.

Literatur

  • Siebmachers Wappenbuch, Band 27. Reprografischer Nachdruck von Siebmacher’s Wappenbuch IV. Band, 5. Abteilung: „Der Oberösterreichische Adel“. Bearbeitet von Alois Freiherrn (Weiß) von Starkenfels und Johann Evang. Kirnbauer von Erzstätt. Nürnberg 1904; Verlag Bauer und Raspe, Neustadt a. d. Aisch, 1984, ISBN 3-87947-027-8.
  • Friedrich Hausmann: Die Grafen zu Ortenburg und ihre Vorfahren im Mannesstamm, die Spanheimer in Kärnten, Sachsen und Bayern, sowie deren Nebenlinien. In: Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte Kunst und Volkskunde, Nr. 36. Passau 1994.
  • Josef Hofbauer: Die Grafschaft Neuburg am Inn. (Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe I Heft 20), München 1969. (Digitalisat)
  • Eberhard Graf zu Ortenburg-Tambach: Geschichte des reichsständischen, herzoglichen und gräflichen Gesamthauses Ortenburg. Teil 2: Das gräfliche Haus in Bayern. Vilshofen 1932.