Katharina Prato

Katharina Prato

Katharina Prato (* 26. Februar 1818 in Graz als Katharina Polt; † 23. September 1897 in Graz) war das Pseudonym einer österreichischen Kochbuchautorin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Sie war die Tochter eines Privatiers und heiratete im Alter von 40 Jahren Eduard Pratobevera, provisorischen Vorstand des Archivs und des Münz- und Antikenkabinetts am Steirischen Landesmuseum Joanneum. Vom Familiennamen „Pratobevera“ leitete sie ihr Pseudonym „Prato“ ab. Da ihr Mann schwer magenleidend war, begann sie, sich Rezepte auszudenken und aufzuschreiben. Eduard Pratobevera verstarb nach nur einem Jahr Ehe. 1861 heiratete sie seinen Jugendfreund Josef von Scheiger, Postdirektor und Konservator von Steiermark und Kärnten mit der kaiserlichen Auszeichnung „Edler von“. Sie begleitete ihn auf Dienstreisen und sammelte dabei Kochrezepte in Gasthäusern.

Katharina Prato legte großen Wert darauf, ihr Kochbuch Süddeutsche Küche an der Praxis zu orientieren und es für Anfängerinnen besonders verständlich zu formulieren:

„Mein Hauptzweck war, diese Arbeit als ‚Leitfaden für Anfängerinnen’ vorzüglich für angehende Hausfrauen brauchbar zu machen. Aus diesem Grunde habe ich die Speisevorschriften nur für eine kleine Personenzahl eingerichtet und mein Augenmerk hauptsächlich den Bedürfnissen des Mittelstandes zugewendet.“

Katharina Prato: zitiert nach Thümmel Erika

Ihr literarisches Können brachte ihr die Bezeichnung als „schriftstellernde Kochkünstlerin“ ein. Diese Eigenschaften führten dazu, dass ihr Kochbuch zu einem österreichischen Verkaufsschlager wurde.

Die erste Ausgabe erschien 1858 bei Leykam in Graz und hatte 348 Seiten. Die späteren Ausgaben beim Styria Verlag wurden immer mehr erweitert und aktualisiert, sodass die 76./77. Auflage schließlich 1048 Seiten hatte. Das Kochbuch wurde auch in mehrere Sprachen übersetzt. 1931 gab ihre Stieftochter Viktorine Leitmaier eine Kurzfassung Die kleine Prato. Kochbuch für den kleinen Haushalt heraus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Süddeutsche Küche unter dem Titel Die große Prato neu herausgegeben.

Neben ihrem Kochbuch verfasste sie auch einen der ersten Haushaltsratgeber Die Haushaltungskunde. Ein Leitfaden für Frauen und Mädchen aller Stände und engagierte sich sozial als Gründerin des Vereins „Volksküche“ und im Verein „Frauenheim“. Außerdem gründete sie eine Mädchenarbeitsschule und mehrere Kindergärten.

Zu Lebzeiten bekam sie eine goldene Medaille anlässlich der Kochkunstausstellung 1897 in Baden. Weitere Ehrungen wurden ihr erst nach ihrem Tod zuteil.

Werke

  • Prato, Katharina: Die süddeutsche Küche. 78./79. Aufl., neugestaltete u. erw. Ausg. Styria, Graz 1938
  • Prato, Katharina / Leitmaier, Viktorine (Bearb.): Die kleine Prato. Kochbuch für den kleinen Haushalt. 5, gänzlich durchges. und verb. Aufl. Hollinek, Wien 1966
  • Prato, Katharina / Larin-Zelinka, Dora (Bearb.): Die große Prato. Kochbuch der österreichischen und süddeutschen Küche, mit böhmischen, englischen, französischen, italienischen, serbischen und ungarischen Nationalspeisen. Nach dem heutigen Stand d. Kochkunst vollst. neu bearb. v. Dora Larin-Zelinka (= 80. Auf. von Die süddeutsche Küche). Hollinek, Wien 1957
  • Prato, Katharina: Die Haushaltungskunde. Ein Leitfaden für Frauen und Mädchen aller Stände. Hesse, Graz 1873
  • Wagner, Christoph: Prato. Die gute alte Küche. Der Kochbuchklassiker in kommentierter Neuausgabe. Pichler, Wien-Graz-Klagenfurt 2006; ISBN 9783854314264

Literatur

Weblinks