Karl Golser

Bischof Golser mit Generalvikar Josef Matzneller
Wappen des Bischofs von Bozen-Brixen

Karl Golser (* 16. Mai 1943 in Tscherms, Südtirol, Italien) ist ein römisch-katholischer Moraltheologe und emeritierter Bischof von Bozen-Brixen[1].

Inhaltsverzeichnis

Leben

Karl Golser studierte 1961 an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom Katholische Theologie und Philosophie. Am 10. Oktober 1968 empfing Golser in Rom die Priesterweihe. Golser war Kooperator in Kaltern, später in St. Nikolaus in Meran. 1974 wurde er an der Gregoriana mit der Dissertationsschrift Gewissen und objektive Sittenordnung. Zum Begriff des Gewissens in der neueren katholischen Moraltheologie zum Dr. theol. promoviert. Von 1977 bis 1982 war er Mitarbeiter bei der Glaubenskongregation. 1982 erhielt Karl Golser einen Ruf auf die Professur für Moraltheologie an die Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen, der er zuletzt auch als Prodekan vorstand. Davor war Golser auch zweimal Dekan der Hochschule.[1]

Nach mehreren Jahren als Kurat und später als Pfarrer von Sarns (1982–1991) war Golser 1991 Bußkanoniker an der Kathedrale von Brixen. Von 1994 (Gründung) bis 2008 stand er dem Institut für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung als Direktor vor, 1997 wurde er zum Kaplan der Delegation Bozen/Südtirol des Souveränen Malteser Ritterordens ernannt. Von 2001 bis zu seiner Bischofsweihe war Golser Beauftragter für Studienfragen für die im Theologiestudium stehenden Priester und Laien. 2006 wurde Golser zum Präsidenten der Associazione Teologica Italiana per lo Studio della Morale (ATISM) gewählt [1].

Am 5. Dezember 2008 wurde Golser durch Papst Benedikt XVI. zum Bischof des Südtiroler Bistums Bozen-Brixen ernannt. Er trat damit die Nachfolge des am 16. August 2008 verstorbenen Bischofs Wilhelm Egger OFMCap an. Die Bischofsweihe spendete ihm Angelo Kardinal Scola am 8. März 2009 im Dom zu Brixen. Sein Wahlspruch lautet: Christus pax nostra.

Golser gilt als ausgewiesener Experte für Bioethik und war Mitglied des Landesethikkomitees Südtirol[2] und Dozent für Wirtschaftsethik und Ethik in der Informationstechnologie an der Freien Universität Bozen.

Im Jahr 2010 erhielt Golser das Ehrenzeichen des Landes Tirol.[3]

Am 27. Juli 2011 nahm Benedikt XVI. sein aus gesundheitlichen Gründen vorgebrachtes Rücktrittsgesuch an.

Schriften

  • „Gewissen und objektive Sittenordnung. Zum Begriff des Gewissens in der neueren katholischen Moraltheologie“ (WBTh 48), Wiener Dom-Verlag 1975, ISBN 3-85351-076-0
  • „Christlicher Glaube und Moral“, Tyrolia-Verlag 1986, ISBN 3-7022-1603-0, zusammen mit Josef Fuchs, Hans Rotter, Lothar Roos
  • „Verantwortung für die Schöpfung in den Weltreligionen“, Tyrolia-Verlag 1992, ISBN 3-7022-1859-9, zusammen mit Michael von Brück et. al.
  • „Verantwortlich für das Haus des Lebens. Zum zehnjährigen Erscheinen der Enzyklika ‚Evangelium vitae‘“, Weger Verlag Brixen 2005, ISBN 88-88910-20-4
  • „Umkehr zur Liebe. Homilien und Gewissenserforschungen zu Bußgottesdiensten“, Weger Verlag Brixen 2006, ISBN 978-88-88910-32-1
  • „Lebensqualität und Verkehr. Mobil sein für / gegen gutes Leben“, Reihe SYN Nr. 9, Weger Verlag Brixen 2007, ISBN 978-88-88910-43-7

Quellen

  1. a b c www.bz-bx.net, (abgerufen am 30. Dezember 2009),
  2. Vorstellung auf der Seite des Ethikomitees, (abgerufen am 30. Dezember 2009)
  3. Tiroler Ehrenzeichen: „Wir sind ein Tirol und gehören zusammen“. stol.it (19. Februar 2010). Abgerufen am 27. Mai 2011.

Weblinks


Vorgänger Amt Nachfolger
Wilhelm Egger Bischof von Bozen-Brixen
2008–2011
Ivo Muser