Karl Konrad Bauer

Karl Konrad Bauer (* 8. März 1910 in Wien; † 20. Jahrhundert oder 21. Jahrhundert) war ein österreichischer Sportfunktionär, politischer Aktivist und Verleger.

Leben

Bauer stieß schon in seiner Jugendzeit zu den Nationalsozialisten und engagierte sich in der Hitlerjugend. Gleichzeitig war er im Deutschen Turner-Bund und im Deutschen Schulverein aktiv, wo er 1931 zum Schulungsleiter für Wien wurde, wobei er versuchte, die nationalsozialistische Weltanschauung zu verbreiten. Im selben Jahr trat er in die NSDAP ein.

Innerhalb des Deutschen Turner-Bundes wurde Bauer 1936 ehrenamtlicher Leiter der verbandseigenen Buchhandlung und 1938 Redakteur der Verbandszeitschrift „Der Turner“. In der illegalen österreichischen NSDAP war er im NSDStB „Außenleiter der deutschen Studentenschaft“.

Als nach dem Anschluss Österreichs die Verlagswelt „arisiert“ wurde, übernahm – vermutlich auf Initiative von Odilo Globocnik – Karl Bauer zusammen mit Ernst Sopper den „Adolf Luser Verlag“, der unter dem Namen „Wiener Verlagsgesellschaft mbH“, dann „Wiener Verlag Ernst Sopper & Karl Bauer“ firmierte. Massive finanzielle Unterstützung erhielt der Verlag von der Deutschen Arbeitsfront. Er galt als „kriegswirtschaftlich wichtiger Betrieb“ und wurde bei Materiallieferungen bevorzugt. 1940 wurde Bauer Teilnehmer des Künstlerhauses Wien.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Bauer wegen der „Arisierung“ des Adolf Luser Verlages angeklagt, jedoch 1947 freigesprochen. Kurze Zeit später begann Bauer erneut sich in nationalistischem Sinne zu betätigen und gründete 1948 den „Mont Blanc Verlag“ – dieser publizierte Bücher von u.a. Maria Grengg, Josef Nadler, Heinrich von Srbik, Franz Spunda, Max Mell und Kurt Ziesel. Wirtschaftlicher Erfolg blieb dieser Unternehmung jedoch versagt.

Literatur

  • Murray G. Hall: Österreichische Verlagsgeschichte 1918–1938. Bd. I: Geschichte des österreichischen Verlagswesens. Bd. II: Belletristische Verlage der Ersten Republik (= Literatur und Leben, N. F., Bd. 28/ I und II). Hermann Böhlaus Nachf., Wien, Köln, Graz 1985.
  • Hans Peter Fritz: Buchstadt und Buchkrise, Verlagswesen und Literatur in Österreich 1945–1955, Dissertation, Wien 1989