Josef Fitzthum

Josef Fitzthum

Josef Fitzthum (* 14. September 1896 in Loimersdorf; † 10. Januar 1945 in Wiener Neudorf) war ein österreichischer SS-Gruppenführer, Generalleutnant der Waffen-SS und Polizei, Politiker sowie Beauftragter des Reichsführer-SS Albanien.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Fitzthum, Sohn des k. k. Verwalters Josef Fitzthum und von Elisabeth Bäumle, beide aus Mogolzen Bezirk Bischofteinitz (Westböhmen), gebürtig, absolvierte nach dem Besuch der Volksschule die österreichische Militärunterrealschule, -oberrealschule und -akademie. Ab 1916 nahm er als Leutnant auf Seiten Österreichs am Ersten Weltkrieg beim 3. Regiment der Tiroler Kaiserjäger teil und wurde als erster Leutnant der k.u.k. Armee mit dem Orden der Eisernen Krone ausgezeichnet. Nachdem er 1917 noch zum Oberleutnant befördert wurde, war er bis Kriegsende an der italienischen Front bei der Fliegerkompanie 17 eingesetzt.

Mitte Januar 1919 erfolgte seine Entlassung aus der Armee und ab 1920 war er im zivilen Staatsdienst beschäftigt. Von 1923 bis 1933 war er als Sekretär an der Wiener Kunstgewerbeschule tätig.[1]

Fitzthum trat 1931 der NSDAP (Mitgliedsnr. 363 169) und 1932 der SS (Mitgliedsnr. 41.936) bei.[2] Ab 1933 wurde er für zweieinhalb Jahre in politische Haft genommen und war auch in Anhaltelagern (unter anderem im Kaisersteinbruch) interniert, aus denen er zweimal von SS-Verbänden befreit wurde. Er trat im April 1932 der XI. SS-Standarte in Wien bei und führte diese ab September 1932 für ein halbes Jahr. Nach seiner Ausbürgerung aus Österreich wurde er ab März 1936 hauptamtlicher SS-Führer im Deutschen Reich.[1]

Zunächst war er ab Mai 1936 bei der SS-Standarte „Germania“ und führte von Anfang Januar bis Ende September 1937 die 58. SS-Standarte mit Sitz in Köln.[2]

Von Oktober 1937 bis März 1938 zunächst beim SD-Hauptamt tätig, wurde er ab dem 12. März 1938 („Anschluss Österreichs“) stellvertretender Polizeipräsident von Wien, bis er im März 1940 wegen Korruption von diesem Posten entbunden wurde.[3] Ab 1938 war er in der 11. Wahlperiode Mitglied des Reichstages der NSDAP im nationalsozialistischen Reichstag.[1] Fitzthum war ab 1937 verheiratet, aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.[4]

Anschließend wurde er zur Waffen-SS versetzt und wurde Kommandeur von SS-Totenkopfstandarten und SS-Infanterieregimentern.[2] Von Mitte April 1942 bis Mai 1943 war er in den Niederlanden als Kommandeur für die Aufstellung von Freiwilligen-Verbänden der Waffen-SS in den Niederlanden und Flandern tätig. Von Oktober 1943 bis zum 1. Januar 1945 war er Beauftragter des Reichsführer-SS Heinrich Himmler für Albanien mit Dienstsitz Tirana.[3] Von April bis Juni 1944 war er zudem Kommandeur der 21. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Skanderbeg“ (albanische Nr. 1). Vom 3. bis zum 10. Januar 1945 war er Divisionskommandeur der 18. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Horst Wessel“.

Am 10. Januar 1945 kam Fitzthum bei einem Autounfall in Wiener Neudorf ums Leben.[3] Sein Grab am Wiener Grinzinger Friedhof wurde 1945 vom Kulturamt der Stadt Wien erworben und auf Friedhofsdauer gewidmet.

Auszeichnungen

Fitzthums SS-Ränge
Datum Rang
November 1932 SS-Sturmbannführer
November 1933 SS-Obersturmbannführer
März 1936 SS-Standartenführer
März 1938 SS-Oberführer
April 1940 SS-Hauptsturmführer der Reserve (Waffen-SS)
Januar 1941 SS-Sturmbannführer der Reserve (Waffen-SS)
April 1942 SS-Obersturmbannführer der Reserve (Waffen-SS)
November 1942 SS-Standartenführer der Reserve (Waffen-SS)
Oktober 1943 SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS und Polizei
August 1944 SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS

Literatur

  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-16048-8. (Aktualisierte 2. Auflage)
  • Ruth Bettina Birn: Die Höheren SS- und Polizeiführer. Himmlers Vertreter im Reich und in den besetzten Gebieten. Droste Verlag, Düsseldorf 1986, ISBN 3-7700-0710-7

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c Josef Fitzthum in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten
  2. a b c Josef Fitzthum (Archivversion) bei Axis Biographical Research (englisch); im WebCite-Archiv
  3. a b c Vgl. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Frankfurt am Main 2007, S. 154
  4. Ruth Bettina Birn: Die Höheren SS- und Polizeiführer. Himmlers Vertreter im Reich und in den besetzten Gebieten. Düsseldorf 1986, S. 333